Heat (1995)

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Michael Mann

Drehbuch

  • Michael Mann

Kamera

  • Dante Spinotti

Schnitt

  • Tom Rolf

Produzent

  • Kathleen M. Shea

Musik

  • Elliot Goldenthal

Erscheinungsjahr

1995

Produktionsland

USA

Originalsprache

englisch

Originaltitel

Heat

Länge

164 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Heat ist ein Thriller des Regisseurs Michael Mann aus dem Jahr 1995. Hauptdarsteller sind Al Pacino und Robert De Niro.

Handlung

Neil McCauley (Robert De Niro) ist ein hartgesottener Profigangster, der zahlreiche Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat und fest entschlossen ist, nie wieder einen Fuß in ein Gefängnis zu setzen. Der stets hochkonzentrierte Einzelgänger hat sein Leben wie einen einzigen Fluchtplan organisiert. Seine Philosophie lautet: „Binde dich nicht an Dinge, die du nicht innerhalb von 30 Sekunden vergessen kannst wenn Dir der Boden zu heiß wird.“ Gemeinsam mit seiner Gang, Chris Shiherlis (Val Kilmer), Michael Cheritto (Tom Sizemore) und dem Hehler Nate (Jon Voight), ist McCauley für eine Reihe von ausgefeilten und spektakulären Raubüberfällen in und um Los Angeles verantwortlich.

Bei seinem letzten Coup ging allerdings einiges schief. Der exakt ausgetüftelte Überfall auf einen Geldtransporter endet in einem Blutbad, als der psychopathische Waingro (), den McCauley zum ersten Mal engagiert hat, einen Wachmann ohne Anlass erschießt, woraufhin die Gruppe zwei weitere Wachleute erschießt, um keine Mordzeugen zu hinterlassen. Als McCauley Waingro nach geglückter Flucht eliminieren will, kann Waingro entkommen. Von diesem Moment an ist Waingro fest entschlossen sich an seinem undankbaren Boss zu rächen.

Vincent Hanna (Al Pacino) ist Detective im Raub- und Morddezernat des Los Angeles Police Departments (LAPD). Er ist bekannt dafür, den Tatort eines Verbrechens wie ein Spürhund zu durchsuchen, die Witterung aufzunehmen und sich von einer Art animalischen Instinkt getrieben auf die Jagd nach den Tätern zu begeben. In der Polizeiarbeit ist er ein Ass – der Rest seines Lebens ist ein Chaos. Nach zwei Scheidungen steht auch seine dritte Ehe auf der Kippe und Hannas ganze Konzentration gilt den Fällen, die er bearbeitet. Als er den dreifachen Raubmord untersucht, den McCauley mit seiner Gang begangen hat, scheint es zuerst keinerlei Hinweise auf die Täter zu geben. Nur durch Zufall stößt Hanna auf einen Informanten, der ihn auf die richtige Spur bringt.

Währenddessen wird McCauley mit zwei unvorhergesehenen Ereignissen konfrontiert: Der ursprüngliche Besitzer der bei dem Geldtransport-Coup gestohlenen Wertpapiere, der diese zum halben Preis zurückkaufen will, um die Versicherung zu betrügen, will ihm die Papiere abnehmen und ihn dann töten lassen. Zwar kann McCauley dem Attentat entgehen, doch von diesem Moment an ist es für ihn eine beschlossene Sache, dass er den mörderischen Betrug rächen will.

Außerdem lernt McCauley die sympathische und attraktive Eady (Amy Brenneman) kennen, in die er sich verliebt. Eady ahnt nichts von McCauleys finsteren Geschäften und glaubt, ihr neuer Liebhaber sei Geschäftsmann. McCauley ist hin- und hergerissen: Einerseits will er die Liebe und Geborgenheit von Eady nicht mehr missen, andererseits weiß er, dass sich eine feste Beziehung mit seinem mörderischen Leben nicht vereinbaren lässt.

Auch McCauleys Freund und Komplize Chris kann seine illegalen Geschichten nicht mehr mit seinem Privatleben vereinbaren. Seine Frau Charlene (Ashley Judd) droht, sich den gemeinsamen Sohn Dominic zu schnappen und sich davon zu machen. Der sensible Chris würde an der Trennung zerbrechen – und doch kann er nicht anders, als weiterhin für McCauley zu arbeiten und der Spielsucht zu frönen.

Währenddessen zieht Hanna sein Netz um McCauley immer enger, jedoch wohlwissend, dass sein Widersacher viel zu clever ist, um sich jemals auf frischer Tat ertappen zu lassen. Hanna fasst einen unorthodoxen Plan: Er lädt McCauley freundlich zu einem Kaffee ein und erklärt ihm, dass er ihn früher oder später aus dem Verkehr ziehen werde. McCauley reagiert mit verblüffender Gelassenheit und Offenheit: Er erklärt ihm, dass er – genauso wie Hanna – nur seiner Berufung folge. Ihm bliebe gar keine andere Wahl. Und er gebe Hanna Recht: Irgendwann wird einer von beiden den anderen töten müssen.

