Crash

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • David Cronenberg

Drehbuch

  • David Cronenberg

Kamera

  • Peter Suschitzky

Schnitt

  • Ronald Sanders

Produzent

  • David Cronenberg

Musik

  • Howard Shore

Erscheinungsjahr

1996

Produktionsland

Kanada

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Crash

Länge

100 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

18 Jahre
Crash ist ein Spielfilm von David Cronenberg aus dem Jahr 1996. Er basiert auf James Graham Ballards gleichnamigem Roman. Der Film löste eine beachtliche Kontroverse aus, da er von einer Gruppe von Menschen handelte, die sexuelles Vergnügen aus Autounfällen gewinnen.

Handlung

Der Filmproduzent James Ballard und seine Frau Catherine haben sich voneinander entfremdet. Ihre sexuelle Verbindung ist merklich abgekühlt, stattdessen haben beide außereheliche Affären. Allerdings macht es sie an, wenn sie sich beim Sex detailliert von ihren Liaisons erzählen.

Als Ballard eines Tages spätnachts nach der Arbeit heimfährt, kollidiert sein Auto frontal mit einem anderen. Ein Mann im anderen Wagen wird getötet. Gefangen in den ineinander verknäuelten Wracks entblösst die überlebende Fahrerin des anderen Wagens, Dr. Helen Remington, Ballard ihre Brust.

Während er sich im Krankenhaus erholt, trifft Ballard die ebenfalls eingelieferte Dr. Remington wieder, beide lernen dort einen aufdringlichen Mann namens Vaughan kennen, der interessiert die Orthese fotografiert, die Ballards zerschmettertes Bein zusammenhält.

Beim Verlassen des Krankenhauses fangen Remington und Ballard eine Affäre an, die vor allem von dem geteilten Erlebnis ihres Unfalls angetrieben wird. Fasziniert gehen sie zu einem von Vaughans Kult organisierten Happenings, einer Nachstellung des Unfalls, der James Dean getötet hat − mitsamt authentischen Wagen und Stuntmen. Beamte des Verkehrsamts stören das Treffen, und Ballard flieht mit Remington und Vaughan.

Ballard wird Mitglied von Vaughans Gruppe von Crash-Obsessiven, dessen Fetisch Autounfälle sind. Vaughan und seine Leute schauen sich obsessiv Crashtest-Videos an, fotografieren Plätze, an denen sich Verkehrsunfälle ereignet haben und planen den Crash nachzubilden, in dem Jayne Mansfield umkam. Ballard fährt mit Vaughans Lincoln Convertible durch die Stadt, während Vaughan Straßenprostitutierte, und später auch Ballards Frau, aufliest und benutzt. Ballard seinerseits hat eine Affäre mit einem der anderen Kultmitglieder, Gabrielle, einer schönen Frau, deren Beine in Stahlschienen stecken und die eine -ähnliche Narbe auf der Rückseite einer ihrer Schenkel hat. Auch homosexueller Sex zwischen den Kultmitgliedern findet statt, so hat Ballard, neben einem Erlebnis mit Gabrielle, auch etwas mit Vaughan.

Letzten Endes ist Vaughans Projekt dazu da, eine Philosophie auszuleben, in dem der Autounfall eher eine Befruchtung als ein Ereignis der Zerstörung darstellt, vor allem mit Verweis auf die immens gesteigerte sexuelle Anziehungskraft jener, die durch Autounfälle zu Tode kamen.

Gegen Ende des Films stirbt Vaughan. Ballard provoziert, in der Rolle Vaughans und mit dessem Wagen, einen weiteren Crash, indem er, wie zuvor Vaughan, Catherine in ihrem Auto auf offener Strasse bedrängt und anfährt. Als er auf dem Grünstreifen neben dem verunfallten Wagen ihren Körper streichelt, verspricht er ihr, der „nichts“ wiederfahren ist, dass das nächste mal „etwas“ passieren wird.

Wirkung

Der Film war kontrovers wegen seinen graphischen Darstellungen von Gewalt und sexuellen Akten. Dies veranlasste die Boulevardpresse Großbritanniens ihn als krank und böse zu verurteilen, obschon manche Zeitungen heraushoben, die Geschichte basiere auf dem Roman eines angesehenen Schriftstellers.

Obwohl das BBFC, die britische Entsprechung der FSK, den Film ab 18 Jahren freigab, wurde er von der Bezirksverwaltung von Westminster verboten, was bedeutete, dass der Film in einem Teil Londons nicht gezeigt werden durfte. In den USA ist der Film in zwei Versionen herausgekommen: „NC-17“ und „R“. Die Einstufungs-Kontroverse hat mittlerweile abgenommen, der Film ist auf DVD erhältlich.

Auszeichnungen

  • Beim Filmfestival von Cannes 1996 war Cronenberg für Crash im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten. Schließlich erhielt er den Spezialpreis der Jury.
  • Der Film gewann 1996 den Genie Award der Academy of Canadian Cinema & Television in sechs Kategorien, darunter für David Cronenberg als Regisseur und Drehbuchautor. Außerdem wurde der Film in zwei weiteren Kategorien für den Genie Award nominiert, darunter für Cronenberg als Filmproduzenten.
  • Im Jahr 1998 wurde der Film für den US-amerikanischen Motion Picture Sound Editors Award nominiert.
  • 1998 gewann der Film den AVN Award bei den Adult Video News Awards.


Kritiken

  • Thomas Willmann bei „artechock film“: „Cronenberg hat einen Film geschaffen, der zugleich Kälte ausstrahlt und dennoch sehr sinnlich ist – so wie die dargestellte Auto-Erotik. Er läßt [1] vieles begreifen, ohne daß man es rational in Worte fassen könnte, und er ist stimmig, ohne geschlossen zu sein.“  Online-Ressource, abgerufen am 23. Mai 2007


  • Roger Ebert nannte 1997 in der Chicago Sun-Times den Film seltsam und einsichtig („strange and insightful“), herausfordernd, mutig und originell („challenging, courageous and original“).  Roger Ebert, 21. März 1997, Chicago Sun-Times


  • Cinema bezeichnete den Film als Erotik-Groteske und genialen Crashkurs in Sachen Perversität Kritik bei Cinema


  • Georg Seeßlen besprach in „“ 11/96 einen eher schwächeren Cronenberg, aber immer noch einen weit überdurchschnittlichen Film.


  • Lexikon des internationalen Films: „Ein Exkurs über die morbide Pervertierung des Lustbegriffs durch die ad absurdum geführten Werte des Konsumzwangs, distanziert inszeniert als sinnentleertes Ritual. Ein radikaler Autorenfilm, der sich der Fetischierung versagt, aber die psychologischen Ursachen des Verhaltens seiner Figuren auch nicht tiefergehend erkundet.


Weblinks



Quellen





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Crash (Film)" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.