Das Leben des Brian

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Terry Jones

Drehbuch

  • Monty Python

Kamera

  • Peter Biziou

Schnitt

  • Julián Doyle

Produzent

  • John Goldstone

Musik

  • Eric Idle

Erscheinungsjahr

1979

Produktionsland

GB

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Monty Python’s Life of Brian

Länge

90 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Das Leben des Brian (Originaltitel: Monty Python’s Life of Brian) ist eine der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1979. Der naive und unauffällige Brian, zur gleichen Zeit wie Jesus geboren, wird durch Missverständnisse unfreiwillig als Messias verehrt. Weil er sich gegen die römischen Besatzer engagiert, findet er schließlich in einer sein sinnloses Ende.

Die Satire zielt auf absurden Dogmatismus religiöser und politischer Gruppen. Insbesondere christliche, aber auch jüdische Vereinigungen reagierten mit scharfen Protesten auf die Veröffentlichung. Die folgenden Aufführungsboykotte und -verbote in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Norwegen fachten die Kontroverse um Meinungsfreiheit und Blasphemie weiter an.

Obwohl der Vorwurf der Blasphemie von praktisch allen Seiten entkräftet wurde, gilt die Satire aufgrund ihrer rezeptionsgeschichtlichen Bedeutung nach wie vor als beispielhaft für verletzende Angriffe auf die Gefühle überzeugter Christen. Filmkritiker und die Pythons selbst bezeichnen Monty Python’s Life of Brian aufgrund seiner kohärenten Geschichte und intellektuellen Substanz als das reifste Werk der Komikergruppe. Zahlreiche Umfragen bestätigen den anhaltenden Erfolg beim Publikum, wobei insbesondere das Abschlusslied Always Look on the Bright Side of Life weit über den Filmkontext hinaus bekannt wurde.

Handlung

Brian, das Ergebnis einer außerehelichen Affäre der Jüdin Mandy Cohen mit einem römischen Soldaten, kommt im Stall neben Jesus zur Welt. Von der herrischen Mutter dominiert, wächst er in Judäa zu einem farblosen Mann heran. Er verliebt sich in die idealistische Judith, die sich in einer jüdischen Widerstandsgruppe gegen die römischen Besatzer engagiert. Brian bemüht sich als stolzer Jude erfolgreich um die Aufnahme in diese Gruppe verbohrter Intellektueller und beteiligt sich an deren Einbruch in den Palast von Pontius Pilatus: Dort wollen die Freiheitskämpfer die Frau des Statthalters entführen und so das römische Imperium in wenigen Tagen zu Fall bringen.

Die Entführung scheitert, weil eine verfeindete Widerstandsgruppe zur selben Zeit dasselbe Ziel mit dem gleichen Plan verfolgt. Brian wird im Palast verhaftet und zur Anhörung vor den dekadenten Pontius Pilatus gezerrt. Dank eines außerirdischen Raumschiffs, das zufällig vorbeikommt, gelingt Brian die Flucht aus dem Palast und vor der drohenden Verurteilung. Um am belebten Marktplatz dem römischen Suchtrupp nicht aufzufallen, muss er in die Rolle eines der zahlreichen Propheten schlüpfen. Sein unbeholfenes Gestotter gibt den wenigen Zuhörern Rätsel auf, und tatsächlich hat er bald eine große Gefolgschaft hinter sich, die sich von ihm Antworten auf alle Fragen des Lebens erhofft.

Die stetig wachsende Anhängerschar verfolgt den panisch flüchtenden Brian ins karge Umland, streitet um die Symbolkraft einer von Brian verlorenen Sandale und hält Banalitäten wie die Existenz eines Wacholderbusches für von Brian vollbrachte Wunder. Schließlich wird ein vom hysterischen Auflauf genervter Eremit, bei dem sich der überforderte Brian verstecken wollte, als vom religiösen Mob zur Hinrichtung abgeführt. Indessen zeigt sich Judith von der charismatischen Ausstrahlung Brians angetan. Mit ihr verbringt er seine erste Liebesnacht.

Am nächsten Morgen sind die Straßen der Stadt mit selbsternannten Jüngern Brians überfüllt, die unter seinem Fenster auf Heilsbotschaften warten. Brian weist erfolglos auf die Unsinnigkeit hin, einem Führer kritiklos zu folgen. Im Hinterhof wird er von den Legionären verhaftet und wieder Pontius Pilatus vorgeführt, der ihn mit über hundert anderen offenbar willkürlich ausgesuchten Delinquenten zum Tod durch Kreuzigung verurteilt. Rettungsversuche schlagen fehl oder werden erst gar nicht erwogen: Sowohl seine Geliebte als auch die Widerstandskämpfer gratulieren Brian am Kreuz zu seinem selbstlosen Martyrium. Seine verhärmte Mutter wirft ihm Selbstsucht vor.

Nur ein fröhlicher Mitgekreuzigter fordert den verzweifelten Brian auf, trotz zermürbender Sinnlosigkeit auf die sonnige Seite des Lebens zu schauen. In dessen Lied „Always Look on the Bright Side of Life“ stimmen schließlich alle zum Tode Verdammten beschwingt ein.

Produktionsgeschichte

Drehbuchentwicklung

Die Mitglieder der Komikergruppe Monty Python trafen sich anlässlich einer Werbetour für ihren Film Monty Python and the Holy Grail Anfang 1976 in Amsterdam. In einer Bar machten Eric Idle und Terry Gilliam ausgelassen makabere Scherze über Jesus, der als gelernter Schreiner auf ein Kreuz genagelt wurde.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 59. Schon während der Premiere des Films in New York hatte Idle eine launige Idee für ein neues Projekt: Jesus Christus – Gier nach Ruhm.Das Thema schien den Pythons, die zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Solo-Karrieren vorantrieben, vielversprechend genug, um sich wieder zusammenzufinden: „Wir wurden von der Tatsache angezogen, dass dieses Feld für jede Art von Humor ein Tabu war.“ “We were drawn to the fact that this area was indeed taboo for all kinds of comedy.” Unveröffentlichtes Essay von Eric Idle, zitiert in Monty Python: The Case Against, S. 59. Zudem erwies sich Holy Grail recht überraschend für die Pythons als kommerzieller Erfolg, „[1] und nichts bringt eine Gruppe besser zusammen“, erklärte Michael Palin, „als die Aussicht auf mehr Geld.“Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 1.

