Das Wunder von Berlin
Meine Bewertung
Filminfo
Darsteller
- Michael Gwisdek als Opa Walter
- Veronica Ferres
als Hanna Kaiser
- Bobby (2001)
- Die Manns – Ein Jahrhundertroman
- Die Manns – Ein Jahrhundertroman
- Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend
- Findelkind
- Heimat-Fragmente – Die Frauen
- Hera Linds Das Superweib
- Klimt
- Late Show
- Les Misérables – Gefangene des Schicksals
- Mein alter Freund Fritz
- Neger, Neger, Schornsteinfeger!
- Schtonk!
- Voll normaaal
- Heino Ferch
als Jürgen Kaiser
- Benutzer:Ignazwrobel/Auf ewig und einen Tag
- Benutzer:Ignazwrobel/Die Luftbrücke
- Comedian Harmonists
- Das Leben ist eine Baustelle
- Das Wunder von Lengede (2003)
- Der geheimnisvolle Schatz von Troja
- Der Tunnel
- Der Unhold
- Der Untergang
- Die drei Musketiere (2005)
- Die drei Musketiere (2005)
- Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei
- Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei
- Die Mauer – Berlin ’61
- Extreme Ops
- Lola rennt
- Marlene
- Meine schöne Bescherung
- Napoleon (2002)
- Straight Shooter
- Vom Suchen und Finden der Liebe
- Karoline Herfurth als Anja
- Kostja Ullmann als Marco Kaiser
- André Hennicke als Major Wolf
- Gesine Cukrowski als Marion Niemann
Regie
- Roland Suso Richter
Drehbuch
- Thomas Kirchner
Kamera
- Holly Fink
Produzent
- Dr. Jürgen Schuster
Musik
- Hansjörg Kohli
Erscheinungsjahr
2008Produktionsland
DeutschlandOriginalsprache
DeutschLänge
105 MinutenHandlung
Sommer 1988, Berlin Ost, Deutsche Demokratische Republik. Marco Kaiser ist gerade 18 Jahre alt und Punk. Er lebt im Haus seiner Eltern. Sein Vater Jürgen ist Oberstleutnant im Ministerium für Staatssicherheit, Hanna, seine Mutter, war früher Krankenschwester und ist heute in einem Buchladen tätig. Im Haus wohnt auch der Großvater Walter, Jürgens Vater. Als Marco mit der Krankenschwesternschülerin Anja ein verbotenes Punkkonzert besucht, werden die beiden festgenommen und verhört.Oberstleutnant Jürgen Kaiser erfährt, dass Marco festgesetzt ist. Noch in der Verhörzelle nimmt er seinem Sohn das Versprechen ab, zur Nationalen Volksarmee zu gehen. Damit kann er eine drohende Inhaftierung Marcos in der Justizvollzugsanstalt Bautzen abwenden.
Unter der Bedingung, dass Marco keinen Grenzschutzdienst übernehmen muss und Anja ebenfalls freigesetzt wird, geht der Sohn darauf ein. Marco wird Rekrut.
Anja führt er in sein Elternhaus ein. Hanna, die Mutter, schließt das Mädchen sofort ins Herz und auch Großvater Walter ist Anja schnell zugetan. Jürgen bleibt misstrauisch.
Im Ministerium erfährt Oberstleutnant Jürgen Kaiser von seiner Geliebten, Oberleutnant Marion Niemann aus der HV I, dass Anja eine Akte hat, die sie mit OV-Tango, dem operativen Vorgang Tango, in Verbindung bringt. Anja glaubt, Waise zu sein, sie wuchs in einem Waisenhaus auf. Ihre Eltern, so denkt sie, kamen beide bei einem Verkehrsunfall ums Leben. In Wahrheit ist Anja die Tochter von Major Wolf, der als Militärberater nach Chile entsandt worden war, dort in Gefangenschaft geriet und – wie der Akte zu entnehmen ist – wahrscheinlich umgedreht worden war. Deshalb wurde ihm seine Tochter entzogen. Zurückgekehrt nach Ostdeutschland konnte sich Major Wolf jedoch bewähren. Zufällig wird er Marcos Vorgesetzter.
Jürgen Kaiser glaubt, Anja sei auf ihn und seine Familie angesetzt und wirft das Mädchen hinaus. Alle West-Literatur, die Großvater von seinen Besuchen im Westen mitgebracht hat, verbrennt er im Keller.
Hanna kommt im Buchladen mit den progressiven Kräften des Landes in Kontakt, z.B. dem Professor und seiner Lebensgefährtin Juliana und beginnt, sich beim Neuen Forum zu engagieren.
Jürgen, überzeugter Anhänger des real existierenden Sozialismus und SED-Mitglied, hasst seinen Vater, der innerlich noch ganz in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der erlittenen Gefangenschaft in Sibirien lebt, für dessen ewiggestrige Haltung.
