Die Schlangengrube und das Pendel

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Harald Reinl

Drehbuch

  • Manfred R. Köhler

Kamera

  • Ernst W. Kalinke

Schnitt

  • Hermann Haller

Produzent

  • Wolfgang Kühnlenz

Musik

  • Peter Thomas

Erscheinungsjahr

1967

Produktionsland

Deutschland

Originalsprache

Deutsch

Originaltitel

Die Schlangengrube und das Pendel

Länge

ca. 80 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Die Schlangengrube und das Pendel ist ein von Edgar Allan Poe inspirierter deutscher Horrorfilm aus dem Jahr 1967.

Handlung

In Die Schlangengrube und das Pendel geht es um den Grafen Regula (Christopher Lee), der auf der Suche nach dem ewigen Leben ist. Er hat ein Elixier entwickelt, das ihm zum ewigen Leben verhelfen soll. Dazu braucht er aber das Blut von 13 Jungfrauen. Nachdem er bereits das Blut von 12 Jungfrauen, die er zuvor gefoltert hat, für sein Elixier besitzt, entwischt ihm die 13. Der Graf wird gefasst und zum Tode durch Vierteilen verurteilt.

35 Jahre später erhalten Roger Mont Elise (Lex Barker) und Baroness Lilian von Brabant (Karin Dor) eine Einladung zum Schloss Andomai, wo Roger mehr über seine Vergangenheit erfahren und die Baroness das Erbe ihrer Mutter antreten soll. Unterschrieben ist diese Einladung von einem gewissen Grafen Regula. Also machen sich Roger und die Baroness samt ihrer Zofe Babette (Christiane Rücker) auf den Weg zum Schloss Andomai. Auf dem Weg dorthin lesen sie noch den Priester Fabien (Vladimir Medar) auf. Nach einigen Zwischenfällen kommen sie auf dem Schloss an, wo sie zunächst mit dem Diener des Grafen Anathol (Carl Lange) vorlieb nehmen müssen. Dieser klärt sie über die Pläne des Grafen auf, den Anathol kurz darauf wieder zum Leben erweckt. Es stellt sich heraus, dass Roger Mont Elise eigentlich „Roger von Marienberg“ heißt und der Sohn jenes Richters ist, der Regula damals zum Tode verurteilt hat. Und die Baroness ist die Tochter der 13. Jungfrau, welche ihm entkommen konnte.

Regula will sich an Roger rächen und fesselt ihn am Boden in einer Kammer, von deren Decke ein scharfes Pendel hinunterschwingt, das ihn zu zerschneiden droht. Die Baroness sperrt der Graf derweil in eine Grube voller Schlangen. Als sie vor Angst ohnmächtig wird, rettet Anathol sie. Da ihr Blut nun genug Angst in sich hat, kann der Graf es ihr abzapfen, um sein Elixier fertigzustellen. Roger wurde von dem zuvor in einen Kerker gesperrten Fabien aus der Kammer befreit. Zu zweit gelingt es ihnen, das Elixier des Grafen zu zerstören, den Grafen und Anathol zu töten und die Baroness zu retten.

Hintergrund

Mit dem Film Die Schlangengrube und das Pendel wollte die deutsche Filmproduktionsfirma Constantin Film eine Reihe von Gothic-Horrorfilmen starten, die mit den britischen Hammer-Filmen konkurrieren sollte. Für den Anfang dieser Reihe war Harald Reinl die erste Wahl für den Posten des Regisseurs. Reinl hatte bereits erfolgreiche Filme wie „Der Frosch mit der Maske“ und „Der Schatz im Silbersee“ gedreht, die beide Anstoß für zwei sehr erfolgreiche Serien waren. Erster für die Edgar Wallace-Filme und zweiter für die -Spielfilmreihe. „Die Schlangengrube und das Pendel“ blieb der erste und einzige Teil dieser deutschen Horrorfilmreihe.

