Hannibal (2001)

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Ridley Scott

Drehbuch

  • Steven Zaillian

Kamera

  • John Mathieson

Schnitt

  • Daniele Sordoni

Produzent

  • Ridley Scott

Musik

  • Hans Zimmer

Erscheinungsjahr

2001

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Hannibal

Länge

126 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

18 Jahre
Hannibal ist Titel der Verfilmung des gleichnamigen Romanes von Thomas Harris; die Regie führte Ridley Scott. Es ist der dritte Teil einer Romantrilogie um den Serienmörder Hannibal Lecter. Die Verfilmung entstand als Fortsetzung zu Das Schweigen der Lämmer aus dem Jahr 1991 und Blutmond (Romantitel: Roter Drache) von 1986.

Handlung

Clarice Starling konnte beim FBI keine Karriere machen; sie wird ständig vom verheirateten Regierungsbeamten Paul Krendler bedrängt, den sie einst als Liebhaber abblitzen ließ. Zudem unterlief ihr bei einer Verhaftung einer Drogenabhängigen ein folgenschwerer Fehler, der ein Blutbad auslöste.

Etwa zehn Jahre nach seiner Flucht lebt Hannibal Lecter als der Capponi-Bibliothek unter dem falschen Namen Dr. Fell in Florenz. Der italienische Kommissar Rinaldo Pazzi, ein Nachkomme der Familie Pazzi, soll das rätselhafte Verschwinden seines Vorgängers aufklären. Er wird auf Dr. Fell alias Hannibal Lecter aufmerksam und stellt fest, dass eins seiner früheren Opfer eine hohe Belohnung auf ihn ausgesetzt hat; Mason Verger, der entstellte schwerreiche Erbe eines Viehbarons, das einzige Opfer, welches Lecters sadistische Eskapaden überlebt hat. Dr. Lecter hatte Verger, seines Zeichens praktizierender Sado-Masochist, einst unter Drogen gesetzt und ihn dann überredet, sich das Gesicht abzuschälen und es buchstäblich an die Hunde zu verfüttern.

Der Kommissar denunziert Lecter bei Vergers Vertrauensleuten in der Schweiz. Verger schickt seine Schergen, um Lecter gefangen nehmen zu lassen und ihn an menschenfressende Riesenwaldschweine zu verfüttern. Lecter kann einen der Männer töten. Er überwältigt Pazzi im Palazzo Vecchio und will die Szene auf einem alten Gemälde inszenieren, auf dem einer der Ahnen des Kommissars wegen der Beteiligung an der Pazzi-Verschwörung vor der Fassade des Palastes erhängt wurde. Mit gepflegter Höflichkeit fragt Lecter den Kommissar, ob dieser die Innereien drinnen behalten möchte oder – wie auf dem Gemälde – mit aufgeschlitztem Bauch gehängt werden soll. Lecter wartet allerdings nicht auf die Antwort, entscheidet sich für die zweite Variante, erhängt Pazzi und verlässt die Stadt.

In den USA kommt es zum Showdown – Lecter wird von den Helfern Vergers entführt. Starling rettet Lecter das Leben, wird dabei aber selbst schwer verletzt. Verger wird von seinem Leibarzt in die Grube der Riesenwildschweine gestoßen, wozu ihn Lecter anstiftet. Lecter nimmt Starling mit sich und pflegt sie gesund. Sie wird zu einem Festessen eingeladen, bei dem Paul Krendler, unter Drogen gesetzt und mit geöffneter Schädeldecke, Teile seines eigenen Gehirns verspeist. Starling gelingt es, das FBI zu benachrichtigen, und sie kettet Lecter mit Handschellen an sich. Um rechtzeitig zu entkommen, hackt sich Lecter die eigene Hand ab – und lässt Starling am Leben. In der letzten Szene sieht man ihn in einem Flugzeug über einer Zwischenmahlzeit zu einem Kind sagen, man solle im Leben neue Sachen ausprobieren.

Hintergrund

Im Juli 1999 veröffentlichte Thomas Harris den dritten Teil seiner Hannibal-Lecter-Trilogie, die Produzenten des Films waren bereits in dieser Zeit in Kontakt mit Harris. Trotz zahlreicher Änderungen am Drehbuch sagten Jodie Foster und Jonathan Demme als Hauptdarstellerin bzw. Regisseur des Vorgängerfilmes Das Schweigen der Lämmer ab. Doch schon am 8. Mai 2000 begannen die Dreharbeiten in Florenz mit Ridley Scott als Regisseur, der gerade Gladiator abgeschlossen hatte. Clarice Starling wurde von Julianne Moore verkörpert, die sich unter anderem gegen Gillian Anderson, Cate Blanchett und Helen Hunt durchsetzen konnte.