Seit der Zusammenarbeit an Monty Python’s Flying Circus hatten sich feste Autorenteams etabliert: Michael Palin entwarf seine Sketche meist mit Terry Jones, John Cleese arbeitete mit Graham Chapman, während Eric Idle und Terry Gilliam die beiden Einzelgänger der Gruppe waren. Bei den ersten Autorentreffen Ende 1976 lasen sich die Pythons willkürlich zum Thema geschriebene Szenen vor, und die Gruppe entschied, was sie mochte und was nicht.John Cleese’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 1. Die Pythons entwickelten bald die Idee eines vergessenen, ungeschickten 13. Apostel mit Namen Brian, der zu allen göttlichen Ereignissen zu spät kommt. Doch über Jesus selbst konnten und wollten die Pythons aus Respekt keine Witze machen, was sich für die Arbeit an der Komödie als hinderlich erwies.Durch ihre intensiven Recherchen stießen sie in Geschichtsbüchern auf die inspirierende Tatsache, „[2] dass damals in Judäa das Messiasfieber grassierte. Das war der Schlüssel,“ berichtete Michael Palin, „denn auf dieser Grundlage konnten wir eine Figur kreieren, die zwar eine parallel verlaufende Lebensgeschichte hatte, die aber nicht Jesus, sondern sozusagen nur sein Nachbar war.“Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S. 279. Brian von Nazaret, der fälschlicherweise für einen Messias gehalten wird, etablierte sich als beherrschendes Leitmotiv.Während der weiteren Autorentreffen in kreativer Atmosphäre drängten Gilliam und Jones nach eigener Aussage am meisten darauf, aus den einzelnen Sketchen eine stimmige Geschichte zu machen.Vgl. Autobiografie der Monty Pythons, S. 280. Als schließlich Michael Palin seinen Sketch über einen lispelnden Pontius Pilatus vorlas, war das entscheidende Element für den Film gefunden.Auch Jesus selbst tauchte wieder im Skript auf: Die Witze entluden sich nicht an ihm, sondern richteten sich gegen die unverständigen Zuhörer seiner Bergpredigt. Um einen komischen Zugang zur Kreuzigung zu finden, mussten sich die Autoren Terry Jones und Michael Palin auf die damalige Alltäglichkeit dieser Hinrichtungsmethode konzentrierten. „Manchmal wurden 500 bis 600 Leute an einem Tag gekreuzigt. [3] Wir spielten mit der Idee, dass es Unfälle gibt und Sachen falsch laufen [4]Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 28. Die Suche nach einem befriedigenden Schlusspunkt gestaltete sich besonders schwierig. Eric Idles Idee, den Film mit einer leichtfüßigen, musikalischen Gesangseinlage am Kreuz zu beenden, wurde schließlich auch vom skeptischen Terry Jones akzeptiert.Basierend auf dem bisherigen Material entstand jene Szene, in der Brian am Fenster seinen Anhängern zuruft, sie sollen für sich selbst denken, als eine der letzten. Jones: „In ihr liefen sozusagen die Fäden der Geschichte zusammen.“Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 21.Als Titel des neuen Films setzte sich neben den Alternativen Brian of Nazareth und Monty Python’s Brian der Vorschlag Monty Python’s Life of Brian durch.

Januar 1978 verbrachten die sechs Autoren, deren Termine sonst schwer zu koordinieren waren, zwei Wochen in einem luxuriösen Strandhaus in Barbados, um das Drehbuch zu beenden. Auch die Besetzung wurde fixiert. Jahre später erinnerte sich Michael Palin: „Das Leben des Brian war die letzte gute Gruppenerfahrung, was das Texten betrifft.“Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S. 284.

Weil allen bewusst war, sich auf sensiblen Terrain zu bewegen, brachte Graham Chapman das fertige Drehbuch zu einem ihm bekannten der Königin. „Er las es und fand es herrlich. Er meinte sogar, es seien Dinge darin, die er schon sein ganzes Leben hatte sagen wollen…“Graham Chapman in Autobiografie der Monty Pythons, S. 286f.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 63.

Vorproduktion

Finanzierungsschwierigkeiten

Ex- Beatles|Beatle George Harrison.]Die Mitglieder der Monty Python hatten großes Vertrauen in ihre Popularität und arbeiteten am Skript, ohne die Finanzierung geregelt zu haben. Tatsächlich begann sich Barry Spikings, Mitarbeiter von EMI, für das Projekt zu interessieren, als er in Barbados zufällig auf Idle traf. Wenig später sicherte er John Goldstone, der von den Pythons als ihr Produzent gewählt wurde, die nötigen Geldmittel zu.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 64.Doch zwei Tage vor dem geplanten Abflug zu den Dreharbeiten in Tunesien erteilte EMI-Vorstand Bernard Delfont dem Projekt eine Absage: Er hatte das Drehbuch gelesen und empfand es als anstößig.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 65.

Zum Zeitpunkt der Absage harrte zwar der genaue Produktionsvertrag noch der Unterzeichnung, doch waren bereits Gelder in der Höhe des Budgets von And Now for Something Completely Different investiert. Monty Python musste nun einerseits seine Ansprüche auf die bisherigen Ausgaben vor Gericht durchsetzen, die der Gruppe schließlich auch zugestanden wurden. Anderseits begann die schwierige Suche nach einem neuen Produzenten. Doch trotz intensiver Bemühungen drohte das Projekt zu scheitern: Der Stoff schien zu brisant. Eric Idle sprach mit seinem Freund George Harrison über die Schwierigkeiten, die benötigten rund vier Millionen Dollar aufzutreiben. Idle hielt Harrisons Antwort „Ich besorge dir das Geld“ für einen Witz.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 66. Harrison meinte es ernst: Er gründete mit seinem Geschäftsführer Denis O’Brian HandMade Films, um den Film zu produzieren – „offenbar nur deshalb, weil er den Film sehen wollte.“[5] apparently for no more reason than that he wanted to see the film.” Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 65.

Besetzung und Regie

Cleese.]Auf die Besetzung einigten sich die Pythons bereits während der letzten Schreibphase. Oft spielten die Autoren ihr eigenes Material, es sei denn, es sprach etwas dagegen. „Wir waren zu 80 Prozent Autoren und zu 20 Prozent Schauspieler, und als Autoren war uns sehr wichtig, dass das Casting stimmte. [6] Unsere Egos als Schauspieler interessierten uns weniger“, sagte John Cleese über den meist unkomplizierten Besetzungsvorgang.John Cleese’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 10.

Bei Life of Brian kam es dennoch zu größeren Besetzungsdiskussionen. Eine schwierige Frage war die adäquate Besetzung der Jesus-Figur. Schließlich einigte man sich auf Kenneth Colley und schlug etwa den von John Cleese vorgeschlagenen George Lazenby aus.Vgl. John Cleese’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 3. John Cleese sorgte für weitere Diskussionen, als er die Hauptrolle übernehmen wollte. Er begründete dies mit seinem Interesse „eine Figur von Anfang bis zum Ende eines Films durchzuhalten“.Vgl. Autobiografie der Monty Pythons, S. 281. Michael Palin vermutete, Cleese wolle sich „opfern“ und so verhindern, dass Graham Chapman die Titelrolle übernimmt.Bereits seit Jahren litt die Zusammenarbeit mit Chapman an dessen Alkoholismus. Doch besonders Terry Jones favorisierte Chapman: In der vorangegangen Produktion fiel ihm seine glaubwürdige Ausstrahlung in der Rolle des Artus auf. „Das war für mich in der Comedy enorm wichtig – wichtiger, als dass der Hauptdarsteller witzig war.“Terry Jones in Autobiografie der Monty Pythons, S. 281.Graham Chapman beschloss seinerseits, sich seinem Suchtproblem zu stellen und stand die harte Zeit der Entziehung durch. Nicht nur seine nun konzentrierte Arbeitsweise als Schauspieler wirkte sich positiv auf die Dreharbeiten aus: Der studierte Mediziner kümmerte sich nach Drehschluss um die Gesundheit der Kollegen am Set. „[7] spielte also nicht nur diese christusähnliche Figur, sondern behandelte morgens und abends die anderen, und er heilte sie tatsächlich“, beschrieb Eric Idle und fasste zusammen: „Graham wurde geradezu ein Heiliger.“Eric Idle in Autobiografie der Monty Pythons, S. 290. Jones (Foto von 2007).]Neben der Hauptrolle vor der Kamera musste die Frage nach dem Hauptverantwortlichen hinter der Kamera geklärt werden. In der vorangegangenen Produktion Monty Python and the Holy Grail hatte die Gruppe schlechte Erfahrungen gemacht: Terry Jones und Terry Gilliam wurde gemeinsam die Regie übertragen, doch die künstlerischen Differenzen schienen bald unüberbrückbar. Um die für alle frustrierende Situation zu vermeiden, einigte sich die Gruppe schließlich auf Jones als Regisseur. Der visuell versierte Gilliam, der stets für die Animationen verantwortlich gewesen war, übernahm das Produktionsdesign. Gilliam, der bei Jabberwocky mit „echten Schauspielern“ gearbeitet hatte und seine Karriere als Spielfilm-Regisseur begann, zeigte sich mit dieser Lösung sehr zufrieden.Terry Gilliam in Autobiografie der Monty Pythons, S. 286. Auch Terry Jones sprach später von einer idealen Kombination, unter der er jederzeit wieder arbeiten würde: Als Regisseur konnte er sich so besser auf das Erzählen der Geschichte konzentrieren, während sich Gilliam um die Bilder kümmerte.Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 3.

