Der Goldene Kompass

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Chris Weitz

Kamera

  • Henry Braham

Schnitt

  • Anne V. Coates

Produzent

  • Deborah Forte

Musik

  • Alexandre Desplat

Erscheinungsjahr

2007

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

The Golden Compass

Länge

109 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 (Schweiz: 6/8) Jahre
Der Goldene Kompass ist die Verfilmung des gleichnamigen ersten Teils der Fantasy-Trilogie His Dark Materials von Philip Pullman. Der Film wurde 2006 und 2007 von New Line Cinema hergestellt und ist mit einem Filmbudget von 180 Millionen US-Dollar deren bislang teuerste Produktion.Variety: The Maverick Mogul – Big Changes at Shaye’s New Line, 28. Januar 2007 'Compass' charts not-so-golden bow, 9. Dezember 2007 Der internationale Kinostart war für den 5. Dezember 2007 angekündigt; in Deutschland kam der Film offiziell einen Tag später in die Kinos. Regie führte Chris Weitz.

Handlung

In einer Parallelwelt zu der unsrigen haben Menschen Dæmonen, die die Seele repräsentieren und als Freund und Beschützer agieren.

Lyra Belacqua, ein Mädchen von zwölf Jahren, lebt mit ihrem Dæmon Pantalaimon als Waisenmädchen am Jordan College in Oxford. Anfangs hilft sie ihrem „Onkel“ Lord Asriel, der von Fra Pavel, einem Vertreter des Magisteriums, einer Art Gedankenpolizei, vergiftet werden soll. Asriel plant eine Reise in die Arktis, um das Phänomen des „Staubs“ zu untersuchen, der eine Reise in andere parallele Welten erlauben soll. Nachdem das College sich bereiterklärt, Asriels Reise zu finanzieren, taucht die undurchsichtige Mrs. Coulter auf, die ebenfalls eine Reise in den Norden plant und von Lyra begleitet werden möchte. Vor ihrer Abreise erhält Lyra vom Rektor des College ein Alethiometer, den im Titel erwähnten goldenen Kompass, ohne aber genaueres über den Zweck des Geräts zu erfahren.

Gleichzeitig werden Lyras bester Freund Roger Parslow und ein weiterer Junge, Billy Costa, von den Gobblern geschnappt, die überall im Land Kinder entführen und sie zu mysteriösen Experimenten in den Norden, nach Bolvangar verschleppen. Lyra entdeckt, dass Mrs. Coulter und ihre „General-Oblations-Behörde“ hinter den Gobblern stecken. Sie kann fliehen, wird von den Gobblern verfolgt und von den Gyptern befreit, zu denen auch Billy Costas Mutter gehört. Auf dem Schiff der Gypter erfährt Lyra von der Hexenkönigin Serafina Pekkala, dass sie eine Bestimmung hat, von der niemand genau weiß, wie sie lautet. Außerdem lernt Lyra, das Alethiometer zu lesen: das Gerät zeigt die Wahrheit an und kann jede Frage beantworten.

Gemeinsam mit den Gyptern landet Lyra im Hohen Norden, wo sie neue Verbündete kennenlernt: den texanischen Luftschiffer Lee Scoresby und den Panserbjørne (Panzerbären) Iorek Byrnison. Lyra hilft Iorek, seinen Panzer wiederzuerlangen, woraufhin er ihr verspricht, ihr bis zum Erfolg ihrer Mission zu helfen. Als Lyra von den Samojeden gefangen genommen und nach Svalbard zum König der Panserbjørne, Ragnar Sturlusson (im Buch: Iofur Raknison), gebracht wird, kann sie diesen (da sie von Mrs. Coulter weiß, dass er sich nichts sehnlicher wünscht als einen eigenen Dæmonen) überzeugen, dass sie Ioreks Dæmon ist und Ragnar Iorek im Zweikampf besiegen muss. Iorek gewinnt den Zweikampf und wird damit zum König der Panserbjørne, begleitet aber Lyra weiter auf ihrer Reise. Sie ist nun auf dem Weg nach Bolvangar, da sie inzwischen weiß, was dort mit den von den Gobblern entführten Kindern angestellt wird: Ihnen werden in einem Labor experimentell ihre Dæmonen weggeschnitten, sie also von ihrer Seele getrennt. Das ganze ist Teil eines Plans des Magisteriums, den Einfluss des „Staubs“ zu beseitigen.

