Die letzte Versuchung Christi

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Martin Scorsese

Drehbuch

  • Paul Schrader

Kamera

  • Michael Ballhaus

Schnitt

  • Thelma Schoonmaker

Produzent

  • Barbara De Fina

Musik

  • Peter Gabriel

Erscheinungsjahr

1988

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

The Last Temptation of Christ

Länge

156 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Die letzte Versuchung Christi ist ein auf dem gleichnamigen Roman von Nikos Kazantzakis aus dem Jahr 1951 basierender Spielfilm von Martin Scorsese.

Handlung

Jesus von Nazareth wird im Film, wie auch im Buch das als Vorlage diente, als Zweifelnder und mit seinem Schicksal Hadernder gezeichnet, der sich verschiedenen Versuchungen ausgesetzt sieht. Rahmen der Handlung sind die Geschehnisse, wie sie aus dem Neuen Testament bekannt sind, wobei das Bild des Menschen Jesus um verschiedene Facetten erweitert wird. Scorsese erklärt dazu: „Jesus ist, bis er Gottes Auftrag endlich begreift, eine passive Figur.“ Interview mit Martin Scorsese in die tageszeitung, 19. Januar 2005

Er beginnt als Zimmermann, der auch mit den Römern zusammenarbeitet und Kreuze für Hinrichtungen zimmert. Zunehmend plagen ihn aber existentielle Fragen über den Sinn seines Daseins. Er zieht sich zum Fasten in die Wüste zurück, wo ihn die Stimme Gottes erreicht, er aber zweifelt, ob es wahr ist, was mit ihm geschieht. In der Wüste widersteht er auch der Versuchung durch Satan. Danach wandert er als Prediger durch das Land, begleitet von einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich um ihn versammeln, wird von Johannes getauft, vollbringt Wunder, die selbst ihn in Staunen versetzen und kommt schließlich auf einem Esel reitend nach Jerusalem. Hier soll sich sein Schicksal erfüllen. Dazu drängt er seinen treuen Jünger und Freund Judas Ischariot ihn an die Sanhedrin zu verraten, was dieser nur widerwillig und bedrängt durch Jesus tut.

Als er nach seiner Verurteilung an das Kreuz genagelt wird erscheint ihm ein junges Mädchen, das sich ihm als Schutzengel zu erkennen gibt. Es erklärt ihm, dass er genug gelitten hätte, bietet ihm an, ihn vor dem Tod zu retten und tatsächlich folgt Jesus ihm. Das Mädchen bringt ihn zu Maria Magdalena, einer seiner Jüngerinnen, die ihn einst umworben hatte und die er auch begehrte, die er aber doch zurückgewiesen hatte. Nun gründet er mit ihr eine Familie, lebt unerkannt und lässt sein früheres Leben als Verkünder von Gottes Worten hinter sich. Maria stirbt bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes. Mit zwei weiteren Ehefrauen zeugt Jesus noch drei Kinder.

Erst am Ende eines langen Lebens im Kreis seiner Familie trifft er seine früheren Jünger wieder, die in der Zwischenzeit seine Lehre gepredigt hatten, aber uneins waren, was sie über sein Ende am Kreuz zu berichten hätten. Als er im Sterben liegt kommt ihn auch Judas besuchen. Wütend, weil er Jesus damals auf dessen eigenen Wunsch hin verraten hatte, der sich aber vom Tod am Kreuz davongestohlen hatte, beschimpft er ihn als Verräter.

Letztlich entscheidet Jesus sich, sein Martyrium doch noch zu vollenden um seine eigentliche Bestimmung zu erfüllen und findet sich wieder auf Golgota, am Kreuz. So ist sein Leben als Familienvater am Ende nur ein Traum, eine Vision gewesen – seine letzte Versuchung.

Rezeption

Der Film rief bei seinem Erscheinen 1988 Kontroversen und vor allem unter konservativen Christen wütende Proteste hervor. Die Geschichte von einem Jesus, der an seiner Berufung als Sohn Gottes zweifelt, mit den Römern kollaboriert, eine Frau begehrt und sich sogar dem Tod am Kreuz entzieht und eine Familie gründet, wurde als Blasphemie betrachtet. Die Kontroverse um den Film gingen so weit, dass es auch zu gewalttätigen Protesten kam, wobei etwa auf ein französisches Kino ein Brandanschlag verübt wurde. In Chile wurde der Film verboten.

Kritiken

  • Lexikon des internationalen FilmsLexikon des internationalen Films: Die letzte Versuchung Christi: Nicht als Übertragung des biblischen Stoffes, sondern als Verfilmung des Romans von Kazantzakis zu verstehender Versuch, sich mit der Person Jesus von Nazareth, seiner Verkündigung und seinem Kampf bis zur Kreuzigung auseinanderzusetzen. Dabei wird Jesus in seiner Menschlichkeit dargestellt [1] Der in mehreren Darstellungen biblischer Episoden plakative und enttäuschend flache Film stellt sich durch sein Gottesbild und die Zeichnung Jesu Christi in grundsätzlichen Widerspruch zur christlichen Heilsbotschaft. In ihrem ikonografischen Charakter wirken die Bilder ohne spirituelle Kraft und verfehlen den zentralen Aspekt des christlichen Glaubens, die erlösende Anteilnahme Gottes am existentiellen Sein der Menschen. Zuschauer, die den dargestellten Jesus als Jesus der Bibel miß-verstehen, können zu Recht Anstoß nehmen.
  • Frankfurter Allgemeine ZeitungFrankfurter Allgemeine Zeitung: Christus kam nur bis Hollywood, 18. März 2004: Man muß sich die Rolle des Messias als eine Zumutung vorstellen für den einfachen Menschen Jesus, eine Zumutung, die lange vor der Passionsgeschichte beginnt. Und wenn dieser Jesus vor seinem Tod davon träumt, daß er mit Maria Magdalena hätte glücklich werden können, dann ist das keine Blasphemie, sondern nur das Ergebnis einer sehr ernsthaften Lektüre des Johannesevangeliums, wonach das Wort Fleisch geworden sei.


Auszeichnungen

Regisseur Martin Scorsese wurde 1989 in der Kategorie Bester Regisseur für einen Oscar nominiert. Im gleichen Jahr wurde Barbara Hershey für einen Golden Globe als Beste Nebendarstellerin und das gleichnamige Album von Peter Gabriel als Beste Original-Filmmusik nominiert.

Filmmusik

Unter dem Titel Passion: Music for The Last Temptation of Christ veröffentlichte Peter Gabriel ein Jahr später ein Album das auf seinen Kompositionen für diesen Film basiert. Er arbeitete dabei mit damals unbekannten Künstlern aus Afrika und dem Nahen Osten (unter anderem Nusrat Fateh Ali Khan, Youssou N'Dour und Baaba Maal) zusammen und konnte so die Popularität der sogenannten World Music enorm steigern.

Synchronsprecher (Auswahl)

  • Jesus Christus: Lutz Mackensy
  • Judas Ischarioth: Christian Brückner
  • Maria Magdalena: Evelyn Maron
  • Saulus / Paulus: Joachim Kerzel
  • Pontius Pilatus: Frank Glaubrecht


Quellen



Weblinks

  • http://www.filmzentrale.com/rezis/letzteversuchungchristiub.htm




Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Die letzte Versuchung Christi" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.