Produktionsdesign

Von Anfang an verfolgten die Pythons mit Life of Brian ambitionierte Ziele. Michael Palin: „ wollten bei Das Leben des Brian nicht nur ein paar Späße vor bemalten Kulissen in den Shepperton Studios filmen, sondern uns um Statisten bemühen, die wirklich wie Juden oder Araber aussahen, und um echte Hitze, damit es authentischer würde. Es gab so viele Bibelschinken, die aussahen, als hätte man sie in Nordengland gedreht.“Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S. 290.Jones und Gilliam entschieden sich für Tunesien als Drehort. Dort konnten sie von Franco Zeffirellis Mehrteiler Jesus of Nazareth (1978) profitieren, der ebenfalls im tunesischen Monastir entstand: Für die Dreharbeiten stand ein Großteil von Zeffirellis Kulissen sowie der Kostüme und Requisiten zur Verfügung. Weitere Römerkostüme und Requisiten für Life of Brian stammten aus dem Fundus des Kostümverleihs Tirelli und der Cinecittà in Rom.Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 13. Als fungierten Charles Knode und Hathel Pethig, die bereits bei Monty Python’s Flying Circus in dieser Funktion tätig war. Maggie Weston, die Frau von Terry Gilliam, war als Maskenbildnerin Teil des Produktionsteams.

Die unter der Leitung Gilliams neu erstellten Bauten reduzierten sich im wesentlichen auf ein Hypokaustum, durch das die Widerstandskämpfer in Pilatus Palast einbrechen sollten, einigen Statuen, die wie die Steine für den Steinigungs-Sketch aus Styropor gemeißelt wurden, und einigen Zubauten, etwa bei der Ruine eines Amphitheaters, die als benutzt wurde.Vgl. Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 5, 7, 11. Besonders stolz schien Gilliam auf die Gestaltung von Pilatus’ Audienzsaal: „[8] sie zeigten, wie die römische Ordnung das jüdische Chaos zu besiegen versuchte.“Terry Gilliam in Autobiografie der Monty Pythons, S. 287. Zu Gilliams Verbitterung konnte man die aufwendige und teure Kulisse im fertigen Film kaum sehen, was zu neuerlichen Verstimmungen zwischen ihm und Terry Jones führte.

Dreharbeiten

thumb|300px|Der in Monastir, Drehort für die Jerusalemer Stadtszenen.]Nach den Proben begannen am 16. September 1978 die fünfwöchigen Dreharbeiten in Tunesien.Vgl. Johnson, The first 200 years of Monty Python, S. 206 – 212. Entscheidungen während der Arbeit an einem Monty-Python-Film traf die Gruppe meist nach gemeinsamen Diskussionen. Pythons, die nicht vor der Kamera standen, gaben als Zuschauer hilfreiche Kritik. Dass die Schauspieler die Autoren ihrer Texte waren, half bei den Dreharbeiten. Eric Idle: „Man muss nichts lernen, weil man es andauernd gelesen hat.“Eric Idles Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 10.

Als erste Szene wurde der Steinigungs-Sketch disponiert, der an den Festungsmauern des Ribats in Monastir und damit an derselben Stelle gefilmt wurde, wo auch Zeffirelli die Steinigungsszene für Jesus of Nazareth inszenierte. John Cleese erinnerte sich später gern an die schon zu Beginn effiziente Arbeitsatmosphäre: „Besucher des Sets hätten glauben können, wir wären in der fünften Drehwoche.“„If anybody had walked on the set, they could have thought it was the fifth week.“ Zitiert in Johnson, The first 200 years of Monty Python, S. 207. Die intensive Vorbereitung von Terry Jones rang den kritischen Pythons Respekt ab, auch wenn Jones, der wie alle mehrere Rollen spielte, mitunter in Frauenkleidern oder splitternackt Regieanweisungen geben musste. Michael Palin rückblickend: „Man nimmt [9] dann nicht sehr ernst.“Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 20.

Kameratechnisch verliefen die Arbeiten möglichst unkompliziert. Laut Terry Jones wurden 50 bis 60 Prozent des Films mit einer 35-mm-Handkamera gefilmt, „weil ich eine Abneigung dagegen hatte, ein Stativ aufzubauen. Ich sagte lieber: ‚Klemm dir das Ding doch auf die Schulter.’“Terry Jones in Autobiografie der Monty Pythons, S. 294.Als einzige schwer zu realisierende Einstellung entpuppte sich die Szene mit Michael Palin als Ex-Leprakrankem, der Brian ein Almosen entlocken möchte, obwohl Jesus seine Krankheit durch ein Wunder längst geheilt hat. Er verfolgt Brian von der Stadtmauer bis zu dessen Wohnung – ein Weg durch das Gewühl des Marktplatzes, den Kameramann John Stanier bei sengender Hitze mit einer schweren Kamera in der Hand im Rückwärtsgang filmen musste.Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 5. „Ich brachte mich selbst zum Lachen, das kann man manchmal sehen.“Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 13. Michael Palins unterdrücktes Lachen ist etwa bei 0:40:00 zu sehen.“Nach intensiver Arbeit am Drehbuch fanden während des Drehs kaum Dialogänderungen oder Improvisationen statt.Eine der Ausnahmen war jene Szene, in der sich die Revolutionäre vor den Legionären während der Hausdurchsuchung verstecken sollten.Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 10. Eric Idle und Terry Gilliam als sprachgestörte Gefängniswärter, die Michael Palin als geduldigen, liebenswerten Centurio bedrängen, nahmen sich in ihrer Szene ebenfalls Raum für ausgedehnte Improvisation. Insbesondere Terry Gilliam, sonst selten mit schauspielerischen Aufgaben betraut, genoss die Darstellung seiner grotesken Figur: „Das sollte den Leuten als Therapie gestattet sein.“Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 27.

