Die Blechtrommel

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Volker Schlöndorff

Drehbuch

  • Franz Seitz

Kamera

  • Igor Luther

Schnitt

  • Suzanne Baron

Produzent

  • Franz Seitz

Musik

  • Maurice Jarre

Erscheinungsjahr

1979

Produktionsland

Deutschland

Originalsprache

Deutsch

Länge

142 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Die Blechtrommel ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Günter Grass durch Regisseur Volker Schlöndorff aus dem Jahre 1979.

Die Blechtrommel ist der erste deutsche Film, der als Bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet worden ist. Neben anderen Filmpreisen erhielt er auch die Goldene Palme in Cannes.

Vergleich mit der Romanvorlage/Handlung

Schlöndorff nahm nur das erste und das zweite Buch des Romans in den Film auf. Des weiteren fehlen die Rahmenerzählungen von Oskar aus der Heilanstalt. Dadurch ersparte er sich viele Rückblenden und Sprünge in der Handlungsebene, wodurch der Erzählfluss im Film gelitten hätte. Jedoch verliert Film-Oskar dadurch im Vergleich zum Oskar aus dem Buch einiges an Charaktervielfalt. Trägt der "Buch-Oskar" des Öfteren geradezu teuflische Züge, indem er beispielsweise zugibt, für den Tod seiner beiden Väter verantwortlich zu sein, zeichnet Schlöndorff den "Film-Oskar" weitaus menschlicher und emotionaler. Außerdem wurden im Film zahlreiche Szenen weggelassen (z. B. das komplette dritte Buch). Schlöndorff entschied sich für oft ans Groteske reichende Szenen. Bildhafte Szenen, für die der Roman bekannt ist, werden im Film entsprechend dargestellt: wie mit einem Pferdekopf Aale gefangen werden, bei deren Anblick Agnes erbrechen muss, wie Oskar mit einer Christusfigur in der Kirche spricht oder wie Alfred Matzerath das NS-Parteiabzeichen verschluckt und indirekt daran stirbt.

Kontroverse

1997 war der Film Gegenstand in einem Gerichtsprozess in Oklahoma/USA. Ein Richter, dessen Tochter die Videokassette aus der Schule mitbrachte, sah sich den Streifen an und machte ihm den Vorwurf der „Kinderpornographie“. Der klagende Richter nahm Anstoß an der Szene, in der sich Katharina Thalbach und David Bennent in einer Umkleidekabine am Strand zum Schwimmen umziehen. Angeblich habe an dieser Stelle ein „11-Jähriger Oralsex mit einer erwachsenen Schauspielerin“. In der letzten Instanz wurde das Verbot des Films aufgehoben mit der Begründung, die Gesetze würden zwar Material verbieten, in dem sich Minderjährige sexuell betätigten, davon aber jene Materialien ausnehmen, welche zum einen „nicht vorwiegend auf Erregung sexueller Gelüste ausgerichtet“ und zum anderen „echte Kunstwerke“ seien. In Ontario/Kanada dagegen wurde der Film verboten mit der Begründung der „Darstellung minderjähriger Sexualität“.

Handlung

Danzig, 1924. In der Familie Matzerath kommt ein Kind zur Welt. Vom Augenblick seiner Geburt an ist der kleine Oskar ein überaus frühreifes, hellhöriges Bürschchen. Schon in den Armen seiner Mutter beginnt der Säugling, seine Umwelt mit großer Skepsis zu betrachten. Zu seinem dritten Geburtstag bekommt Oskar eine Blechtrommel geschenkt. Und an diesem Tag beschließt er aus einer grundsätzlichen Verweigerungshaltung heraus, sein Wachstum einzustellen, indem er die Kellertreppe hinunterstürzt. Geistig und männlich entwickelt er sich sehr wohl weiter, doch seine körperliche Erscheinung schafft von diesem Tag an automatisch eine gewisse Distanz zwischen Oskar und der Welt der "Erwachsenen". Auf seiner hämmernden Blechtrommel und mit seiner Fähigkeit, Glas zu zersingen, artikuliert er seinen Protest gegen die verlogene, intrigante Welt der Erwachsenen.

Auszeichnungen

  • 1979
    • Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes 1979 für den besten Film
    • Goldene Schale
    • Jupiter (Kategorie: Bester Film)
  • 1980
    • Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film
    • Bodil Award in der Kategorie Bester europäischer Film
    • Goldene Leinwand
    • Preis des National Board of Review in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film
    • Nominiert für den César in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film


Kritiken

{{Zitat|Schlöndorffs brillant inszenierte, weitgehend werktreue Verfilmung des Romans von Günter Grass. Eine opulente Bestseller-Verfilmung voller sinnlicher Kraft.|Lexikon des Internationalen Films Lexikon des Internationalen Films - Die Blechtrommel }}

Soziale Auswirkung

Wegen der Szene, in der Oscar eine Ahoj-Brause vom Bauchnabel eines Mädchens leckt, wurde diese mit diesem Film in der ganzen Welt berühmt.

Literatur

  • Günter Grass: Die Blechtrommel. Roman. Ungekürzte Ausgabe. Deutscher Taschenbuch-Verlag (dtv), München 1996, 706 S., ISBN 3-423-11821-0
  • Hans-Edwin Friedrich: Die Blechtrommel (Günter Grass - Volker Schlöndorff). In: Interpretationen: Literaturverfilmungen. Hrsg. von Anne Bohnenkamp in Verb. mit Tilman Lang. Stuttgart: Reclam 2005 (=RUB 17527). S. 255-263. ISBN 3-15-017527-5.


Einzelnachweise



Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Die Blechtrommel (Film)" (Stand: Tue, May 6th 2008, 11:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.