L.A. Confidential

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Curtis Hanson

Kamera

  • Dante Spinotti

Schnitt

  • Peter Honess

Produzent

  • Michael G. Nathanson

Musik

  • Jerry Goldsmith

Erscheinungsjahr

1997

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

L.A. Confidential

Länge

132 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
L.A. Confidential ist ein US-amerikanischer Spielfilm des Regisseurs Curtis Hanson aus dem Jahr 1997, der auf James Ellroys komplexem Roman Stadt der Teufel basiert. Das Drama wird auch dem oder Gangsterfilm zugeordnet.

Handlung

Los Angeles, 1953: Mickey Cohen, der gefürchtetste Gangster-Boss in Hollywood, kommt wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Cohens ehemalige Handlanger sowie Kriminelle aus dem ganzen Land versuchen sein Nachfolger zu werden und das große Geschäft mit Drogen, Pornos und Prostitution zu machen. Dabei werden sie reihenweise von einem geheimnisvollen Unterweltboss aus dem Weg geräumt.

Als auf der Männertoilette des Cafés The Nite Owl in Hollywood sechs Menschen, darunter ein Polizist, tot aufgefunden werden, machen sich drei Ermittler des LAPD, die unterschiedlicher nicht sein könnten, daran, den Mord aufzuklären: Detective Lieutenant Ed Exley ist von Ehrgeiz und hohen moralischen Vorstellungen von guter Polizeiarbeit angetrieben und will schnell seinen hochdekorierten, von einem unbekannten Mörder getöteten Vater bei der Polizei von Los Angeles beerben. Der geltungssüchtige Sergeant Jack Vincennes bessert sein Gehalt u. a. als technischer Berater einer Polizei-Fernsehserie und geheimer Informant für das Skandal-Magazin Hush-Hush auf, während der impulsive Officer Wendell „Bud“ White einen ausgeprägten Sinn für eine seinem Verständnis entsprechende Gerechtigkeit entwickelt hat und häufig Frauen von ihren gewalttätigen Ehemännern befreit.

Die Ermittlungen in dem Fall, der als Nite-Owl-Massaker im ganzen Land bekannt wird, verlaufen zunächst erfolgreich: Drei schwarze, jugendliche Junkies werden als Tatverdächtige ermittelt und durch Indizien schwer belastet. Nach einem erfolgreichen Fluchtversuch aus dem Polizeirevier werden sie von Ed Exley gestellt und erschossen. Dafür erhält er eine Tapferkeitsmedaille. Der Fall ist scheinbar gelöst.

Mit der Zeit beginnen jedoch zuerst Bud White und wenig später Ed Exley an der Schuld der drei Jugendlichen zu zweifeln. Beide ermitteln zunächst ohne Wissen des anderen den Fall erneut. Nachem Ed Exley mitbekommt, dass Bud White, genau wie er selbst, weitere Ermittlungen durchführt, überredet er Jack Vincennes, ihn zu unterstützen.

Bei ihren Nachforschungen dringen Exley und Vincennes immer tiefer in den Hexenkessel von Los Angeles ein, einen Sumpf aus Mord, Drogen und Korruption, in dem sie die Bekanntschaft mit dem undurchsichtigen Geschäftsmann Pierce Pratchett machen, der einen Prostitutionsring mit Doppelgängerinnen namhafter Hollywood-Schauspielerinnen betreibt, darunter auch das Veronica-Lake-Double Lynn Bracken. White ist ihnen immer einen Schritt voraus. Sie finden – wie er – die versteckte Leiche eines ehemaligen Polizisten. Schnell wird ihnen klar, dass nicht nur Pratchett dahinter steckt, sondern auch Leute aus den eigenen Reihen.

Als Vincennes Information über den toten Polizisten einholen will, wird er von Polizeichef Smith erschossen. Durch eine Bemerkung von Smith wird Exley hellhörig und ermittelt, dass die beiden getöten Polizisten und Smith früher gemeinsame Sache gemacht haben. Ihm wird klar, dass Smith gemeinsam mit Pierce Pratchett versucht, die Kontrolle über die Unterwelt zu erlangen. Lynn Bracken, die mit White mittlerweile eine Beziehung führt, schläft mit Exley, weil sie befürchtet, dass er Bud dazwischen funken könnte. Durch eine Intrige, in die der windige Reporter Sid des Skandal-Magazins verwickelt ist, erfährt Bud aber davon. In seiner Wut möchte er Exley stellen und töten.