Eine große Überraschung bereitete den Pythons das Auftauchen von Spike Milligan. Der altgediente Komiker (The Goon Show) stieg zufällig im selben Hotel ab, um erstmals nach Kriegsende die Schlachtfelder zu besuchen, auf denen er im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte. Die Pythons boten ihrem Vorbild, mit dem sie zum ersten Mal näher zu tun hatten, eine kleine Rolle im Film an. In der Szene, in der die Anhängerschaft Brians um die Bedeutung der verlorenen Sandale streitet, gab Milligan den zur Besonnenheit mahnenden Alten, an dem die besessene Gruppe achtlos vorbeizieht. Milligan selbst verließ zum Erstaunen der Pythons in der Mittagspause eigenmächtig den Drehort, um seinen Urlaub fortzusetzen, obwohl weitere Aufnahmen geplant waren.Auch George Harrison übernahm eine kleine Rolle, als er das Team besuchte und sich bislang gefilmtes Material ansah. „George spielte bei der Szene in der Küche mit. John stellt ihn als ‚den Mann, der uns am Sonntag mal kurz den Berg überlässt’ vor, und er sagt ‚hallo’, aber man hört nicht seine echte Stimme. Weil George nichts sagte, musste Mike [10] später das ‚hallo’ sprechen.“

Massenszenen

Bereits in der ersten Drehwoche fanden die Dreharbeiten für Pontius Pilatus’ Rede an die Bürger von Jerusalem statt: Rund 450 tunesische Statisten sollten sich ob Pilatus’ Sprachfehlers auf den Boden werfen vor Lachen. Terry Jones engagierte einen lokalen Komiker, aber kaum jemand lachte. Also machte Jones vor, was er von der Statistenmenge wollte, warf sich „auf den Boden, zappelte mit den Beinen in der Luft und fing an zu johlen, und der Assistent sagte: ‚Er will, dass ihr genau das tut!’ Die Menge rastete aus: Alle fielen zu Boden, streckten die Beine in die Luft und lachten und lachten, der Staub stieg auf, und es sah wunderbar aus, aber natürlich lief keine Kamera! Das war eine der verrücktesten Situationen meines Lebens.“

Die Szene unter Brians Fenster, die wenige Tage später gefilmt wurde, kam zwar mit weniger Statisten aus, war jedoch komplizierter: Die Masse musste unisonso einen Dialog mit Brian bzw. dessen Mutter führen. Eine Handvoll englischer Urlauber wurde als Statisten gewonnen und in den vorderen Reihen hinter den Schauspielern platziert. Die anderen der rund 200 Komparsen waren Tunesier, die kein Englisch sprachen.Vgl. Kim „Howard“ Johnsons Drehbericht auf www.pythonline.com(abgerufen am 9. Februar 2008).; in seinem früheren Buch The first 200 years of Monty Python schreibt Johnson von 750 Statisten (S. 208), was stark übertrieben scheint. Terry Jones rief die Sätze, die von der Menge im Chor gesprochen werden sollte. Er hatte vor, die Szene nachzusynchronisieren, aber „die Menschenmenge war perfekt. Sie wussten nicht, was sie riefen. Sie riefen einfach zurück, was sie von mir gehört hatten. Und das haben wir schließlich benutzt.“

Am Beginn dieser Sequenz öffnet Graham Chapman als Brian nichtsahnend sein Schlafzimmerfenster und steht splitternackt vor seiner fanatischen Anhängerschar. Eric Idle berichtete, die arabischen Frauen wären „geschockt und außer sich“ gewesen.Eric Idles Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 21.Terry Jones erläuterte später, dass Chapman separat gefilmt werden musste, weil sich hauptsächlich moslemische Frauen, denen es verboten ist, einen nackten Mann zu sehen, unter den Statisten befanden.Vgl. Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 21.

Im Oktober wurde mit der Bergpredigt schließlich die letzte Szene gedreht, die eine besonders große Anzahl an Statisten benötigte. Die Dreharbeiten fanden in Matmata nahe Gabès statt, jener Wüste, in der auch die Wüstensequenzen des ersten Star-Wars-Films entstanden. Terry Jones bemühte sich, in der weiten Wüstenlandschaft mit nur rund 200 Statisten die Illusion einer gewaltigen Zuhörerschaft zu erzeugen. Kenneth Colley stand als Jesus auf einem Hügel, die Kamera wurde auf einem weiteren Hügel aufgestellt. Terry Jones, bei der Kamera positioniert, erläuterte: „Wir hatten viele Statisten auf dem entfernten Berg mit Ken [11], und nur ein paar auf unserem Berg.“ Das Tal dazwischen blieb menschenleer, doch konnte von der Kamera nicht eingesehen werden. So entstand, laut Jones, der „Eindruck, als ob Statisten das Tal ausfüllen würden.“

Bei der Szene im Kolosseum, die in den letzten Drehtagen in entstand, wurde der Mangel an kostspieligen Statisten laut Terry Gilliam durch Kreativität wettgemacht: „Es sollte eine Nachmittagsvorstellung sein, die sich niemand anschaut. [12] Wir hatten immer kleine Budgets. Anstatt Dinge direkt anzugehen, muss man sich was überlegen. Und das ist letztendlich immer interessanter.“Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 7.

Kreuzigung

Eric Idle .Die dreitägigen Dreharbeiten zur Kreuzigungsszene verliefen erwartungsgemäß anstrengend. Knapp vor Drehbeginn hatte es stark geregnet, es war windig und kalt. Der erkrankte John Cleese konnte durchsetzen, als Gekreuzigter in eine dicke Decke eingewickelt zu werden.Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 30. Gilliam ließ für jeden Schauspieler ein eigenes Kreuz mit Fußhalterungen und Fahrradsitzen konstruieren: „Wir hatten also alles festgelegt, aber Terry [13] änderte seine Meinung und setzte alle auf die falschen Kreuze. Es war also wirklich schmerzhaft.“Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 30.Während Cleese angeblich noch Wochen später davon erzählte, wie sehr er gelitten hatte,Laut Michael Palin, zitiert in Autobiografie der Monty Pythons, S. 296. sah es Eric Idle idealistisch: „Ich denke, das gehört bei Comedy dazu – wenn es richtig wehtut, ist es lustig.“Eric Idle, zitiert zitiert in Autobiografie der Monty Pythons, S. 297.

Um die Frage, wie authentisch die Darstellung der Kreuzigung sein durfte, wurde im Team viel gestritten. „Es gab einige Leute in der Gruppe, die Angst hatten, dass es zu realistisch sein würde, und dass das vom Humor ablenken würde“, erzählte Terry Gilliam, der mit spritzendem Blut beim Festnageln der Hände kein Problem gehabt hätte. Laut Terry Jones führte die Unschlüssigkeit dazu, dass zwei Versionen gedreht wurden. Weil jene mit den Nägeln bei den Testvorführungen auf Entsetzen stieß, griff Jones beim Endschnitt auf die Einstellungen zurück, in denen die Hände nur festgebunden wurden.

Das Abschlusslied Always Look on the Bright Side of Life änderte Komponist und Interpret Eric Idle noch während der Drehzeit, nachdem er die erste, seriös gesungene Version am Drehort vorgespielt hatte: „Zwar mochte ihn jeder, und alle applaudierten, aber ich dachte: ‚Irgendetwas stimmt damit noch nicht.[14]’“ Idle war bald sicher, dass das Lied fröhlich und unbekümmert interpretiert werden müsste. Im mit Matratzen gedämmten Hotelzimmer nahm er den Gesang noch einmal auf. Diese in Tunesien gesungene Hauptstimme ist neben dem professionell eingespielten und arrangierten Orchester im Film zu hören.Vgl. Eric Idles Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 32.

Animationen und Spezialeffekte

thumb|150px|Terry Gilliam erzählte, Lucas hätte seine Raumschiffsequenz gelobt. (Foto von 2001)]Für die optischen Trickeffekte zeichnete Terry Gilliam verantwortlich. So ließ er für das aus der Entfernung aufgenommene Jerusalem eine etwa vier Meter hohe, bemalte Schablone anfertigen.Vgl. Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 9. Für das Jerusalemer Kolosseum hielt die Ruine eines Amphitheaters in Karthago her. Die fehlende Imposanz glich ein Matte Painting mit architektonisch eindrucksvollen Bögen aus – eine Filmtricktechnik, die auch bei einer Einstellung zum Einsatz kam, die Pilatus’ Palastmauern vollgeschmiert mit antirömischen Graffiti zeigt.Vgl. Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 7. Weil die antiken Mauern nicht beschmiert werden durften, baute Terry Gilliam für Aufnahmen, in denen kein Matte Painting eingesetzt werden konnte, eine eigene Mauerkulisse davor.