Es gelang den Produzenten, für die männliche Hauptrolle West-Deutschlands berühmtesten amerikanischen Schauspieler Lex Barker zu engagieren, bekannt als Old Shatterhand aus den Karl May-Filmen. Die weibliche Hauptrolle wurde mit dem Reinls damaliger Ehefrau, dem späteren Bond-Girl besetzt. Für die Rolle des wiederauferstandenen Grafen Regula konnte niemand Geringerer als Christopher Lee gewonnen werden. Lee war damals schon der führende Star im internationalen Horrorfilm, nicht zuletzt durch seine Rolle als Dracula in den britischen Hammer-Produktionen. Lees Präsenz war von entscheidender Wichtigkeit für den Film, sollte er doch Horrorfilmfans in der ganzen Welt ansprechen. Als weitere Hauptdarsteller wurden Christiane Rücker, Carl Lange, Dieter Eppler sowie der kroatische Schauspieler Vladimir Medar verpflichtet. Die stimmungsvolle, jazzige Filmmusik wurde von Peter Thomas geschrieben. Manfred R. Köhler adaptierte Edgar Allan Poes Kurzgeschichte The Pit and the Pendlum (Die Grube und das Pendel) aus dem Jahre 1842, die bereits 1961 von Roger Corman verfilmt wurde, sehr frei zu einem Drehbuch. Für das Set-Design und die Malereien war Gabriel Pellon zuständig.

Begonnen wurde mit den Dreharbeiten am 16. Mai 1967 in Rothenburg ob der Tauber und dem Isartal, wo die Außenaufnahmen gedreht wurden. Die Innenaufnahmen wurden in der Bavaria Film gemacht, wo erst Mitte Juni ein überaus skeptischer Christopher Lee zum Team stieß. So berichtete Lee am 17. Juni 1967 der damaligen Präsidentin seines Fanclubs Gloria Lillibridge folgendes: „Ich habe keine Ahnung, ob dieser Film jemals außerhalb Europas zu sehen sein wird, und das mag vielleicht sogar ganz vorteilhaft sein.“ Zu dem Dreh wurde häufig die Presse eingeladen, und auch Schaulustige und Autogrammjäger durften bei einigen Gelegenheiten das Set besuchen. Diese waren vor allem von den lebenden Schlangen, Spinnen, Geiern und Skorpionen begeistert, die in der Bavaria-Film zu finden waren.

Während der Dreharbeiten ereignete sich ein kleines Unglück, als der Kameramann Ernst W. Kalinke sich während der Aufnahmen zu der Kutschfahrt einen Arm brach. Er erschien aber bereits zwei Wochen später wieder am Set. Ansonsten verliefen die Dreharbeiten sehr effizient und es ging, Berichten zu Folge, sehr freundlich am Set zu. Die Dreharbeiten wurden am 7. Juli 1967 beendet. Nach dem Ende der Dreharbeiten und wieder in England angekommen, hatte Lee seine Meinung über den Film offensichtlich geändert, so schrieb er Gloria Lillibridge: „Der Aufenthalt in München hat mir großen Spaß bereitet, und ich war angenehm von dem überrascht, was ich bislang von dem Film zu sehen bekam. Die Farben sind erstklassig, die Sets exzellent und die schauspielerische Leistung mehr als adäquat. Der Film ist vielleicht doch nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte.

Filmzitat

Anathol: „Ich bin schon tot. Gehängt, ja gehängt. Wenn man rechtzeitig vom Galgen geschnitten wird, entwickelt der Körper Stoffe, die gegen Kugeln immun machen.“
Fabien: „Aber Misseur, ich... ich habe ihnen nichts getan!“
Anathol: „Natürlich nicht – sie haben mich nur ein klein wenig erschossen."“

Kritiken und Allgemeines

Die Premiere zu „Die Schlangengrube und das Pendel“ fand am 5. Oktober 1967 statt. Es stellte sich schnell heraus, dass der Film in geschäftlicher Hinsicht ein Misserfolg war. Er war in West-Deutschland weder ein Erfolg bei den Kritikern, noch an der Kinokasse. Der Film konnte keinesfalls mit den erfolgreichen Edgar-Wallace- oder Karl-May-Filmen mithalten. Selbst in den USA, dem potentiell besten Markt für Horrorfilme, kam „Die Schlangengrube und das Pendel“ nur als Doppelprogramm mit einem weiteren Exploitation-Film heraus und wurde ebenfalls von den Kritikern verrissen, weshalb er wohl auch die einzige deutsche Horrorfilmproduktion dieser Art blieb. Einen kleineren Erfolg konnte der Film nur bei der Ausstrahlung im Fernsehen auf lokalen Horrorkanälen feiern, die auf derartige Filme spezialisiert waren.

