Die totale Erinnerung – Total Recall

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Paul Verhoeven

Drehbuch

  • Gary Goldman

Kamera

  • Jost Vacano

Schnitt

  • Frank J. Urioste

Produzent

  • Mario Kassar

Musik

  • Jerry Goldsmith

Erscheinungsjahr

1990

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Total Recall

Länge

115 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

Indiziert Jahre
Die totale Erinnerung – Total Recall ist ein Science-Fiction-Film des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahr 1990 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

Handlung

Der Bauarbeiter Douglas Quaid führt ein einfaches, spannungsarmes Leben mit seiner attraktiven Ehefrau Lori. Doch Doug träumt heimlich von einem aufregenderen Leben. Er wäre gerne ein Geheimagent, der aufregende Abenteuer erlebt.

Angeregt von der Werbung beschließt er die Dienste von REKALL Inc. in Anspruch zu nehmen. REKALL verspricht seinen Kunden künstliche Erinnerungen einzupflanzen, die nicht von echten zu unterscheiden sind, und obwohl der Kunde weiß, dass das „Erlebte“ nicht real ist, lösen die „Erinnerungen“ die selben Emotionen aus wie echte.

Trotz der Warnung eines Kollegen vor der Gefahr einer Lobotomie will sich Doug die Erinnerung an einen Urlaub auf dem Mars einpflanzen lassen, zu dem er schon immer eine Affinität verspürte. Um die Erinnerung aufzuwerten, lässt er sich zum Geheimagenten machen.

Bei der Implantierung geht jedoch etwas schief, und Doug verlässt REKALL ziemlich verwirrt. Plötzlich ist in Dougs Leben nichts mehr wie vorher. Mehrere Männer greifen ihn auf offener Straße an und versuchen ihn zu töten. Doug zeigt plötzlich unerwartete Fähigkeiten: Er entwaffnet einige der Männer und tötet mehrere von ihnen, bevor er den Rest seiner Verfolger abhängen kann.

Doug flieht zu seiner Frau, doch diese versucht ebenfalls ihn zu töten. Er kann Lori überwältigen, bringt es jedoch nicht fertig, sie umzubringen und muss erneut vor seinen Häschern fliehen. Auf seiner Flucht steigt Doug in einem Hotel ab, in dem ihn ein Fremder kontaktiert und ihm einen Koffer mit Waffen, Ausrüstung, falschen Papieren und einer Botschaft, die ihn auffordert zum Mars zu reisen, zuspielt.

Auf dem Mars begegnen Doug ständig Personen, die ihn als einen gewissen Hauser erkennen, unter anderem findet er über seine Identität als Hauser Anschluss an eine Rebellengruppe, die gegen die Vormachtstellung von Gouverneur Vilos Cohaagen kämpfen. Cohaagen zieht seine Macht daraus, dass er die vollständige Kontrolle über die Atemluft in der Kolonie hat.

Auf einen Hinweis hin trifft er die ihn als Hauser identifizierende Untergrundkämpferin Melina, welche ihm schon aus seinen ihn ständig verfolgenden Träumen (bzw. seiner implantierten REKALL-Erinnerung) bekannt ist.

Doug findet im Laufe der Geschichte heraus, dass er in Wirklichkeit Hauser, ein Agent Cohaagens ist. Cohaagen ließ ihm die Erinnerung an das fiktive Leben von Douglas Quaid zusammen mit einem unwiderstehlichen Drang zum Mars einpflanzen, um ihn dazu zu bringen, zum Mars zu reisen und so - unfreiwillig - die Rebellen zu enttarnen. Cohaagen will um jeden Preis verhindern, dass die eigentlich unbedeutende Widerstandsbewegung hinter ein unglaubliches Geheimnis kommt.

Bei Minenarbeiten haben Arbeiter Cohaagens entdeckt, dass sich unter dem Olympus Mons, dem höchsten Berg unseres Sonnensystems, eine gigantische Höhle befindet, die bis auf den Eiskern des Planeten hinabreicht. In diese Höhle haben Außerirdische „vor langer Zeit“ (die Wissenschaftler schätzen einen Zeitraum von über 500.000 Jahren) einen riesigen Reaktor gebaut, der in der Lage ist, einen Teil des Eiskerns zu schmelzen und so eine dichte, atembare Atmosphäre zu schaffen. Sollte die Existenz dieser Maschine bekannt werden, wäre Cohaagens Herrschaft auf dem Mars in Gefahr. Wenn die Marsbevölkerung die Aktivierung des Reaktors erzwingen und die Maschine noch funktionieren würde, wäre Cohaagens Atemluftgeschäft ruiniert und seine Machtbasis dahin.

Im weiteren Verlauf der Geschichte taucht Dougs „Ehefrau“ Lori wieder auf und versucht ihn zusammen mit einem Vertreter von REKALL davon zu überzeugen, dass er noch immer bei REKALL ist und im Koma liegt. Er müsse nur eine Pille einnehmen und alles wäre vorbei. Doug fällt beinahe auf die beiden herein, kann sie jedoch enttarnen und tötet sie. Er wird jedoch von Cohaagen gefangen, kann aber erneut fliehen und so verhindern, dass Hauser wieder in seinen Körper implantiert wird. Nun ruft Cohaagen den Notstand aus und dreht in einem Armenquartier, dem Sektor G, die Luft ab, um Doug zur Aufgabe zu zwingen.

Doug und Melina können nach einem harten Kampf gegen Cohaagens Handlanger den Reaktor aktivieren und so eine atembare Atmosphäre herstellen. Melina und Doug ersticken fast, als sie bei der Aktivierung der Maschine an die Marsoberfläche gelangen, werden aber gerettet, Cohaagen jedoch stirbt.