Gilliams Hauptfunktion bei Monty Python lag seit deren Gründung in der Herstellung humorvoller Animationen, die einzelne Sketche miteinander verbinden sollten. Bei Life of Brian gab es aufgrund der stringenten Handlung keinen Bedarf für diese surrealistischen Kurztrickfilme. Stattdessen animierte Gilliam, wie üblich mit ausgeschnittenen Figuren und unter eigener Regie, für Life of Brian einen aufwendigen Vorspann. „Man muss es mehrmals sehen, um alles mitzukriegen. Da steckt eine Geschichte drin. Diese kleine Figur sitzt im Himmel, in Gottes Land, und wird auf die Erde gestoßen und macht ein paar Abenteuer durch.“Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 2. Bei allem Stolz auf seine Animation sah Gilliam seine Zukunft längst im Realfilm. Mit der Entscheidung, eine von Gilliam inszenierte Science-Fiction-Sequenz in den Film einzubauen, kamen die Pythons nicht nur Gilliams Ambitionen entgegen: Der Humor der Pythons sollte sich stets durch Unberechenbarkeit auszeichnen.

In der vielbeachteten Sequenz fällt der flüchtende Brian von einem Turm, als ein zufällig vorbeirasendes Raumschiff ihn rettend auffängt. Die Aliens liefern sich, mit Brian an Bord, eine wilde Weltraumschlacht mit einem feindlichen Raumschiff, ehe ihr Raumschiff getroffen auf die Erde zurast und in Jerusalem aufprallt, wo Brian dem Wrack unverletzt entsteigt.Als die Trümmer gebaut werden mussten, war das Filmbudget erschöpft. Gilliam improvisierte mit nicht mehr benötigten Kulissenteilen und Fundstücken aus dem Schrottplatz.Terry Gilliam in Autobiografie der Monty Pythons, S. 293.Die Einstellungen mit Brian im Raumschiff entstanden in London, zwei Monate nach Ende der Dreharbeiten in Tunesien. „Das Ganze wurde in einem Raum von sechseinhalb mal achteinhalb Meter gedreht. Dort bauten wir das Innere des Raumschiffs auf, schüttelten es durch und kreierten diese verrückten Geschöpfe.“ Nicht nur wegen des engen Raums brachten die Arbeiten für Graham Chapman einigen Stress. Er lebte zu diesem Zeitpunkt in Los Angeles und durfte aus steuerlichen Gründen nicht länger als 24 Stunden in England sein. Etwa acht davon verbrachte er in der Box, ehe er erschöpft zurückflog.Graham Chapman in Autobiografie der Monty Pythons, S. 291. Siehe auch Johnson, The first 200 years of Monty Python, S. 211.Der anschließenden Arbeit an der Weltraumschlacht näherte sich Gilliam betont spielerisch. Weil er keine Spezialeffekt-Experten hatte, um etwa die Raumschiffexplosion bei Aufprall auf einen Asteroiden zu realisieren, „gingen wir in ein Scherzartikelgeschäft und kauften alle explodierenden Zigarren, die sie hatten, kratzten das Pulver raus und bastelten eine kleine Bombe.“ Für die Soundeffekte nahm er ein Motorrad beim Gasgeben auf. „Wir haben bei diesen Filmen gelernt, wie man diese Dinge macht“, erzählte Terry Gilliam, der sich nach eigenen Angaben wie ein gut bezahlter Filmstudent fühlte.Terry Gilliams Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 9.

Nachbearbeitung

Am Ende der erfreulichen Dreharbeiten stand ein mit über zwei Stunden Spielzeit deutlich zu langer Film. Die geplante Einstiegsszene mit von Schafen schwärmenden Hirten fiel der Schere genauso zum Opfer wie die Frau von Pontius Pilatus, die den Revolutionären eine wilde Verfolgungsjagd liefert.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 69.

Auch eine der umstrittensten Szenen wurde entfernt: Eric Idle schrieb und spielte Otto, Anführer des Suizidkommandos der Judäischen Volksfront, der in Brian den „Führer“ sucht, der Israel vom „Abschaum nichtjüdischer Menschen befreit“, um einen tausendjährigen Judenstaat zu gründen.Zitiert nach Monty Python, Das Leben Brians, Tachenbuchausgabe des Heyne Verlags, S. 92. Schließlich schlug Eric Idle selbst vor, die Szene rauszuschneiden: Die Figur wurde seiner Ansicht zu spät eingeführt und störe die Balance des Films. Regisseur Terry Jones und John Cleese pflichteten ihm bei, nur Terry Gilliam unterstellte Idle Angst vor den jüdischen Produzenten Hollywoods: „Ich meinte: ‚Wir haben den Christen vor den Kopf gestoßen, jetzt sind die Juden dran.’“Terry Gilliam in Autobiografie der Monty Pythons, S. 298.Robert Hewison wies in seinem Buch Monty Python: The Case Against ebenfalls darauf hin, dass mit dem „Juden-Nazi Otto“ Probleme mit der jüdischen Lobby in den USA vorprogrammiert gewesen seien, was zu Problemen im Verleih hätte führen können.

Ottos letzter Auftritt ließ sich nicht eliminieren: Als Brians Mutter und Judith den gekreuzigten Brian aufsuchen, sind die Leichen des „fliegenden Suizidkommandos“ am Boden und beim Schlusslied mit wippenden Füßen zu sehen. Mit dem vollendeten Film zeigten sich die Pythons dennoch außergewöhnlich zufrieden. Michael Palin fasste zusammen: „Wir hatten tatsächlich das Gefühl, mit Das Leben des Brian eine Sprosse nach oben geklettert zu sein.“Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S. 306.

Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1980 in den Ateliers der Berliner Synchron. Für Dialogbuch und Synchronregie zeichnete Arne Elsholtz verantwortlich.Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 264 / in der Deutschen Synchronkartei (abgerufen am 02.12.2007). Elsholtz sah bei der Besetzung der einzelnen Stimmen davon ab, den zumeist in mehreren Rollen agierenden Darstellern jeweils nur einen deutschen Sprecher zuzuordnen. Diese Entscheidung führte dazu, dass etwa John Cleese in seinen verschiedenen Rollen von insgesamt drei Sprechern synchronisiert wurde. Einige Pythons spielten in der Steinigungsszene Frauen, die sich als Männer verkleiden. In der deutschen Fassung werden auch die männlichen Frauen-Darsteller von Frauen gesprochen. Pontius Pilatus, der im englischen Original das „r“ nicht artikulieren kann, kämpft in der deutschen Fassung mit dem „weichen b“ und dem „sch“-Laut.

Rezeption

Widerstand vor der Veröffentlichung

Während der Dreharbeiten sorgte ein weitreichendes Urteil in Großbritannien für Aufsehen und in der Folge für Sorge bei allen Beteiligten des Projekts: Die religiöse Organisation Nationwide Festival of Light konnte vor den Gerichten des Landes die erste Verurteilung wegen Blasphemie seit 55 Jahren erreichen.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 61. Nicht nur wurde der Herausgeber der Homosexuellen-Zeitschrift Gay News zu vorerst neun Monaten Haft wegen Veröffentlichung eines gotteslästerlichen Gedichts verurteilt (das Urteil wurde später in eine Geldstrafe umgewandelt): Die obersten juristischen Instanzen bestätigten die Rechtsauffassung, wonach kein Wille zur Blasphemie vorliegen muss, um wegen religions- und gotteslästerlicher Taten verurteilt werden zu können.