Kurz nachdem Lyra in Bolvangar angekommen ist, taucht auch Mrs. Coulter auf. Lyra belauscht sie und erfährt dadurch, dass Lord Asriel inzwischen vom Magisterium gefangengenommen wurde und hingerichtet werden soll. Kurz darauf wird Lyra entdeckt und von den Wärtern ins Labor gebracht, um auch sie von ihrem Dæmon zu trennen. In letzter Sekunde kann Mrs. Coulter das verhindern; Lyra erfährt anschließend von ihr, dass ihr „Onkel“ Asriel in Wirklichkeit ihr Vater ist und Mrs. Coulter ihre Mutter. Als Mrs. Coulter erneut versucht, Lyra das Alethiometer abzunehmen, trickst Lyra ihre Mutter aus und zerstört das Labor, um dann mit den anderen Kindern die Flucht anzutreten.

Im Kampf mit den Tataren, die Bolvangar im Auftrag des Magisteriums bewachen, kommen den Kindern zunächst Iorek, dann eine fliegende Hexenarmee und schließlich auch die Gypter und Scoresby zu Hilfe. Nachdem die Schlacht gewonnen wurde, fliegen Lyra, ihr wiedergefundener Freund Roger und Iorek mit Scoresby und seinem Luftschiff zurück nach Svalbard, um dort Lord Asriel zu befreien.

Hintergrund

Entstehung

Am 11. Februar 2002 erwarb New Line Cinema die Verfilmungsrechte an Philip Pullmans Literaturtrilogie. Die Filmregisseure Brett Ratner und Sam Mendes waren zunächst an einer Leitung des Projekts interessiert. Im Juli 2003 begann Tom Stoppard mit den Arbeiten am Drehbuch. Ein Jahr später wandte sich Chris Weitz mit einer 40-seitigen Bewerbung The New York Times: Fate of the Cosmos (And of a Studio) Hangs in the Balance, 30. August 2007 an das Filmstudio, worauf er den Zuschlag bekam. Weitz wies daraufhin das von Stoppard mittlerweile fertig gestellte Skript zurück, um es eigenhändig neu zu schreiben. Als stilistische Einflüsse nannte er Stanley Kubricks Barry Lyndon (1975) sowie Star Wars. Empire: Dark Material, 29. September 2006; S. 56–57 Peter Jackson lud ihn 2004 ans Filmset von ein, um Weitz Einsicht in die Produktion eines Blockbusters zu verschaffen. Dennoch verließ Weitz das Projekt, weil er sich dessen hohen Anforderungen zunächst nicht gewachsen fühlte."Two reasons I stepped off the film (…) (1) I had never made a film involving so much CGI and, to be honest, I wasn’t sure that I would be up to the logistical task. (2) I had a feeling that, one way or the other, I might get stuck between a rock and a hard place, with some people hating me for doing a work that they imagined offended their religious beliefs, and some people hating me for doing a work that they imagined did an injustice to the book that they loved."http://moviesblog.mtv.com/2007/11/14/golden-compass-director-chris-weitz-answers-your-questions-part-i/

Am 9. August 2005 wurde verkündet, dass der britische Regisseur Anand Tucker Weitz’ Tätigkeit übernehmen werde. Am 8. Mai 2006 stieg Tucker aus dem Projekt wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ jedoch aus und Weitz als Leiter der Produktion wieder ein, da er eine Realisierung des Films ohne seine Mitwirkung nunmehr als gefährdet ansah.

Kontroverse

Bereits Pullmans Buch, das die Vorlage für die Verfilmung lieferte, wurde wegen seiner Inhalte seinerzeit von christlichen Verbänden heftig kritisiert. Der Autor hatte mehrfach betont, dass seine Trilogie einen Gegenentwurf zu C. S. Lewis’ Die Chroniken von Narnia darstelle. lewrockwell.com: A Labour of Loathing, 2003. Aufgrund dessen rief die Catholic League der Vereinigten Staaten im Oktober 2007 zu einem Boykott des Films auf. catholicleague.org: Film Sells Atheism to Kids; Major Protest Launched, Oktober 2007FOX: Some Catholic Leaders Upset Over New Nicole Kidman Movie, 10. Oktober 2007

Altersfreigabe

Der Goldene Kompass erhielt eine PG-13-Freigabe von der Motion Picture Association of America. Grund dafür sind „Sequenzen mit Fantasygewalt“. movie-infos.net: Film erhält PG-13 Rating, 29. November 2007 Die in Deutschland zuständige Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat den Film auf FSK 12 eingestuft. In der Schweiz gibt es abhängig vom Kanton verschiedene Altersgrenzen, zum Teil ist er ab 6 Jahren in Begleitung Erwachsener freigegeben.