Der Film endet mit einer Einstellung von Doug und Melina, die sich vor einem strahlend blauem Marshimmel küssen.Es ist außerdem am Ende nicht klar, ob er wirklich Agent war und durch den Fehler bei ReKall sein Gedächtnis zurückerlangt hat oder ob das alles nur eine von ReKall implantierte künstliche Erinnerung ist.

Kritiken

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film wäre blutig, aber schick („bloody yet chic“), wobei er die Regie von Paul Verhoeven lobte. Berardinelli lobte ebenfalls die Leinwandpräsenz von Arnold Schwarzenegger.

Auszeichnungen

Der Film wurde 1991 für die Besten Toneffekte und für den Besten Ton für den Oscar nominiert. Eric Brevig und Rob Bottin erhielten bei der Oscar-Verleihung 1991 für die visuellen Effekte einen Special Achievement Award.

Der Film gewann 1991 den Saturn Award in zwei Kategorien, darunter als Bester SF-Film, und wurde in sieben weiteren Kategorien für den Saturn Award nominiert – darunter Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Paul Verhoeven und Jerry Goldsmith. Er wurde ebenfalls 1991 wegen der visuellen Spezialeffekte für den BAFTA Award nominiert.

Jerry Goldsmith gewann für seine Filmmusik 1991 den BMI Film Music Award.

Hintergründe

Der Film basiert auf der We Can Remember It For You Wholesale des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick. Wie bei vielen anderen Verfilmungen seiner Geschichten (z. B. Blade Runner oder auch Minority Report) geht aber auch in dieser der psychologische Ansatz verloren. Die Suche nach der Wirklichkeit ist in der Kurzgeschichte erheblich wichtiger als die Rettung der Menschheit oder das Vernichten möglichst vieler Gegner.

Unter den Science-Fiction-Fans hat sich nach dem Film eine rege Diskussion darüber entfacht, was nun Wahrheit und was Fiktion sei. Der Film beantwortet diese Frage nämlich nicht: Ist Quaids bisheriges Leben implantiert – oder doch seine Identität als Geheimagent?

Als Anzeichen dafür, dass er doch „nur“ ein Bauarbeiter sei, wird die Szene beschrieben, in welcher der Mitarbeiter von REKALL Inc. auftaucht und ihn zu überzeugen versucht, dass seine ganzen Abenteuer nur ein implantiertes Programm seien, das er allerdings aufgrund einer Fehlfunktion nun mit eigener Fantasie „weiterspinne“. In dieser Szene hält Quaid dem Mann eine Pistole an den Kopf und meint, wenn alles ein Hirngespinst sei, würde es ja nichts ausmachen, wenn er ihn erschieße.

Der Mann beschreibt daraufhin sehr genau, was im Rest des Films tatsächlich passiert: „In Ihrer Vorstellung wäre ich tot [1], die Mauern der Realität würden zusammenbrechen passiert direkt, nachdem er den Mann erschossen hat – in einer Minute wären Sie die Rettung für den Mars, in der nächsten aber Cohaagens Busenfreund behauptet Cohaagen, Quaid hätte sich absichtlich das Gedächtnis löschen lassen, um die Widerstandsbewegung infiltrieren zu können.“

Quaid hingegen nimmt die Tatsache, dass der Mann vor Nervosität schwitzt, als Beweis dafür, dass er lügt. Diejenigen, welche der „Bauarbeiter-Theorie“ anhängen, führen als Argument an, dass sich Quaid sowieso seine eigene Wahrheit zurechtfantasiert, also könne er sich selbst genauso gut auch das Schwitzen ausgedacht haben.

Der Film hingegen bleibt selbst am Ende offen: Als der Mars per Terraforming bewohnbar gemacht wurde und Quaid und Melina gerettet sind, fragt Quaid: „Was wäre, wenn alles das ein Traum ist?“ Sie antwortet: „Dann küss mich ganz schnell, bevor du aufwachst.“

Während des Kusses blendet die Szene ab ins Weiß – der Abspann folgt. Ob Quaid nun wirklich der Freiheitskämpfer ist, welcher den Mars gerettet hat – oder ob er gleich nach dem Kuss schwer hirngeschädigt (lobotomiert) oder auch nach einem Urlaub wie bestellt bei REKALL Inc. aufwacht, wird nicht gezeigt.

Gewaltdarstellung und Altersbeschränkung

Aufgrund drastischer Darstellung von Gewalt wurde der Film in Deutschland altersbeschränkt und ist nur noch für Erwachsene (FSK 18) freigegeben. Diese Fassung ist ungekürzt und identisch mit der US-Fassung, die ein R-Rating erhalten hat (Restricted = entspricht in etwa der deutschen Freigabe ab 16 Jahren). Die Urversion des Films war noch blutiger und gewalttätiger und musste, um überhaupt eine Freigabe in den USA zu erlangen, zensiert werden. Diese Fassung ist nie erschienen (und ein genereller Release derzeit mehr als fraglich), daher gilt die R-Rated-Fassung als ungekürzt.

Es existiert auch eine um etwa zwei Minuten gekürzte Version dieses Films mit einer FSK 16 Freigabe, die regelmäßig im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Fortsetzungen

Für das Fernsehen wurde 1998/1999 eine Serie namens Total Recall 2070 produziert, welche sich lose an dem Film orientierte. Sie wurde jedoch bereits nach einer Staffel abgesetzt.

Weblinks



Total RecallSidste udkald



Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Die totale Erinnerung – Total Recall" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.