Der große Eisenbahnraub (1979)

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Michael Crichton

Drehbuch

  • Michael Crichton

Kamera

  • Geoffrey Unsworth

Schnitt

  • David Bretherton

Produzent

  • John Foreman

Musik

  • Jerry Goldsmith

Erscheinungsjahr

1979

Produktionsland

Großbritannien

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

The First Great Train Robbery', auch: 'The Great Train Robbery

Länge

111 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Der große Eisenbahnraub ist ein britischer aus dem Jahr 1979 von Michael Crichton im Stile eines sogenannten Heist- oder Capermovies. Der Regisseur schrieb auch das Drehbuch nach einer eigenen Romanvorlage.

Handlung

Von der britischen Eisenbahn werden 1855 regelmäßig 25.000 Pfund in Gold von London in den Hafen von Folkstone gebracht als Sold für die Soldaten im .

Der Gentleman-Gauner Edward Pierce (James Bond-Darsteller Sean Connery) hat es auf diese Ladung Gold abgesehen. Der Schlüsselspezialist Agar (Donald Sutherland) - der beste Schlüsselexperte Englands - und seine hübsche Freundin Miriam (Lesley-Anne Down) sind seine Komplizen. Der Coup ist nicht ganz einfach durchzuführen: Tresore auf einem fahrenden Zug sind bisher noch nie geknackt worden. Außerdem hat Scotland Yard von den Plänen Wind bekommen, die Bewachung des Zuges wurde intensiv verstärkt.

Der größte Teil der Filmhandlung besteht aus der trickreichen Beschaffung der vier verschiedenen Tresorschlüssel, die alle bei verschiedenen Personen aufgehoben sind. Beischlafdiebstahl, Trickbetrügereien und ein minutiös geplanter Einbruch in das Büro des Bahnhofvorstehers führen zum Erfolg.

Agar kommt in einem Sarg als geschminkte Choleraleiche in den Gepäckwagen. Der richtige Geruch wird von einer beigelegten toten Katze erzeugt. Der Tresorbruch gelingt Agar mit der Hilfe nachgemachter Schlüssel, die Waggons wurden allerdings in London verschlossen und werden erst in Folkstone wieder geöffnet. Das Gold kann also nicht einfach aus dem Waggon geworfen werden. Pierce steigt daher als normaler Fahrgast in den Zug, läuft dann während der Fahrt über das Zugdach zum Gepäckwagen. Er öffnet ihn von außen und die beiden werfen das Gold nach draußen. Pierce schließt die Waggontür wieder von außen und hangelt sich zu seinem Abteil zurück. Agar legt sich wieder in den Sarg.

Soweit ist der Coup also gut gelungen, nach der Ankunft in Folkstone wird Pierce aber verhaftet und vor Gericht gestellt. In der Schlussszene nach der Gerichtsverhandlung gelingt ihm jedoch die Flucht.

Hintergründe

  • Der Film stellt die Gauner als die Sympathieträger dar, es gibt eine Reihe von komödiantischen Einlagen, er steht somit in der Tradition der Capermovies.


  • Im letzten Drittel des Films muss Sean Connery auf dem Dach des Zuges vom Gepäckwagen nach vorne laufen. Der Zug fuhr dabei 55 Meilen pro Stunde, 20 mehr als geplant. Connery führte den Stunt selber aus. Zunächst sieht die Aufgabe ganz einfach aus. Dann kommen niedrige Brücken in immer schnellerer Reihenfolge und er muss sich bücken, um der Gefahr der Enthauptung zu entgehen.


  • Für die Verfilmung des ersten großen Eisenbahnraubs wurde ein Eisenbahnzug im Stil der damaligen Zeit nachgebaut. Die Dampflokomotive schaffte es aber nicht, den Zug auf eine passable Geschwindigkeit zu bringen. Eine Diesellok wurde daher als Gepäckwagen „verkleidet“ und hinter die Dampflok gehängt. Zu einem Brand im Bahnhof kam es, als Diesel während der Dreharbeiten auf die Schienen geriet und von den Funken der Dampflok in Brand gesetzt wurde.


  • Der große Eisenbahnraub versucht das viktorianische Zeitalter möglichst detailgetreu darzustellen. Gefilmt wurde er allerdings in Irland, die Abschlussszene zeigt den Parliament Square des Trinity Colleges in Dublin. Das Budget des Films war mit sechs Millionen Dollar auch damals schon für einen opulenten Ausstattungsfilm recht gering.


  • Die Geschichte lehnt sich an einen wirklichen Eisenbahnraub aus dem Jahre 1855 an, die Details wurden aber verändert: So betrug die gestohlene Summe lediglich 4 Millionen Pfund, die Schlüssel waren in den Bahnhofsbüros von London und Folkstone untergebracht, es gab keinen Ausbruch eines Beteiligten.


  • Der Film kam in Großbritannien unter dem Titel The First Train Robbery in die Kinos, weil dort als The Great Train Robbery der Überfall auf einen Postzug im Jahre 1963 bezeichnet wird.


Filmkritiken

  • Lexikon des internationalen Films: „Gaunerkomödie im Gewand des Kostümfilms, delikat gefilmt, aber bis auf den furiosen Schlußteil etwas langatmig inszeniert. Lexikon des internationalen Films


  • Vincent Canby bespricht den Film in der New York Times vom 2. Februar 1979. Regie, Buch und Darstellung seien von Intelligenz geprägt, der Film rufe ein detailgetreues Bild des Viktorianischen Zeitalters hervor und sei gekennzeichnet durch fantastische Actionszenen und Komik. http://movies2.nytimes.com/mem/movies/review.html?_r=1&title1=Great%20Train%20Robbery%2C%20The%20(Movie)&oref=slogin


  • Auch Roger Ebert von der Chicago Sun-Times lobt vor allem die authentische Darstellung der viktorianischen Lebensumstände in allen Details. Besonders bemerkenswert fand der Filmkritiker die Szene, in der Donald Sutherland als Leiche in den Zug geschmuggelt wird, die Action-Szene auf dem Dach des Zuges und die Bettszene von Sean Connery mit Leslie Ann-Down. Roger Ebert in der Chicago Sun-Times


  • Das britische Time Out London Magazine sieht den Film kritischer: Es seien zwar einige beachtliche Sequenzen zu sehen, aber Crichton habe sich nie entscheiden können, ob der Film eine Komödie oder ein Thriller werden solle, und so habe er beide Ziele nicht erreichen können. Time Out London Magazine über The Great Train Robbery


Auszeichnungen

Der Film gewann 1980 den Edgar Allan Poe Award als bester Film. Der kurz nach den Dreharbeiten verstorbene Kameramann Geoffrey Unsworth war 1979 nominiert für den Best Cinematography Award (Preis für die beste Kameraarbeit) der British Society of Cinematographers (Britischen Gesellschaft der Kameraleute).

Quellen

Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Der große Eisenbahnraub (1979)" (Stand: Tue, Apr 1st 2008, 23:19) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.