Die Arbeit am Film war noch nicht abgeschlossen, als Nationwide Festival of Light in Besitz mehrerer Drehbuchseiten gelangte. Unter Federführung der Vorsitzenden Mary Withehouse wurde gegen Life of Brian mobilisiert.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 67. Ein Brief an den Vorsitzenden der britischen Zensurbehörde British Board of Film Censors (BBFC) warnte: „Sie wissen selbst um die Folgen heimtückischer Schmähungen Gottes, Christi und der Bibel.“Brief vom 19.2.79 an James Ferman, zititiert in der Dokumentation Die Geschichte des Brian, Kapitel 3.Ein Gutachten des Anwalts John Mortimer, mit dem die Pythons den Film schließlich zur Prüfung beim BBFC eingereichten, schätzte die Möglichkeit einer Klage als gering ein. Dabei führte Mortimer neben dem prinzipiell unbedenklichen Drehbuch besonders die Popularität der Komikertruppe ins Feld. Die Passage, wonach die Szenen des Ex-Leprakranken und die Frage nach Mandys Jungfräulichkeit religiöse Gefühle verletzen könnten, redigierte er auf Wunsch der Pythons in seiner dem BBFC übermittelten Einschätzung.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 68.

Eine weit größere Angriffsfläche als der fertige Film bot das Buch zum Film, das neben dem Drehbuch einige entfallene Szenen enthielt und pünktlich zur Premiere verkauft werden sollte. Verleger in Großbritannien, den USA und Kanada haderten lange mit der Entscheidung, ob und wie das Buch veröffentlicht werden kann. Gutachter führten vor allem die Szene mit dem Ex-Leprakranken, der sich über Jesus als „verdammten Wohltäter“ beschwert, und eine Szene im Anhang des Buches als problematisch ins Feld: Darin muss eine Frau ihrem Freund erklären, mit jemandem geschlafen zu haben, der sich als „Heiliger Geist“ ausgab. Nach Rücksprachen weigerten sich die Pythons regelmäßig, Änderungen vorzunehmen. Als der Film in den USA und Kanada, später auch von dem BBFC ohne weitere Bedenken wegen Blasphemie freigegeben wurde, entschieden sich die Verleger angesichts der bevorstehenden Premieren für die Publikation von Monty Python’s Life of Brian (of Nazareth)/Montypythonscrapbook. Die beauftragte englische Druckerei weigerte sich jedoch, den kontroversen zweiten Teil zu drucken, weshalb die englische erste Auflage von zwei Druckereien hergestellt werden musste.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 72–76.

Premieren

Religiöse Kontroverse

USA
Die Uraufführung des schon vor dessen Veröffentlichung wegen Religionsbeleidigung umstrittenen Filmes fand am 17. August 1979 im New Yorker Cinema One statt.Vgl. Tatum: Jesus at the movies, S. 151 – 162. Freigegeben wurde der Film für alle ab 17 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen („Restricted“). Der Grund, die Premiere in den USA abzuhalten, fand sich nicht zuletzt in der verfassungsrechtlich verankerten Meinungsfreiheit.

Umgehend nach der Veröffentlichung kamen teils wütende Reaktionen von jüdischen, katholischen und protestantischen Vereinigungen. Rabbi Benjamin Hecht, Präsident der Rabbinical Alliance of America, geißelte den Film zwei Tage nach der Premiere als „so tief beleidigend“, dass weitere Aufführungen „zu Gewalt führen könnten“.„This film is so grievously insulting that we are genuinely concerned that its contiued showing could result in violence.“ Zititert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 78. Dass die ersten scharfen Worte von jüdischer Seite kamen, überraschte die Pythons, die im fertigen Film Angriffe auf das Judentum ausklammerten. Laut Terry Jones kristallisierte sich die Verwendung eines jüdischen Gebetsschals, den John Cleese in der Steinigungsszene als Hoherpriester trägt, als Hauptgrund für die Aufregung von jüdischer Seite heraus.Vgl. Autobiografie der Monty Pythons, S. 300. Die scharfen Äußerungen Rabbi Hechts und anderer wiesen andere jüdische Glaubensvertreter als „Gefahr für die Gedankenfreiheit“ zurück.„Any attempt by any central group to impose a boycott is very dangerous for the freedom of ideas.“ Rabbi Wolfe Kelman, zititiert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 79.Bald artikulierten auch christliche Vertreter ihre Abneigung gegen den Film: In einem landesweit ausgestrahlten Radiokommentar bezeichnete der Protestant Robert E. A. Lee Life of Brian als „einen abscheulichen und widerlichen Angriff auf religiöse Gefühle“.[15] a disgraceful and distasteful assault on religious sensitivity.” Robert E. A. Lee, zitiert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 78. Die römisch-katholische Erzdiözese von New York hielt die Komödie wegen Verspottung der Person Christi für einen „Akt der Blasphemie“.[16] holds the person of Christ up for comic ridicule and is, for Christians, an act of blasphemy.“ Zitiert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 78. Pater Jadoff: „Dies ist der blasphemischste Film, den ich je gesehen habe [17].““This is the most blasphemous film I have ever seen and it pretends to be nothing else.” Zitiert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 78.Pater Sullivan vom Roman Catholic Office for Film and Broadcasting hätte ein Jugendverbot erwartet und rief es als Sünde aus, den Film anzusehen.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 78.

Versuche des gegründeten Komitees Citizens Against Blasphemy („Bürger gegen Blasphemie“), eine Strafverfolgung einzuleiten, blieben erfolglos. Dafür trafen sich am 16. September Juden, Katholiken und Protestanten verschiedener Organisationen vor dem Firmensitz des Filmverleihers Warner zu einen Protestmarsch zum Premierenkino Cinema One.Vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 79. Auf Plakaten stand zu lesen, Life of Brian wäre „ein bösartiger Angriff auf das Christentum“.“’The Life of Brian’ … a vicious attack by Warner Bros. upon Christianity!” S. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 79 bzw. Johnson, The first 200 years of Monty Python, S. 212. In einer Rede prangerte Reverend Roger Fulton unter anderem die „amoralischen Aspekte des Filmes“ an: „Die Mutter des Messias (Brian) wird von einem Mann in Frauenkleidern dargestellt [18]. Immer wieder drückt ein Mann seine Sehnsucht aus, eine Frau werden zu wollen.“„The mother of Messiah (Brian) is a man in woman’s clothing, in direct violation of the Holy Scriptures. [19] Several times male desires to change into a female are expressed.“ Vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 80.