Die politische Situation kommt ins Rollen, die reformatorischen Kräfte gewinnen Momentum. Friedensgottesdienste, das Neue Forum, der Leipziger Aufruf, die Montagsdemonstrationen. Jürgen werden im Ministerium Fotos vorgelegt, die Hanna, Anja und Walter auf einer Friedensdemo zeigen. Für Jürgen beginnt mit der politischen Veränderung seiner Familie auch seine private Welt zusammenzubrechen. Er hält die Vorgänge für . „Warum lässt Du mich jetzt im Stich?“ schreit er seine Frau an. „Was glaubst Du, was die Genossen mit mir machen, wenn sie erfahren, dass meine Frau das Neue Forum unterstützt?“
Marco bewährt sich bei der NVA, Major Wolf fördert ihn. Marco, ehemals Mitglied der Sportelite des Landes - er war im Nationalen Schwimmkader – erhält die Chance, auch bei der NVA in die Führungselite aufzusteigen. Dienst am antiimperialistischen Grenzwall, der „Mauer“ ist für ihn jetzt Vaterlandspflicht. Er glaubt, damit sein Land zu schützen.
Das Fernsehen flimmert in die Wohnzimmer. Reportagen zeigen die Fluchtwelle über Ungarn-Österreich. Hanna und Juliana kopieren den Leipziger Aufruf auf der Kopiermaschine des Bücherladens. Jürgen versucht, das zu verhindern. Die erkaltete Liebe zwischen Jürgen und Hanna wird zum offenen Streit. Die Ehe bricht auseinander. Hanna zieht aus. Auch der Großvater kann nicht bleiben. Nach einem Herzanfall kommt er ins Altersheim.
Das Fernsehen zeigt die Pressekonferenz auf der Günter Schabowski die Öffnung der Mauer und die Ausreisefreiheit verkündet:
„Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne dass dabei noch die Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. [1] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen“
Fernsehbilder von der Berliner Mauer und den Grenzübergängen übermitteln die überschäumende Euphorie der DDR-Bürger, Menschenmassen drängen zum Schlagbaum.
Marco, inzwischen Zugführer, hat bis zur letzten Sekunde keine anderen Befehle, als die Grenze zu verteidigen. Eine gefährliche Situation. Aber dann ist er es, der als erster NVA-Soldat den Schlagbaum hebt.
Marco und Anja werden in den Westen gehen. Als Major Wolf, überzeugter Kommunist, die Bilder der Grenzöffnung sieht, will er nicht weiter leben. Er setzt seinem Leben mit der Dienstpistole ein Ende. Hanna steht in der Menschenmenge an der geöffneten Grenze. Sie bleibt im Osten. Der Großvater erlebt die neue Zeit nicht mehr. Und Jürgen.....
Kritiken
- "Dramatischer Fernsehfilm nach einem authentischen Fall, der vom Wandel eines jungen Menschen angesichts einer permanenten Beeinflussung durch die politische System der DDR erzählt, aber auch von lange Zeit gepflegten Lebenslügen einer scheinbar systemkonformen älteren Generation, die sich in der Zeit des Umbruchs in erster Linie um den Verlust ihrer Privilegien sorgt." zweitausendeins Filmlexikon abgerufen am 7. Mai 2008
- "Basierend auf den wahren Erlebnissen eines DDR-Soldaten schildern Erfolgsregisseur Roland Suso Richter ("Der Tunnel", "Dresden") und Autor Thomas Kirchner ("Mord am Meer") die dramatische Wendezeit als fesselndes Familiendrama. Mit hochkarätiger Besetzung erzählt "Das Wunder von Berlin" ein packendes Stück Zeitgeschichte aus dem Blickwinkel der Betroffenen." weltbild.de abgerufen am 7. Mai 2008
- "Anhand der Familie Kaiser wird das Schicksal der damaligen DDR-Bevölkerung aus verschiedensten Blickwinkeln erzählt und dem Zuschauer eindringlich nahe gebracht. (…) Der Film handelt nicht von den Heldengeschichten derer, die der DDR den Rücken gekehrt haben, sondern von den vielen, die bleiben mussten oder auch bleiben wollten. Ein Blick auf die DDR "von innen" kurz vor dem Ende ihrer Existenz." presseportal.de abgerufen am 7. Mai 2008
- "Überhaupt besticht „Das Wunder von Berlin“ vor allem dadurch, dass der Film sich zwar ganz auf die spektakulären Erinnerungen Tilo Kochs einlässt, daneben aber eine Art Subfilm des Zusammenbruchs mitlaufen lässt. Immer wieder baut Kirchners Drehbuch dokumentarische Szenen ein. Die Figuren sehen fern, sie lesen und machen sich ihren Reim. Einmal sehen wir den inzwischen verstorbenen Ulrich Mühe bei einer Versammlung des Neuen Forums sprechen. „Das Wunder von Berlin“ ist auch ein Film über die destabilisierende Wirkung der Medien in Diktaturen. Und nicht zuletzt handelt es sich auch um einen Film über die Macht der Gedankenfreiheit." Frankfurter Allgemeine Zeitung abgerufen am 7. Mai 2008
Einzelnachweise
Weblinks
- Ausführliche Vorstellung des Films mit Szenenfotos und Dokumentation auf ZDF.de
- Dokumentation von Zeitzeugen auf ZDF-History
Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel
"Das Wunder von Berlin" (Stand:
Mon, May 12th 2008, 00:34)
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