Brazil

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Terry Gilliam

Drehbuch

  • Tom Stoppard

Kamera

  • Roger Pratt

Schnitt

  • Julián Doyle

Produzent

  • Arnon Milchan

Musik

  • Michael Kamen

Erscheinungsjahr

1985

Produktionsland

Großbritannien

Originalsprache

englisch

Originaltitel

Brazil

Länge

136 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Brazil ist ein dystopischer Spielfilm aus dem Jahr 1985. Es wird ein fiktiver Staat dargestellt, welcher seinen Anspruch auf Unfehlbarkeit mit aller Gewalt durchsetzt.

Handlung

Sam Lowry ist ein kleiner Angestellter im Archiv des allmächtigen „Ministeriums für Information“ (M.O.I.) in einer düsteren, bürokratisierten Welt. Seine einflussreiche Mutter bestimmt seine Karriere und sein Leben, soweit es ihr möglich ist. Die einzige Fluchtmöglichkeit aus dieser Dystopie bieten ihm seine Träume.

Durch einen Druckfehler kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung, bei der anstatt eines als „Terrorist“ gesuchten Freiberuflers namens Tuttle, der sich dem alles beherrschenden Bürokratieapparat dieser Gesellschaft entzieht, ein Familienvater namens Buttle verhaftet wird. Sam wird die bürokratische Nachbearbeitung dieses Irrtums aufgetragen, dabei begegnet er der Frau aus seinen Träumen. Infolge dessen stolpert er durch eine chaotischer werdende Welt aus Terrorismus, Bürokratie, Schönheitsoperationen, Technologie, Alpträumen und Folter, an dessen Ende er seinen Verstand verliert.

Anmerkungen

Terry Gilliam, der Regisseur des Films, äußert sich zu dem Film in einem Interview (Ausschnitte aus einem Interview während der South Bank Show, gefilmt am 29. Juni 1991):

Brazil war ein Film, der schon seit Jahren in meinem Kopf saß, ich meine seit ungefähr 10 Jahren dachte ich über Dinge wie diese nach. Auf einer einfachen Ebene war dieser Film reinigend für mich. Er handelt wohl vor allen Dingen über meine eigenen Frustrationen und meine anscheinende Unfähigkeit, zu erreichen, was ich erreichen möchte und meine Unfähigkeit, ein System wirkungsvoll zu treffen, welches gänzlich falsch ist. Die Ängste von Brazil betreffen eigentlich nicht die Gefahr, die Welt könnte uns wegen des Systems aus den Fingern gleiten, denn wir sind ja das System. Worum es in Brazil wirklich geht, ist, dass das System nicht aus großartigen Führern besteht, oder aus großartigen Maschinisten, die es kontrollieren. Es besteht aus einzelnen Menschen, die einfach ihren Job tun, als kleines Zahnrad und Sam beschließt ein kleines Zahnrad zu bleiben und letztendlich zahlt er den Preis dafür.


Auf der anderen Seite merkte ich, dass es ein Wunschbild gibt, das sagt, wenn wir alle unseren kleinen Beitrag leisten, würde die Welt eines Tages besser werden. Dann gibt es auch die Pessimisten die meinen: ‚Genug von diesem Geschwätz, es macht sowieso keinen Unterschied, am Ende stürzen wir wie die Lemminge die Klippe runter‘. Daraus ergab sich die Frage:‚Wie entkommst du denn dieser Welt?‘ und Sam entkommt ihr, indem er wahnsinnig wird. Ich begann diesen Film mit der Frage im Hinterkopf, ob man einen Film machen könne, bei welchem das Happy End ist, dass jemand verrückt wird?...


Kritiken

{{Zitat|Die Geschichte wird in einer Mischung aus surrealistischen Traumvisionen, rasanten Action-Turbulenzen und bitterböser Satire erzählt: Kino als Geisterbahnfahrt. Perfekt inszeniert, aber allzu sehr auf Überwältigung der Sinne setzend.|Lexikon des Internationalen Films}}

Hintergründe

Brazil ist eine düstere, kafkaeske Dystopie, die sich der Stilmittel der n Komödie bedient.Dem damaligen Chef von Universal Studios, Sid Sheinberg, war das hoffnungslose Ende des Films zu düster und er wollte eine Version mit einem Happy End herausbringen.Der Streit zwischen Gilliam und Sheinberg eskalierte und gipfelte in einer ganzseitigen Anzeige im Branchenblatt Variety, in der Gilliam Sheinberg mit den folgenden Worten zur Freigabe des Films aufforderte:
„Sehr geehrter Sid Sheinberg,
Wann wollen sie denn eigentlich meinen Film BRAZIL veröffentlichen?
Terry Gilliam.“


Als Resultat der Streitigkeiten existiert Brazil in 3 verschieden langen Fassungen: der „normalen“ Fassung mit 134 Minuten, einem 142 Minuten langen Director's Cut (NTSC-Laufzeit) und einer nur im amerikanischen Fernsehen gezeigten Fassung (der sogenannten „Love Conquers All“-Version, auch Sheinberg Edit genannt), die nach der „Bearbeitung“ nur noch 94 Minuten zählt. Herausgeschnitten wurden zahlreiche Szenen, die dem Verleih zu negativ erschienen, sowie der Schluss, der das „Happy End“ als Traum-Flucht des gefolterten Sam Lowry enthüllt.

Ursprünglich war als Titel „1984 and ½“ vorgesehen − eine Anspielung sowohl auf George Orwells berühmten Roman als auch auf Federico Fellinis Film 8½ − ein Einspruch der Erben Orwells verhinderte dies jedoch.

Der endgültige Titel ist eine Anspielung auf die Samba „Brazil“ (original Aquarela do Brasil) von Ary Barroso (1939), die in einer Version von Geoff Muldaur die Titelmelodie des Films bildet.

Auszeichnungen

Der Film war bei der Oscarverleihung 1986 in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch und Beste Art Direction nominiert.

Bei den Los Angeles Film Critics Association Awards gewann der Film 1985 in den Kategorien Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Regie.

Weblinks



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Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Brazil" (Stand: Mon, May 12th 2008, 07:42) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.