Die Kanonen von Navarone

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • J. Lee Thompson

Drehbuch

  • Carl Foreman

Kamera

  • Oswald Morris

Schnitt

  • Alan Osbiston

Produzent

  • Leon Becker

Musik

  • Dimitri Tiomkin

Erscheinungsjahr

1961

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

The Guns of Navarone

Länge

ca. 158 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Die Kanonen von Navarone ist ein US-amerikanischer aus dem Jahre 1961. Der im zweiten Weltkrieg spielende Film wurde von Regisseur J. Lee Thompson nach einer Romanvorlage von Alistair MacLean und einem Drehbuch von Carl Foreman verfilmt. Ein alliiertes Geheimkommando soll auf einer griechischen Insel zwei gigantische Kanonen der deutschen Wehrmacht in die Luft sprengen.

Handlung

November 1943  Auf der ägäischen Insel Navarone hat die deutsche Wehrmacht zwei riesige Kanonen installiert, um eine strategisch bedeutsame Meerespassage zu kontrollieren. Da die Passage eine Woche darauf von einem alliierten Schiffskonvoi befahren werden soll, um 2000 britische Soldaten von der Insel Kheros zu retten, müssen die Geschütze unbedingt zerstört werden. Ein Versuch, diese mit Hilfe einer Bomberstaffel unter der Leitung des RAAF Piloten Barnsby, zu zerstören scheitert kläglich. Somit bleibt Commodore Jensen auf Vorschlag von Major "Glückspilz" Roy Franklin ein letzter Versuch ein Kommandounternehmen los zu schicken.

Die beiden stellen ein internationales Team zusammen, bestehend aus dem neuseeländischen Bergsteiger Captain Keith Mallory, dem amerikanischen Sprengstoffexperten Corporal John "Dusty" Miller, dem griechischen Offizier Andrea Stavros, sowie dem kampferprobten `Schlächter Brown` und dem aus Navarone stammenden Spyros Pappadimos. Der Plan sieht vor, die schwerbewachte Insel Navarone mit einen alten Fischerboot im Schutze der türkischen Küste bei Nacht über die als unerklimmbar geltende Südklippe zu erreichen. Anschließend soll sich der Trupp mit Hilfe von einheimischen Widerstandskämpfern zu der Festung mit den Kanonen durchschlagen, diese dann zerstören und sich absetzen.

Das Kommandotrupp hat von Anfang an mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem die deutschen Gegner schon frühzeitig durch das arrogante Verhalten von Captain Baker von dem Unternehmen erfahren haben, müssen die Männer in einem blutigen Gefecht ein deutsches Patroillenboot versenken. In einer regnerischen Sturmnacht schafft Mallory dann den Aufstieg über die Südklippe. Der nervenschwache Franklin versagt jedoch und erleidet einen komplizierten Beinbruch. Die Truppe schlägt sich weiter über die schneebedeckten Berge zu den Ruinen von St. Alexis durch, wo sie auf die beiden Widerstandkämpferinnen Maria, der Schwester von Spyros und der Lehrerin Anna treffen. Mit deren Hilfe gelangen sie, ständig von dem Würtembergischen Gebirgsbatallion verfolgt, nach Mandrakos, um einen Arzt für Franklin aufzusuchen. Sie werden jedoch verraten und von den Deutschen festgesetzt.

Stavros kann die Deutschen täuschen und gibt sich als unschuldiger Fischer aus, der zwangsrekrutiert wurde, weil er den Überfall auf das Patroillienboot mitangesehen hatte. Oberstleutnand Muesel nimmt ihm die Geschichte von dem dümmlichen, schwachen Riesen ab. Schließlich kann Stavros die Deutschen soweit ablenken, daß seine Kameraden wieder die Oberhand gewinnen. Sie lassen den todkranken Franklin zur Behandlung zurück und flüchten.

Dabei stellt Miller fest, daß seine Sprengstoffausrüstung sabotiert wurde und er keine Möglichkeit mehr hat, den Sprengstoff zu zünden "ohne das man daneben steht". In einer anschließenden Rekonstruktion der vergangenen Ereignisse entlarvt er die Lehrerin Anna als eine deutsche Spionin. Sie wird darauf hin von Maria erschossen.

Der Trupp teilt sich auf: Mallory und Miller sollen in die Festung eindringen und versuchen die Kanonen zu zerstören, die anderenwollen soviel Unruhe wie möglich erzeugen, um die deutschen Bewacher abzulenken. Dank des Improvisationtalents von Miller gelingt das Anbringen und die `kontrollierte` Zündung von Sprengladungen. Der halbe Berg fliegt in die Luft und die Kanonen von Navarone versinken im Meer. Die Schiffe der alliierten Rettungsmission können Kheros ungehindert anlaufen.

Bei den Scharmützeln mit den deutschen Soldaten verlieren Brown und Spiros ihr Leben; die anderen können sich auf ein von Maria beschafftes Boot retten. Keith Mallory und ´Dusty´ Miller setzen auf ein alliiertes Kriegsschiff über und kehren nach Hause zurück; Andrea Stavros bleibt bei Maria auf Navarone.