Neben verletzten christlichen Gefühlen standen bedrohte konservative Werte im Zentrum der Debatte, die auch in den Medien des Landes geführt wurde. Nachdem Richard Schickel im Time Magazine in seiner wohlwollenden Filmkritik sinngemäß feststellte, dass diese aggressive Satire dazu nütze, eigene Überzeugungen und Werte in Frage zu stellen,Vgl. Richard Schickels Filmkritik auf www.time.com (abgerufen am 18.2.08). antwortete der rechtskonservative Kolumnist William F. Buckley in der New York Post mit den polemischen Fragen: „Meint Herr Schickel, wir bräuchten gelegentlich einen Holocaust? Oder, falls wir gerade auf einen Holocaust verzichten müssten, die Leute von Monty Python wenigstens eine Komödie über Auschwitz machen sollten? [20]„Is Mr Schickel saying that we should have an occasional Holocaust? Or is he saying that if we go for a stretch of time without a holocaust, at least we ought to engage the Monty Python players to do a comedy based on Auschwitz? With the characters marching into the gas chamber dancing, say, the mamba? Led by Anne Frank?“ Zitiert in Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 81.Die teilweise erbittert geführte Debatte löste sich auch insofern vom Filminhalt selbst, als die meisten Kritiker und Aktivisten Life of Brian nicht gesehen hatten und auf die skandalisierenden Schilderungen anderer vertrauten. Laut Hewison kam sogar das Gerücht in Umlauf, während der Dreharbeiten wäre ein Kind verstümmelt worden.Vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 81. In seinem Kommentar zum Film auf der Ulimate Edition-DVD legte Terry Jones wert auf die Feststellung, dass kein Baby in der Krippe lag, als Mandy es schlägt (Kapitel 1 der DVD).

Als der Film im September und Oktober landesweit in die Kinos kam, nahmen einige Kinobetreiber speziell in traditionell konservativen Städten die Komödie aus Rücksicht vor religiösen Empfindsamkeiten nicht ins Programm.Den Anfang machte ein Kinobetreiber in Brooklyn, vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 81, 83.Für große Aufregung sorgte Life of Brian insbesondere in den Staaten des sogenannten „Bible Belts“ im Südosten der USA. In Columbia, South Carolina, setzte sich der republikanische Senator Strom Thurmond dafür ein, dass der Film aus den lokalen Kinos verschwand. Der Absetzung folgten wütende Proteste mit Plakaten wie „Lasst Brian wiederauferstehen, kreuzigt die Zensoren“.„Resurrect Brian, Crucify Censors“, vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 82.Auch in den meisten Städten Louisianas, Arkansas und Mississippis wurden Vorführungen abgesagt bzw. abgesetzt, nachdem Staatsanwälte Klagen gegen Kinobetreiber angedroht hatten bzw. der Druck religiöser Proteste zu groß wurde.Vgl. Hewison, Monty Pyhton: The Case Against, S. 82.

Doch von den lautstarken religiösen Eiferern abgesehen nahmen viele kirchliche Vereinigungen eine betont liberale Haltung ein. Ob Proteste stattfanden und wie die Kinobetreiber darauf reagierten, war meist von lokalen Faktoren abhängig. Der überwiegende Teil der Kinos des Landes konnte den Film problemlos zeigen und sich dank medienwirksamer Proteste über hohe Einnahmen freuen. Das Premierenkino Cinema One etwa verzeichnete Rekordeinnahmen.

Großbritannien
thumb|350px|Die Argumente christlicher Demonstranten gegen den Film. Mit Flugblättern dieses Inhalts wurden Zuschauer in Großbritannien vor Life of Brian gewarnt.Ende August 1979, als der Film in den USA bereits angelaufen war, fällte die BBFC ihre Entscheidung, Life of Brian ohne weitere Beanstandungen ab 14 Jahren freizugegeben (Zertifikat ‚AA'). Deren Empfehlungen müssen von den einzelnen englischen Gemeinden jedoch nicht übernommen werden.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 75. Bezüglich der empfohlenen Altersfreigabe, die von jedem Gemeinderat letztlich selbst bestimmt werden darf, entschied sich der Filmverleih CIC für eine strenge Regelung: In Gemeinden, die den Film mit einem Jugendverbot belegten, würde der Film nicht zur Aufführung gebracht.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 86.

Indessen formte das Festival of Light seine eigene Strategie, die Vorführungen zu verhindern oder zumindest stark einzuschränken. Damit der „kranke“ Film, der ständig zwischen „Sadismus und völliger Blödheit“ schwanke,“Its theme is sick, its story veering unsteadily between sadism and sheer silliness.” Raymond Johnston, Direktor des Festival of Ligth, im Church of England Newspaper vom 23. November 1979, zitiert in Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 84. nicht wie in den USA Auftrieb durch öffentliche Proteste erhielt, sollte diskret vorgegangen und örtliche Gremien von einem Filmverbot überzeugt werden. Doch eine Klage wegen Blasphemie stand vorerst nicht mehr im Raum: Die Erfolgsaussichten vor Gericht schienen zu gering.

Die Presse hatte dennoch genug zu berichten: Zur Premiere am 8. November 1979 im Plaza Cinema in London versammelten sich Demonstranten vor dem Kino und sangen Kirchenlieder. Am 9. November rief der Erzbischof von York, Stuart Blanch, alle Christen und besorgten Bürger dazu auf, die zuständigen Gremien vor Ort vor dem Film zu warnen, „so wie in anderen Fällen, wo es schien, dass ein Film den Wert des Menschen missachtet [21]“.[22] as in other cases where it seems that a film has been made which devalues humanity [23].” Zitiert in Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 86. Wie viele andere religiöse Kritiker hatte auch er den Film nicht gesehen.

Als Höhepunkt der öffentlichen Debatte um den Film gilt die abendliche Fernsehsendung Friday Night Saturday Morning vom 9. November. Vor Studiopublikum diskutierten John Cleese und Michael Palin mit dem Bischof von Southwark, Mervyn Stockwood, und Malcolm Muggeridge, bekannter Autor und wiedergeborener Christ. Muggeridge bezeichnete es als „billig und abgeschmackt“, wie der Film die „Inkarnation Gottes“ (Jesus) verspotte; Stockwood bezeichnete jede Behauptung, dass mit Brian nicht Jesus gemeint sei, von vornherein betont flapsig als „Quatsch“.Ausschnitte der Debatte finden sich z. B. in der Dokumentation Die Geschichte des Brian, Kapitel 3–4. Besonders empörte sich Muggeridge über die „abstoßende“ Abschlussszene, in der „eine Menge Gekreuzigte [24] eine Revuenummer singen“. Palin zeigte sich von den scharfen Attacken sichtlich getroffen und irritiert. Er beharrte auf der Feststellung, dass die Komödie nicht indoktrinieren, nur unterhalten wolle: „Viele verlassen das Kino fröhlich und lachen darüber. Ohne dass ihr Glaube erschüttert wurde.“ Bischof Stockwood spielte dennoch in seinem Schlusswort auf den Judaslohn an: „Sie bekommen Ihre 30 Silberlinge, da bin ich sicher.“

Erst Anfang 1980 kam Life of Brian landesweit in die Kinos. Der Verleihfirma CIC hoffte im Vorfeld darauf, dass bis dahin der Vorwurf der Blasphemie genügend entkräftet sein würde. Außerdem sollte eine Kollision mit den weihnachtlichen Feiertagen vermieden werden.Doch wie in den USA erhielt die Kontroverse mit dem landesweiten Vertrieb neuen Aufschwung. Bischöfe mehrerer englischer Städte protestierten, und das Festival of Light stellte der Church of England Brian-feindliches Material zur Verfügung, das verteilt wurde.

