Duell – Enemy at the Gates

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Jean-Jacques Annaud

Drehbuch

  • Alain Godard

Kamera

  • Robert Fraisse

Schnitt

  • Humphrey Dixon

Produzent

  • John D. Schofield

Musik

  • James Horner

Erscheinungsjahr

2001

Produktionsland

Vereinigte Staaten

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Enemy at the Gates

Länge

130 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

ab 16 Jahre
Duell – Enemy at the Gates ist ein international koproduzierter aus dem Jahr 2001, der während der Schlacht von Stalingrad im Jahr 1942 spielt.

Handlung

Stalingrad, im Winter 1942/43: Die deutsche 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulus hat fast ganz Stalingrad eingenommen. Tausende Sowjetbürger werden zu den Waffen gerufen, um gegen die deutsche Wehrmacht zu kämpfen, darunter auch der junge Scharfschütze Wassili Saizew. Zunächst werden er und viele andere in Booten über die Wolga gebracht, wobei sie von deutschen Stukas angegriffen werden. Am Ufer angekommen, wird nur jedem zweiten Mann ein Gewehr gegeben, Wassili geht leer aus und erhält nur etwas Reservemunition. Anschließend werden sie gegen deutsche Verteidigungslinien geworfen, der Angriff misslingt, zurückweichende russische Soldaten werden von Politoffizieren niedergeschossen. Wassili versteckt sich zwischen den Toten und trifft den Politkommissar Danilow, der zuvor mit seinem Propagandaauto einen Artillerietreffer erhalten hat. In einem Brunnen liegend, erschießt er fünf deutsche Soldaten am anderen Ende des Platzes, Danilov ist begeistert. Mit seiner Propaganda wird Wassili zum Kriegshelden hochstilisiert. Auch die junge Soldatin Tanja Tschernowa erweckt sein Interesse. Wassili wird zum Scharfschützen befördert, täglich sterben Dutzende Wehrmachtssoldaten, vor allem Offiziere, durch ihn und sein Gewehr.

Da immer mehr deutsche Offiziere dem sowjetischen Präzisionsschützen zum Opfer fallen, wird der hochdekorierte Major König nach Stalingrad entsandt, um Saizew zu töten. Er stellt schon nach kurzer Zeit einen indirekten Kontakt zu ihm her, als er den jungen Russen Sascha Filipow trifft, mit dem sich auch Saizew angefreundet hat.

Wiederholt geraten die beiden Scharfschützen in Kämpfe, bis schließlich sowohl Sascha als auch Danilow dem Deutschen zum Opfer gefallen sind; Tanja ist schwer verwundet und unauffindbar. So macht sich Wassili allein auf zum letzten Duell mit seinem Kontrahenten. Nachdem er diesen mit einem scheinbaren Treffer ins Freie locken kann, wird König unvorsichtig, worauf Saizew ihn niederstrecken kann.

In den letzten Momenten des Films sucht er in einem Lazarett nach Tanja. Der Film endet damit, dass Wassili Tanja gefunden hat und sich an ihr Krankenbett setzt.

Lokomotive 41 1303, abgestellt in Röbel, 2004

Hintergrund

Vorlage für den Film ist William E. Craigs Buch Enemy at the Gates. The Battle for Stalingrad William Craig (2000): Enemy at the Gates. The Battle for Stalingrad. Harmondsworth: Penguin Books, insbesondere Seiten 121-130, ISBN 0-141-39017-4. (Erstauflage 1973. New York: Readers Digest Press); deutsche Übersezung (2001): Duell – Enemy at the Gates. Tatsachenbericht. München: Heyne, ISBN 3-453-19510-8 (Erstauflage 1974. München, Wien, Basel: Desch, unter dem Titel Die Schlacht um Stalingrad: der Untergang der 6. Armee). von 1973. Der somit teilweise auf wahren Begebenheiten und Charakteren basierende Film entstand in den Filmstudios von Babelsberg in Deutschland. Außenaufnahmen entstanden in den Kalkwerken in Rüdersdorf bei Berlin. Die in mehreren Bahnhofszenen zu sehenden Eisenbahnfahrzeuge (u.a. Dampflokomotive 41 1303) befinden sich heute, teilweise noch mit der Filmbemalung, auf dem Freigelände des Vereins HeiNaGanzlin am Bahnhof in Röbel.

Die Filmmusik ist von James Horner und erschien 2001 bei Sony Classical. Enemy at the Gates Filmmusik bei soundtrackcollector.com

Kritik

Mehrere namhafte Kritiker bemerken eine fahrlässige Aufarbeitung des Kriegsgeschehens in „Hollywood-Manier“ und die einseitige Darstellung der beteiligten Parteien. Sie erwähnen eine Glorifizierung der Roten Armee und Stalins, wobei auch die unmenschlichen Seiten der Roten Armee gezeigt und die Propaganda innerhalb der Armee subtil lächerlich gemacht wird. Z. B. lässt Koulikov sich über seine persönlichen Erfahrungen mit Stalins „Glück für alle“ spöttisch aus.