Entstehung

Die Kanonen von Navarone war der zweite Roman des ehemaligen Lehrers Alistair MacLean und wurde 1957 publiziert. Produzent Carl Foreman kaufte die Filmrechte und schrieb auch das Drehbuch. William Holden, nach dem Erfolg von Die Brücke am Kwai einer der zugkräftigsten Stars, war für die Hauptrolle vorgesehen. Da Foreman die von Holden verlangte Gage (750.000 Dollar plus 10 % am Einspielergebnis) nicht zahlen wollte, engagierte er Gregory Peck.

Zunächst sollte der britische Regisseur Alexander Mackendrick den Film inszenieren. Da Produzent Foreman mit Mackendricks zeitaufwändigem Inszenierungsstil nicht einverstanden war, wurde Mackendrick nach wenigen Tagen gefeuert und sein Landsmann J. Lee Thompson engagiert. Thompson war ein Routinier, hatte allerdings noch nie bei einem Filmprojekt dieser Größenordnung Regie geführt. Er erwarb sich schnell das Vertrauen der Schauspieler und des Produzenten und leitete kompetent die aufwändigen Dreharbeiten, die unter anderem auf Rhodos stattfanden.

Einer der Drehorte auf Rhodos, die idyllische Vagies Bucht, wurde Anthony Quinn in den 1960er-Jahren zum Dank für die mit dem Erfolg seiner in Griechenland spielenden Filme verbundene Fremdenverkehrswerbung von der damaligen griechischen Regierung zum Geschenk gemacht. Die Entscheidung wurde Jahre später widerrufen. Der Name Anthony-Quinn-Bucht blieb jedoch bis heute gebräuchlich.

Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1961 in den Ateliers der Ultra Film Synchron GmbH in Berlin

{| class="prettytable"!align="center"|Rolle!align="center"|Darsteller!align="center"|Synchronsprecher|-|Captain Keith Mallory|Gregory Peck|Wolfgang Lukschy|-|Corporal Dusty Miller|David Niven|Holger Hagen|-|Colonel Andrea Stavros|Anthony Quinn|Gerhard Geisler|-|Private ´Schlächter´ Brown|Stanley Baker|Arnold Marquis|-|Major Roy Franklin|Anthony Quayle|Gert Günther Hoffmann|-|Private Spyros Pappadimos|James Darren|Michael Chevalier|-|Commodore Jensen|James Robertson Justice|Eduard Wandrey|-|Major Baker|Allan Cuthbertson|Gerd Martienzen|-|Oberleutnant Muesel|Walter Gotell|Heinz Petruo|-|Kommandant|Albert Lieven|Siegmar Schneider|-|Erzähler Vorspann|James Robertson Justice|Ernst Wilhelm Borchert|}

Namensgebung

In der Nähe von Dover/England steht ein Zwillingsgeschütz aus dem Jahr 1850, das Namensgeber ist. Die beiden Kanonen wiegen je ca. 80 to., haben ein Kaliber von 180 cm und konnten Geschosse mit einem Gewicht von ca. 750 kg verschießen. Hauptsächlich zur Verteidigung gegen Seeziele gedacht, wurden die Kanonen nie in einem Krieg eingesetzt.

Erfolg

Die Kanonen von Navarone wurde zu einem der größten Kassenschlager der frühen 60er Jahre, gilt als Klassiker seines Genres und ist auch heute noch sehr beliebt. Das Handlungsschema „Geheimkommando gegen Wehrmacht“ wurde in den 60er und 70er Jahren in mehreren Filmen erfolgreich variiert, unter anderem in Das dreckige Dutzend (1967), Agenten sterben einsam (1968) nach einem Originaldrehbuch von Alistair MacLean und Stoßtrupp Gold (1970).

Die Kanonen von Navarone war 1962 in 7 Kategorien für den Oscar nominiert, unter anderem für den besten Film, verlor aber gegen das Musical West Side Story (1961). Der Film bekam jedoch einen Oscar für die besten Spezialeffekte.

1978 wurde mit Der wilde Haufen von Navarone (auch als "Force 10 - Die Spezialeinheit" betitelt) eine Fortsetzung produziert. Die Handlung entspricht dabei dem Buch Geheimkommando Zenica von Alistair MacLean. Die Rollen von Gregory Peck und David Niven wurden, da die Produzenten die Schauspieler mittlerweile für zu alt hielten, von Robert Shaw und Edward Fox gespielt. Der wilde Haufen von Navarone konnte bei Kritik und Publikum nicht an den Erfolg des Vorgängerfilms anknüpfen.

Romanautor Alistair MacLean gelang mit der Verfilmung von Die Kanonen von Navarone der Durchbruch in Hollywood. Bis 1981 wurden 15 seiner Abenteuer- und Kriegsromane verfilmt.

Kritik

Lexikon des Internationalen Films: Aufwendiges Kriegsspiel, das vor keinem Kintopp-Effekt zurückschreckt.

DVD

Die deutschsprachige DVD des Films ist im November 2000 erschienen und enthält unter anderem einen Audiokommentar des Regisseurs und mehrere Filmdokumentationen mit neu produzierten Interviews mit den Hauptdarstellern Anthony Quinn und Gregory Peck (Quinn, Peck und Regisseur Thompson verstarben kurz darauf innerhalb von zwei Jahren).

Literatur

  • Alistair MacLean: Die Kanonen von Navarone, Heyne Juli 1981; ISBN 3785211732


Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Die Kanonen von Navarone" (Stand: Sat, May 10th 2008, 18:41) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.