Mehrere englische Gemeinden sprachen ein Aufführungs- oder Jugendverbot aus – auch ohne den Film gesehen zu haben, wie etwa in West Yorkshire oder East Devon, wo ein Stadtrat sich rechtfertigte: „Man muss keinen Schweinestall sehen um zu wissen, dass er stinkt.“„You don’t have to see a pigsty to know that it stinks.“ Zitiert in Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 89. Den Verboten folgten Proteste gegen Zensur und für Meinungsfreiheit. Letztlich sprachen sich von über 370 Gemeinden zehn für ein Verbot und 27 für ein X-Rating aus, womit der Film aufgrund der strengen Vorgaben des Verleihs ebenfalls nicht gezeigt werden konnte. Der Verbreitung der Komödie schadete dies nur bedingt: Genügend Nachbargemeinden ließen die Komödie zu, meist sogar ohne sie vorab geprüft zu haben.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 90.Wie in den USA beflügelte die Kontroverse den Erfolg von Life of Brian an den Kinokassen.Robert Hewison nennt den Betrag von 4 Millionen GPB, s. Monty Python: The Case Against, S. 91.

Andere Staaten
In warfen die kommenden Konflikte im Juni 1979 ihre ersten Schatten voraus, als eine Radiosendung über die Dreharbeiten zu Life of Brian vor der Ausstrahlung verboten wurde.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 71. Der Film selbst passierte die Zensurbehörde ohne weitere Bedenken wegen Blasphemie. Allerdings musste erstmals auf dem Werbematerial zum Film neben der Altersfreigabe („Restricted“ – ab 17 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen) die zusätzliche Warnung zu lesen sein, dass der Film religiöse Gefühle verletzen könne.„Warning – contents of this film may be offensive to those who have religious beliefs.“ Zitiert in Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 72. Ob vereinzelt Kinobetreiber wegen Protesten seitens religiöser Vereinigungen davon Abstand nahmen, den Film zu buchen, kann nicht festgestellt werden. Die in Sault Sainte Marie eingebrachte Klage eines Geistlichen gegen das lokale Kino stoppte der Staatsanwalt vor der ersten Anhörung.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 83.

In Australien beschäftigte Life of Brian das Parlament, nachdem ein römisch-katholischer Priester in Queensland die Zensoren zu einem Verbot des Films drängen wollte, diese sich aber weigerten. Der Kulturminister bestätigte die Rechtsauffassung der Zensurbehörde, meinte jedoch, der „schmuddelige und geschmacklose“ (“grubby and tasteless“) Film sollte nach Möglichkeit keine große Verbreitung finden. Nicht zuletzt dank der Aufregung stieß Brian zu den zehn erfolgreichsten Kinofilmen des Landes vor.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 92.In Irland blieben laut Hewison Versuche, Brian durch die strenge Zensurbehörde zu bekommen, von vornherein aus. Stattdessen konnte der offizielle Soundtrack, eine von den Pythons bearbeitete Hörspielfassung des Films, aufgrund einer Gesetzeslücke problemlos eingeführt werden. Als ein beliebter Fernsehprediger auf die Schallplatte aufmerksam machte, indem er sagte, „wer diese Platte [25] lustig findet, muss gestört sein“,„Anybody who buys the record and finds it funny must have something wrong with their mentality.“ Pater Brian D’Arcy, zititiert im Irish Independet vom 15.01. 1980, wiedergegeben in Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 91. sah sich der Vertrieb nach Zeitungsberichten, Protestschreiben und Drohanrufen gezwungen, die Einfuhr einzustellen.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 91.

In Italien kam der Film aus unbekannten Gründen nicht in die Kinos. Ob dies aus der katholischen Tradition des Landes zu erklären ist, konnte etwa Hewison in seiner genauen Chronologie der Kontroverse in Monty Python: The Case Against nur vermuten.In Spanien, Frankreich und Belgien, ebenfalls stark katholisch geprägt, gab es keine wesentlichen Widerstände gegen die Aufführung. Auch in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Griechenland, Dänemark, Schweden und Israel wurde der Film ohne Probleme zugelassen.

Die Zensurbehörde in Norwegen sorgte für ein Novum, als sie mit Life of Brian erstmals in der Geschichte des Landes eine Komödie verbot. Daraufhin warben Kinos im benachbarten Schweden: „Der Film ist so witzig, dass er in Norwegen verboten wurde.“ Tatsächlich begründeten die norwegischen Zensoren ihre Entscheidung damit, dass die Massenkreuzigung am Ende, aber auch die Bergpredigt am Beginn des Films religiöse Gefühle verletzen könnten. Das überraschende Verbot sorgte für mediale Aufregung, und die Filmzensoren selbst bemühten sich, zusammen mit dem norwegischen Filmverleih einen Kompromiss zu finden. Dem Vorschlag, während der Kreuzigungsszene das Bild auszublenden und nur die Tonspur laufen zu lassen, stimmten die Pythons nicht zu. Ein halbes Jahr später durfte der unveränderte Film schließlich, wie üblich, in Originalfassung mit norwegischen Untertitel gezeigt werden – mit der einzigen Beschränkung, strittige Passagen nicht zu übersetzen.Vgl. Hewison, Monty Python: The Case Against, S. 92f.

Säkulare Kritik

Auch Filmbesprechungen in der säkularen Presse widmeten sich zu einem guten Teil der religiösen Kontroverse, für die viele Filmkritiker Verständnis zeigten. Richard Schickel meinte, Life of Brian wäre alles andere als eine „handzahme Parodie“ und spricht von einem „Angriff der Pythons auf die Religion“.[26] this is no gentle spoof, no good-natured satire of cherished beliefs. The Pythons’ assault on religion is as intense as their at tack on romantic chivalry in Monty Python and the Holy Grail (1975).” Richard Schickel im Time Magazine vom 17. September 1979, s. www.time.com (abgerufen am 18.02.2008). Gegensätzliche Ansichten äußerte etwa Roger Ebert, der sich Stanley Kauffmann vom New Republic anschloss, wonach Christus den Film wohl sehr genossen hätte: „Life of Brian ist auf so vergnügliche Art harmlos, dass es fast schon blasphemisch ist, ihn ernst zu nehmen.“Life of Brian is so cheerfully inoffensive that, well, it’s almost blasphemous to take it seriously.“ Roger Ebert auf www.rogerebert.com (abgerufen am 20.02.2008).

Zwar stimmten viele Filmkritiker darin überein, dass sich Life of Brian nicht über Jesus, aber über Bibelfilme lustig mache.Vgl. z. B. Roger Ebert auf www.rogerebert.com (abgerufen am 20.02.2008) und Vincet Canby auf www.movies.nytimes.com (abgerufen am 20.02.2008).Doch in der Einschätzung der komödiantischen Qualität gingen die Meinungen der Filmkritiker stark auseinander. So schienen Amerikaner nicht nur Probleme mit den britischen Akzenten zu haben, wie sie etwa das Branchenblatt Variety monierte. Der amerikanische Kritiker Roger Ebert meinte zudem: „Der eigenartige, britische Humor der Truppe ist für Amerikaner manchmal schwer zugänglich.“[27] the troupe’s peculiarly British brand of humor is sometimes impenetrable to Americans.” Roger Ebert auf www.rogerebert.com (abgerufen am 20.02.2008).Dessen ungeachtet genossen etwa Richard Schickel (Time) und Vincent Canby (New York Times) die Komödie: „Der Film ist wie ein Luftkissenfahrzeug, vollgetankt mit komischer Energie“, das über manch schwache Stelle ungeachtet hinwegfege.„The film is like a Hovercraft fueled by comic energy. When it comes to a dry patch, it flies blithely over with no reduction in speed.“ Vincent Canby auf www.movies.nytimes.com (abgerufen am 20.02.2008). Richard Schickel schreibt sinnverwandt: “[28] the audience is always confident, even when things are running a bit thin, that good stuff will be along shortly.” S.