Unterschiede zur Buchvorlage

  • Das Buch endet mit der Befreiung Lord Asriels und dem Übertritt in eine Parallelwelt. Für den Film hat man sich für ein Ende vor der Befreiung Asriels entschieden, um einen besseren Cliffhanger zu haben; einige der bereits für den Schlussteil gedrehten Szenen tauchen nun nur im Trailer, aber nicht im Film auf.
  • Im Buch führt Lyra die Explosion in Bolvangar durch eine Mehlstaubexplosion herbei. Im Film jedoch durch eine Überlastung und die Zerstörung der Maschine, mit denen sie die Kinder von ihren Dæmonen trennen.
  • Im Buch versucht der Rektor vom Jordan College Lord Asriel zu töten; Fra Pavel wird erst im zweiten Buch kurz vorgestellt.
  • In der Buchversion überzeugt Lord Asriel den Rat im Jordan College, indem er den angeblichen Kopf des Gelehrten Dr. Grumman zeigt. Er sagt zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sein Ziel die Schaffung eines Durchgangs zwischen den Welten sei.
  • Im Buch wird erst Billy Costa und hinterher Roger entführt. Im Film werden sie beide zusammen von den Gobblern mitgenommen.


  • Eine grobe Differenz zum Buch und auch charakterverfremdend ist die Tatsache, dass im Film der Bär Iorek Byrnison deshalb verbannt wurde, weil er im Zweikampf gegen einen anderen Bären verloren hat. Im Buch hat er den anderen Bären getötet, was laut Bärenkodex zur Verbannung führt. Da es sich hierbei auch noch um eine Intrige des Bärenkönigs handelte, wird er in der Literaturvorlage zum tragischen Helden. Im Film wirkt er lediglich als Verlierer, der seinen Ruf retten möchte.
  • Im Buch wird Iorek Byrnison erst nach dem Überfall auf Bolvangar und dem Flug mit dem Luftschiff zum Bärenkönig, im Film kommt es schon vor diesen Ereignissen zum Kampf und zur Ernennung des neuen Königs.
  • Im Buch wird nicht Billy Costa von seinem Dæmonen getrennt, sondern Tony Makarios, der im Film gar nicht erwähnt wird.
  • Im Buch erfährt Lyra von Lord Faa, dass ihre Eltern Lord Asriel und Mrs. Coulter sind, im Film hingegen erfährt sie es von Mrs. Coulter.
  • Im Buch heißt der Bärenkönig Iofur Raknison, im Film allerdings Ragnar Sturlusson. In der deutschen Synchronisation wurde die Umbenennung jedoch wieder rückgängig gemacht. Allerdings wurde in den Untertiteln der deutschen DVD die amerikanische Version des Namens benutzt.


Soundtrack

Der Oscar-Nominierte und Golden-Globe-Gewinner Alexandre Desplat komponierte die Musik; der Soundtrack wurde am 7. Dezember 2007 beim britischen Platten-Label Decca Records veröffentlicht. Unter den 26 Titeln befindet sich auch der von interpretierte Titel Lyra, der während des Abspanns zu hören ist.

Kritiken

  • Der Wille zum Familienfilm sei unübersehbar, schreibt Tilman Spreckelsen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:


Auszeichnungen

  • 2007: Satellite Awards 2007 - fünfmal nominiert, unter anderem als bester Animationsfilm oder Real-/Animationsfilm
  • 2008: Bogey für 1 Mio. Kinobesucher in 10 Tagen
  • 2008: Oscar in der Kategorie Beste "Visual Effects" (außerdem nominiert, aber nicht ausgezeichnet, in der Kategorie Bestes Szenenbild)


Literatur

  • Sibley, Brian: Der Goldene Kompass – Das offizielle Buch zum Film. Carlsen Verlag, Oktober 2007 → ISBN 9783551581815


Weblinks



Quellen



The Golden Compass



Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Der Goldene Kompass (Film)" (Stand: Tue, May 13th 2008, 09:22) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.