Als McCauley und seine Gang einen großangelegten Bankraub durchziehen, eskaliert die Situation. Durch einen von Waingro initiierten Verrat können Hanna und seine Männer McCauleys Gang beim Verlassen der Bank auflauern. Es kommt zu einem mörderischen Schussgefecht, bei dem Michael stirbt und Chris schwer verletzt wird. McCauley gelingt es, samt dem halbtoten Chris im Schlepptau, zu entkommen. Von nun an geht es um Sekunden: McCauley muss Eady seine wahre Identität offenbaren und Hanna weiß, dass seine letzte Chance gekommen ist, seinen Feind zu erwischen. Nachdem McCauley Waingro in seinem Hotelzimmer erschossen hat, flüchtet er vor dem Verfolger Hanna auf den nahe gelegenen Flughafen Los Angeles, wo seine vermeintliche Fluchtgelegenheit wartet. Hanna weiß: Gelingt es McCauley, die Stadt zu verlassen, wird er nie wieder von ihm hören. Alles steuert auf den Moment zu, den McCauley prophezeit hat: Hanna und er werden sich Auge in Auge gegenüber stehen.

Im finalen Showdown am Los Angeles Airport gelingt es Hanna McCauley zu stellen und mehrere Schüsse auf ihn abzufeuern. Am Ende des Filmes stirbt der schwer verletzte McCauley, während Hanna erleichtert aber respektvoll seine Hand hält. Und so behält McCauley am Ende Recht: Er wird nie wieder einen Fuß in ein Gefängnis setzen.

Kritiken

Auszeichnungen

  • Saturn Award: Nominierungen für Val Kilmer und als Bester Actionfilm
  • MTV Movie Award: Nominierung für Val Kilmer
  • Chicago Film Critics Association Award: Nominiert als Bester Film
  • YoungStar Award: Nominierung für Natalie Portman
  • Cinema Audio Society Award: Nominierung für den Tonschnitt


Hintergrund

Neben dem Duell der beiden Protagonisten thematisiert der Film vor allem auch die Beziehungen der Männer zu ihren Frauen und ihre Sehnsüchte. Letztendlich scheitern alle in dieser Hinsicht, da ihre bedingungslose Hingabe an Aufgabe und Rolle dem Anderem keinen Platz lässt.

Die Aufnahmen für den Showdown auf dem Flughafen von Los Angeles wurden bei vollem Flugbetrieb durchgeführt.

Heat ist der erste Film, der die beiden Hollywoodgrößen Al Pacino und Robert De Niro zusammen in einer Szene auf der Leinwand zeigte. Beide spielten zwar schon im zweiten Teil des Paten mit, hatten dort aber keine gemeinsame Szene.

Der Film ist ein Remake des Fernsehfilms L.A. Takedown, den Michael Mann bereits 1989 gedreht hat. Darin spielt Scott Plank Vincent Hanna und Alex McArthur spielt Patrick McLaren, wie die Rolle des McCauley in diesem Film heißt. Die Story des Films ist weitgehend identisch und viele Szenen unterscheiden sich lediglich in der konkreten Umsetzung von Heat.

Deshalb sind die Figuren in Manns Drehbuch auch nicht speziell den beiden Hauptdarstellern Pacino und De Niro auf den Leib geschrieben – hauptsächlich, weil er es kaum zu träumen wagte, dass diese Giganten-Besetzung tatsächlich Wirklichkeit werden könnte. Heute sagt er dazu: „Ich kann mir niemand anderen als Al Pacino mehr vorstellen, der Vincent Hanna hätte spielen können. Und ich kenne niemanden, der für die Figur des Neil McCauley besser geeignet gewesen wäre als Robert De Niro.“

In Heat gibt es nahezu 70 Sprechrollen. Engagiert wurden dafür zahlreiche Mimen der Extraklasse, darunter Oscar-Preisträger Jon Voight, und auch Musiker (Henry Rollins und Tone Loc).

Das Feuergefecht nach dem Banküberfall erhielt seine realistische Wirkung unter anderem durch die beratende Tätigkeit des Briten Andy McNab, einem ehemaligen SAS-Mitglied und Schriftsteller (Die Männer von Bravo Two Zero). So wurde unter anderem die militärische Taktik des „Ausweichschießens“ in Szene gesetzt.

Gedreht wurde Heat an insgesamt 85 Originalschauplätzen, wobei Regisseur Mann auf jegliche Studio-Kulissen verzichtete. Dieser für das Team enorm aufwendige Realismus war für den Filmemacher unerlässlich, denn die Glaubwürdigkeit eines Films hängt seiner Ansicht nach nicht nur von der psychologischen Schlüssigkeit des Drehbuchs ab – sondern auch vom authentischen Look der Szenen. Mit seinem Team inspizierte Mann wochenlang das gesamte Terrain der Millionenstadt L.A.: Von Bel Air bis zu einem Areal am L.A. River zwischen Long Beach und Inglewood, besser bekannt als „The Junkyard“ – jener Teil der Stadt, der die höchste Mord-Rate von ganz Kalifornien hat. Hier fand der Regisseur etwa das stillgelegte Autokino, in dem es zu einem dramatischen Feuergefecht im Film kommt.

Michael Manns Film Collateral aus dem Jahre 2004 bildet mit Heat einen erzählerischen Kreis, indem Collateral am Endpunkt von Heat – dem internationalen Flughafen von L.A. – beginnt und an der Metrostation endet, an der Heat beginnt.

Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Heat (1995)" (Stand: Tue, May 13th 2008, 17:37) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.