Die Dreharbeiten in Florenz erwiesen sich als schwierig, da es an vielen Stellen fast unmöglich ist, Drehgenehmigungen zu erhalten, die Stadt im Sommer von unzähligen Touristen besucht wird und die Straßen daher immer voller Menschen sind. Nicht einmal einen Monat nach Beginn der Dreharbeiten, am 6. Juni 2000, flog das Team nach Washington und drehte sechs Tage am Bahnhof „Union Station“. Im Anschluss folgten siebenwöchige Dreharbeiten in Richmond (Virginia), wo die Eröffnungsszene („Fischmarkt-Massaker“) gedreht wurde, für die Moore vorher ein Schusswaffentraining beim FBI in Quantico in der Nähe von Richmond erhalten hatte.

Es folgten Dreharbeiten auf dem Gut des ehemaligen US-Präsidenten James Madison in Montpelier (Virginia), auf dem in einem Viehstall die Wildschwein-Szenen gedreht wurden, und Dreharbeiten auf dem Biltmore Estate, dem größten Privatanwesen in Nordamerika in Asheville (North Carolina), das als Mason Vergers Anwesen dienen sollte. Die Dreharbeiten wurden am 25. August 2000 abgeschlossen.

Die im Film vorkommende Opernarie „Vide Cor Meum“ wurde von dem irischen Harfenisten und Filmkomponisten Patrick Cassidy (* 1956) eigens für den Soundtrack komponiert. Die Textgrundlage der Arie ist ein Sonett aus Dante Alighieris „Vita Nova“. Aufgrund des großen Anklangs, den die Arie beim Publikum fand, erwägte Cassidy zeitweilig, eine vollständige Oper darum herum zu komponieren. Diese Pläne sind allerdings mittlerweile wieder eingeschlafen. Die Arie wurde auch im Soundtrack zu Ridley Scotts „“ wiederverwendet.

Der Film wurde ein großer kommerzieller Erfolg und spielte, bei einem Budget von 87 Millionen Dollar, weltweit 351 Millionen Dollar ein.

Kritiken

Die Filmzeitschrift Cinema schrieb: „Das Schwelgen in dämonischen Bildern gibt dem Film einen eleganten Touch, der, durchbrochen von wohldosierten blutigen Effekten, den Zuschauer schaudern lässt und manchen Magen auf eine Belastungsprobe stellt.“

Das Nachrichtenmagazin Focus schrieb: „Regisseur Ridley Scott ("Gladiator") weiß, wie man Kino packend inszeniert. Sein „Hannibal“, die sehnsüchtig erwartete Fortsetzung von „Das Schweigen der Lämmer“, ist ein Psycho-Thriller für Gourmets: delikat und kultiviert, zum Teil gewagt und dennoch stets niveauvoll. Der Plot ist ein komplexer Wettkampf der Interessen, bei dem keiner der Akteure mit offenen Karten spielt. „Gut gegen Böse“ war einmal – die Grenzen sind verschwommen, jeder kocht sein eigenes Süppchen. Im Fall des wort- und weltgewandten Dr. Lecter – Anthony Hopkins wieder in der Rolle seines Lebens – sind die Zutaten dafür die Innereien seiner Opfer.“

Das Nachrichtenmagazin Stern schrieb: „Regisseur Ridley Scott hat »Hannibal« als Thriller inszeniert, der über lange Strecken hinweg allein von den grandiosen Kulissen der Stadt Florenz, vom sensiblen Spiel der Hauptdarsteller und einer fast fühlbaren Angst lebt. Anthony Hopkins spielt die Rolle seines Lebens. Wie er aus dem gebildeten Kurator binnen Sekunden einen bestialischen Killer macht, hat die Welt noch nicht gesehen.“

Auszeichnungen für den Film

  • Goldene Leinwand 2001
  • ASCAP Award 2002
  • Bogey Award in Silber 2001
  • Nominierung für MTV Movie Award 2001
  • Nominierung für Golden Trailer Award 2001
  • Nominierung für Saturn Award 2002


Literatur

  • Thomas Harris: Hannibal. Hoffmann & Campe, 1999. ISBN 3-455-02688-5


Weblinks







Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Hannibal (2001)" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:26) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.