Der talentierte Mr. Ripley

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Filminfo

Darsteller

Drehbuch

  • Patricia Highsmith

Produzent

  • Steve E. Andrews
  • Tom Sternberg

Erscheinungsjahr

1999

Produktionsland

USA

Originalsprache

englisch

Originaltitel

The Talented Mr. Ripley

Länge

139 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
thumb|250px| Law und Matt Damon bei der Pressekonferenz für Der talentierte Mr. Ripley auf der Berlinale 2000, Foto: Michael Weiner]Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley) ist der Titel eines Romans von Patricia Highsmith aus dem Jahr 1955 und eines auf dem Roman basierenden Spielfilms von Anthony Minghella (Drehbuch und Regie) von 1999.

Romanhandlung

Tom Ripley ist ein junger Mann, der versucht, in New York zu überleben, ohne Aussichten, aber mit dem Talent, immer das Verlangte zu tun. Als er von dem reichen Werftbesitzer Herbert Greenleaf gebeten wird, nach Italien zu reisen, um seinen umherreisenden Sohn Dickie davon zu überzeugen, in die USA zurückzukehren und sich seinen Verpflichtungen zu stellen, sieht Ripley dies als willkommene Gelegenheit seinem alten Leben zu entfliehen. Kurz nach seiner Ankunft in Italien trifft er Dickie und seine Freundin Marge Sherwood, und drängt sich schnell in deren Leben hinein. Ein alter Freund von Dickie, Freddie Miles, argwöhnt bei einem Besuch über Ripleys Motive. Seine Ankunft führt dazu, dass Ripley von Dickie zur Seite geschoben wird. Dickie hat den Ruf, Leute auszurangieren, wenn er ihrer müde geworden ist, und so beginnt er, Ripleys ständige Anwesenheit und wachsende Abhängigkeit übel zu nehmen.

Ripleys eigene Gefühle werden verkompliziert durch seine wachsende Zuneigung zu Dickie und durch den Wunsch, das neue Leben im Wohlstand, das Dickie ihm bietet, für sich selbst zu beanspruchen. Während einer Reise in das italienische Dorf San Remo schmiedet Tom den Plan Dickie zu ermorden und nun dessen Identität anzunehmen.Die beiden mieten ein Boot und Tom erschlägt Dickie weit draußen auf dem Meer. Tom versenkt anschließend die Leiche und lässt das Boot am Ufer untergehen.

Gegenüber Dickies Freundin Marge simuliert er, Dickie habe sie verlassen. Dickies Freund Freddie Miles schöpft jedoch Verdacht. Eine Konfrontation endet mit dem Tod Freddies. Ripleys Existenz wird nun zum Katz-und-Maus-Spiel mit der italienischen Polizei, in dem es Ripley jedoch gelingt in Sicherheit zu bleiben und sich weiterhin als Dickie auszugeben, was zur Folge hat, dass die Polizei nun den längst toten Dickie Greenleaf des Mordes an Freddie Miles verdächtigt.Als Konsequenz beschließt Tom schließlich die Verkleidung als Dickie aufzugeben und nur noch als Tom aufzutreten.Dickies Verschwinden lässt er als Selbstmord aussehen.Am Ende des Romans findet die Polizei einige Gegenstände aus Ripleys Wohnung in Rom, die er für den Nofall in Venedig hinterlegt hatte. Da Tom zu diesem Zeitpunkt als Dickie bekannt war, glaubt er nun aufgrund seiner Fingerabdrücke enttarnt zu werden. Außerdem hatte er Dickies vermeintliches Testament an Herbert Greenleaf gesendet, was ihn nun zusätzlich verdächtig machen könnte. Da Tom aber zu diesem Zeitpunkt an Bord eines Schiffs nach Athen geht, erfährt er den Ausgang dieser Geschichte nicht mehr und glaubt fest an seine Entdeckung. In Athen findet er schließlich heraus, dass die Polizei die Fingerabdrücke für die von Dickie hält und Herbert Greenleaf außerdem keinen Einspruch gegen das Testament erhebt. Damit ist Tom Ripley frei.

Anmerkungen

Highsmith erhielt für diesen Roman, in dem die Figur des Tom Ripley erstmals auftritt, den Edgar Allan Poe-Preis der Mystery Writers of America und den Grand prix de littérature policière. Weitere Ripley-Romane sind Ripley Under Ground, Ripley's Game , Der Junge der Ripley folgte (The Boy Who Followed Ripley) und Ripley Under Water (die deutsche Ausgabe der Romane haben die amerikanischen Originaltitel zumeist beibehalten).

Verfilmungen

Nur die Sonne war Zeuge

Der Roman wurde erstmals 1960 unter dem Titel Plein Soleil (deutsch: Nur die Sonne war Zeuge) von René Clément mit Alain Delon als Ripley und Maurice Ronet als Philip Greenleaf verfilmt.

Der talentierte Mr. Ripley

In der Version von 1999 spielen Matt Damon (Ripley), Gwyneth Paltrow (Marge Sherwood), Jude Law (Dickie Greenleaf), Cate Blanchett (Meredith Logue – eine für diesen Film neu geschaffene Rolle), Philip Seymour Hoffman (Freddie Miles), Jack Davenport (Peter Smith-Kingsley – ebenso neu geschaffen) und James Rebhorn (Herbert Greenleaf). Der Film wurde hauptsächlich in Italien hergestellt, mit Bildern aus Rom und Venedig als Kulisse.