Rückblickend betrachtet war der Versuch, mit „Die Schlangengrube und das Pendel“ eine neue deutsche Horrorfilmreihe zu starten, von vorneherein zum Scheitern verurteilt. In Mitteleuropa ging Ende der 1960er-Jahre das Interesse an Gothic-Horrorfilmen bereits dem Ende entgegen. In Amerika hatte Roger Corman, dessen Arbeiten diesen Film sehr beeinflusste, bereits vor zwei Jahren die Welt des Edgar Allan Poe verlassen. Und in Italien, das Anfang der 1960er-Jahre begeistert Gothic-Horrorfilme feierte, war der Spaghetti-Western im Vormarsch. Lediglich in Spanien und in England (nicht zuletzt durch die Hammer-Filme) wurden solche Horrorfilme noch gern gesehen.

Christopher Lee hat seine Meinung anscheinend erneut geändert. So schreibt er in seiner Autobiographie „Tall, Dark and Gruesome“: „Die Schlangengrube und das Pendel“ ist eine komplett furchtbare Mischung aus der Poe Geschichte „The Pit and the Pendulum“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „The House of Legends“ und „Eternal Life“. Man kann sich jedoch nicht sicher sein, ob Lee den Film jemals im fertigen Zustand gesehen hat.

Der Name des Grafen Regula ist eine Anspielung auf den weltberühmten Grafen Dracula, dessen Rolle Christopher Lee in den Hammer-Filmen zum Ruhm verhalf.

„Die Schlangengrube und das Pendel“ wird als atmosphärisches B-Movie angesehen.

Das Lexikon des Internationalen Films schreibt über Die Schlangengrube und das Pendel: „... Deutscher Versuch eines Horrorfilms nach E. A. Poe, eher lachhaft als gruselig.“" Lexikon des Internationalen Films - Die Schlangengrube und das Pendel

Die Cinema schreibt über den Film folgendes: „Zahmer Horror im Romantik-Stil“.“" Cinema - Die Schlangengrube und das Pendel

Alternative Filmtitel

Die Schlangengrube und das Pendel ist wohl der Film, der am Häufigsten im Ausland seinen Verleihnamen wechselte:

  • Castle of the Walking Dead
  • The Blood Demon
  • Blood of the Virgins
  • Pendulum
  • The Snake Pit and the Pendulum
  • The Snake Pit
  • Torture Chamber
  • The Torture Chamber of Dr. Sadism
  • The Torture Room


  • El tormento de las 13 doncellas
  • Le Vampire et le sang des vierges
  • La tredicesima vergine
  • El pendulo de la muerte
  • La 13 vergine
  • El Tormento de las 13 doncellas
  • Vampire - La malédiction du château d'Andomai
  • Le Vampire et le sang des vierges


DVD-Veröffentlichung

Am 24. November 2005 erschien bei e-m-s die DVD-Veröffentlichung von Die Schlangengrube und das Pendel. Die DVD enthält den Film im anamorphen 1,66:1 Widescreen-Format und zahlreiche Extras:
  • Fernsehbericht „Ein Grusical wird gedreht“
  • Fernsehbericht „Neues vom Film“
  • Deutscher Kinotrailer zu „Die Schlangengrube und das Pendel“
  • „Die Burg des Grauens“ (Super 8-Fassung)
  • „Die Schlangengrube des Dr. Dracula“ (Super 8-Fassung)
  • Bildergalerie
  • Karin Dor-Audiointerview aus dem Jahr 2001


Quellen



Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Die Schlangengrube und das Pendel" (Stand: Wed, Apr 30th 2008, 03:55) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.