Ebenfalls kritisiert werden mehrere historische Ungenauigkeiten. So hat die Wehrmacht tatsächlich nie einen Scharfschützen nach Stalingrad geschickt, der Saizew ausschalten sollte. Allerdings ist in den Memoiren des russischen General Wassili Tschuikow über die Verteidigung Stalingrads ein Bericht über die Duelle der sowjetischen und deutschen Scharfschützen zu finden, worin Tschuikow beschreibt, dass auf deutscher Seite der „oberste Ausbilder der Scharfschützen“, ein Major, getötet wurde.

Auch die Affäre mit Tania und der noch kindliche Doppelagent Sascha sind frei erfunden.

Als der Film russischen Stalingrad-Veteranen vorgeführt wurde, fanden sie die Darstellung der roten Armee und der gezeigten Umstände dermaßen falsch und beleidigend, dass sie baten, den Film in Russland zu verbieten. Vor allem die Darstellung der Tänze wurde äußerst negativ aufgefasst. „Als Soldat suchte man zwei Dinge: Nahrung und etwas Schlaf.“, so die Veteranen.

Fehler

Duell – Enemy at the Gates weist neben erfundenen Charakteren und den im vorangegangenen Abschnitt genannten Ungenauigkeiten einige historische Fehler auf:

  • Friedrich Paulus war im Herbst 1942 noch General der Panzertruppe. Erst nach der Einkesselung der Stadt wurde er im Dezember 1942 zum Generaloberst und im Januar 1943 zum Generalfeldmarschall befördert.
  • Die Karte im Vorspann des Films, die die Eroberungen der Deutschen in Osteuropa darstellen soll, ist historisch vollkommen unkorrekt; so zeigt sie zum Beispiel einen Einmarsch in die neutrale Schweiz, während Norwegen unberührt bleibt.
  • Im Film, der im Winter 1942/43 spielt, kämpft auf russischer Seite eine Version des T-34-Panzers, der T-34/85, der erst ab Ende 1943 ausgeliefert und eingesetzt wurde.
  • Russische Soldaten werden in abgedeckten Wagen transportiert; in Wirklichkeit waren die Wagen offen, damit die Soldaten im Falle von Luftangriffen schnell abspringen konnten.
  • Während der russischen Pressekonferenz wird die Hymne der Sowjetunion gespielt, die erst ab 1944 im Gebrauch war.
  • Wassili Saizew lernte das Schießen bei der Jagd auf Rehwild, nicht auf Wölfe.
  • Von den Generälen der Sowjets und von Stalin selbst wird ihre Armee immer „Rote Armee“ genannt. Tatsächlich bezeichneten die Sowjets ihre eigene Armee immer als „Sowjetarmee“.
  • Die Auszeichnung, die Major König von seinem gefallenen Sohn aufbewahrt, ist als Ritterkreuz angegeben, es handelt sich um das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes. Da sein Sohn als Frontoffizier gefallen ist, wäre aber das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wahrscheinlicher.
  • Major König trägt eine Jacke, die offenbar ein nach individuellen Wünschen geschneidertes Bekleidungsstück darstellen soll. So etwas hat es freilich gegeben. Leider ist die Basis für das Filmkostüm zu leicht erkennbar: Farbe, Grund-Schnitt und vor allem die Knöpfe verraten eine Jacke der schwedischen Streitkräfte aus der Nachkriegszeit. Eine doppelreihige Windjacke der Gebirgsjäger der Wehrmacht wäre hier wohl passender gewesen. In diversen Modifikationen gab es diese Jacke auch schon im Zivilleben seit den zwanziger Jahren als sogenannte Bergjacke. Ein Mann wie König könnte so eine Jacke durchaus getragen haben - auf alle Fälle wäre sie authentischer als das gewählte Filmkostüm.


Unterschiede zum Roman

Werden die Kämpfe um Stalingrad im Film praktisch ausschließlich von russischer Seite gezeigt, so ist der zugrunde liegende Tatsachenroman sowohl aus Sicht russischer Soldaten und Zivilisten als auch aus der Sicht deutscher und italienischer Soldaten gezeichnet.Das Duell zwischen Saizew und König nimmt auch nur einen kleinen Teil des Romanes ein, der von den ersten Angriffen der Deutschen auf die UdSSR bis zu den Erlebnissen der kriegsgefangenen Deutschen und Italiener spielt.

Filmkritiken

  • Blickpunkt Film: Aufwändiges Kriegsepos, exzellent besetzt, hervorragende Darstellerleistungen.
  • CINEMA: Zwiespältiges Kriegsdrama um Liebe, Tod und ein Duell in der Schlacht um Stalingrad.
  • David R. Stone, „Review of Enemy at the Gates,“ H-War, H-Net Reviews, June, 2002. URL: http://www.h-net.org/mmreviews/showrev.cgi?path=259. (englische Rezension des Historikers David R. Stone, Kansas State University)


Quellen



Weblinks



Nepřítel před branami



Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Duell – Enemy at the Gates" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.