Abweichungen des Filmes vom Roman

Der Film folgt Highsmiths Handlung sehr eng, obwohl Minghella einige subtile Änderungen einbaut, neue Charaktere einführt, um Ripleys Dilemma noch komplizierter zu machen.

Im Roman ist Marge altmodisch und unsicher, wird sie nur eine in einer ganzen Reihe von Frauen sein, die Dickie ausnutzt. In der von Gwyneth Paltrow gespielten Rolle hingegen ist sie ein passendes Gegenstück zu Dickie, und der Film suggeriert in mehreren Szenen, dass Dickies Gefühle ihr gegenüber echt sind.

Der Film erklärt darüber hinaus Ripleys Interesse an Dickie unverhohlen als sexuell. Während darauf im Roman nur angespielt wird, erweitert der Film Ripleys Gefühle bis hin zu Eifersucht und Minderwertigkeit, und schafft dadurch größere Spannungen zwischen den Charakteren.

Das Motiv für den Mord an Dickie ist ganz anders, obwohl die Situation die gleiche ist. Im Film tötet Ripley Dickie im Affekt, nachdem dieser ihn verspottet und zurückgewiesen hat. Dann verwischt er schnell seine Spuren. Im Roman ist der Mord vorsätzlich, plant Ripley jedes Detail im Voraus, und führt ihn dann auch entsprechend aus.

Minghella schafft eine neue Rolle komplett neu und ergänzt eine existierende Rolle des Buches, um Ripley mit zusätzlichen Schwierigkeiten zu konfrontieren. Meredith Logue ist eine amerikanische Erbin, die vom Reichtum ihrer Familie gelangweilt ist, aber dennoch gerne deren Geld ausgibt. Sie trifft Ripley kurz nach seiner Ankunft in Italien, wo er sich ihr schon als Dickie Greenleaf vorstellt. Mit der gemeinsamen Verachtung ihrer Familien denkt sie, in Ripley (alias Greenleaf) einen verwandten Geist gefunden zu haben. Ihre Anwesenheit in Rom bringt Ripley Probleme, während er mit Marge zusammen ist, da Meredith, die ihn nur als Dickie kennt, immer im ungeeigneten Moment erscheint.thumb|300px|Schauspieler und Regisseur von Der talentierte Mr. Ripley auf der Filmfestspiele Berlin 2000|Berlinale 2000, von links nach rechts: Stefania Rocca, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Matt Damon, Anthony Minghella, Foto: Michael Weiner]Gegen Ende des Films reist Ripley mit seinem homosexuellen Freund Peter Smith-Kingsley, der im Buch nur eine unwichtige Rolle spielt, auf einem Ozeandampfer nach Athen, er ist der Entdeckung seiner Morde entkommen, als Meredith zufällig einmal mehr in sein Leben tritt, und die Schwierigkeiten wieder akut werden: Peter kennt ihn als Ripley, Meredith als Dickie, und Peter kennt Meredith, ein Zusammentreffen an Bord ist unausweichlich, die Entdeckung ebenso.

Als Ripley Meredith betrachtet, fragt sich das Publikum, ob sie nun auch in Gefahr ist, aber da sie in einer Menschenmenge ist, lässt Ripley sie in Ruhe. In seiner Kabine dagegen trifft er auf Peter Smith-Kingsley, den er nun mit einem Schal erwürgt... Der Film endet mit diesem Mord, einem weiteren Beispiel für Ripleys opportunistischen Charakter, der ihm zu morden erlaubt, auch wenn die Entdeckung wahrscheinlich ist. Das Publikum muss annehmen, dass er aufgrund Merediths Anwesenheit auf dem Schiff seine Reise als Dickie Greenleaf beenden wird.

Oscar-Nominierungen

Der Film erhielt Oscar-Nominierungen in den Kategorien:
  • Bester Nebendarsteller – Jude Law
  • Bestes Szenenbild - Roy Walker und Bruno Cesari
  • Kostümdesign - Ann Roth und Gary Jones
  • Song – Gabriel Yared
  • Drehbuch nach einer Vorlage – Anthony Minghella


Weitere Verfilmungen mit Tom Ripley

Ripley Under Ground: 2005 Roger Spottiswoode Ripley Under Ground mit Barry Pepper in der Hauptrolle. Daneben besetzte er Tom Wilkinson, Willem Dafoe, Alan Cummings, Claire Forlani und Ian Hart.

Ripley's Game: 1977 drehte Wim Wenders Der amerikanische Freund mit Dennis Hopper in der Ripley- Rolle und Bruno Ganz; 2002 entstand eine Verfilmung unter dem Titel Ripley's Game mit John Malkovich als Ripley sowie Ray Winstone, Hanns Zischler und Dougray Scott. Regie führte Liliana Cavani.

Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Der talentierte Mr. Ripley" (Stand: Sat, Sep 2nd 2006, 14:14) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.