Exley kann White aber schließlich von seiner These überzeugen und sie beginnen gemeinsam an der Aufklärung des Geschehens. Beide werden durch fingierte Funksprüche in eine Falle gelockt, kommen aber als Helden aus dem Showdown wieder heraus. White wird dabei schwer verwundet und Exley erschießt unter Missachtung seiner eigenen Moralvorstellung Polizeichef Smith hinterrücks. Um die Polizei nicht für Jahre in Verruf zu bringen, wird der Skandal um Smith jedoch nicht aufgedeckt. So wird dieser in der Zeitung neben Exley, der seine zweite Tapferkeitsmedaille bekommt, als Held dargestellt.

Entstehungsgeschichte

James Ellroy hatte sein so genanntes L.A. Quartett 1987 mit dem Roman The Black Dahlia begonnen, welcher erst 2006 verfilmt wurde. Der dritte Teil der Tetralogie über das Hollywood der 1940er und 1950er Jahre, Stadt der Teufel, wurde 1997 mit sehr großem kommerziellem und künstlerischem Erfolg von Curtis Hanson unter dem Titel L.A. Confidential verfilmt. Die Verfilmung von James Ellroys komplexer Romanvorlage war ein langgehegtes Wunschprojekt von Regisseur Curtis Hanson, der zuvor durch seineThriller Die Hand an der Wiege (1992) und Am wilden Fluß (1993) aufgefallen war. Hanson wurde dabei als Koproduzent das Privileg eingeräumt, L.A. Confidential frei nach seinen eigenen Vorstellungen zu drehen, ohne besondere Auflagen oder die Verpflichtung von obligatorischen Stars. „Ich hatte bislang keine Freiheit, die Filme so zu besetzen, wie ich wollte, ich musste Szenen schneiden, andere Musik nehmen, mitansehen, wie Marketing-Leute den Film falsch verkauften“, so Hanson. Hauptdarsteller Russell Crowe wurde aufgrund seiner Schauspielleistung in dem australischen Drama Romper Stomper (1992) ausgewählt. Sowohl Crowe als auch sein australischer Landsmann Guy Pearce wurden gegen die Einwände des Filmstudios Warner Bros. engagiert, die für die Besetzung eines kalifornischen Sittengemäldes der 1950er Jahre amerikanische Schauspieler favorisiert hatten.

Kritiken

  • „Der eindrucksvolle Film stürzt sich kopfüber in ein Chaos aus Gewalt und menschlicher Verworfenheit, wobei seine kolportagehafte Färbung adäquat dem erzählerischen und thematischen Entwurf entspricht.“ ()
  • „Fernab von Mainstream-Konventionen, mit wachsamem Auge auf Ton, Stil, Charakterisierung und Ausstattung des Kinos der fünfziger Jahre entwirft Curtis Hanson ein komplexes Bild vom durch Korruption- und Mord gebeutelten Nachkriegs-L.A. Aus den verstrickten Handlungsfäden des James Ellroy L.A.-Romans bastelt der Regisseur ein aufregend-spannendes Neo-Noir-Puzzle.“ (Film)
  • „Die Geburt eines Klassikers!“ (TV Spielfilm)
  • „Der Film des Jahres kommt!“ (Cinema)
  • „Mit 'L.A. Confidential' ist Regisseur Curtis Hanson ('Die Hand an der Wiege') ein wahres Meisterwerk gelungen. In seinem virtuosen Neo-Noir-Puzzle entwirft der Thriller-Experte ein grandioses Porträt vom Los Angeles der Nachkriegszeit, in dem Korruption, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind.“ (VideoWoche)
  • „Kevin Spacey, Russell Crowe und Kim Basinger sind ideal besetzt und spielen atemberaubend. Fazit: Einen so teuflischen Sog hatte der Westküstenmoloch seit Chinatown nicht mehr.“ (TV Today)


Anmerkungen

  • Der Film ist schwer zu verstehen, wenn man den Roman nicht gelesen hat. Der Roman beschreibt die damalige Zeit gesellschaftskritisch. Die Polizisten sind alle weiß und rassistisch. Schwarze und Mexikaner (Latinos) sind Menschen zweiter Klasse. Die weißen Amerikaner (Stadtrat, Staatsanwalt, Polizeichef) sind nach außen ehrbar. Heimlich gehen sie ihren illegalen Gelüsten (Rauschgift, Prostitution, Homosexualität) nach oder sie sind an Verbrechen beteiligt.
  • Ursprünglich war für die Rolle der Lynn Bracken das Ex-Bond-Girl Izabella Scorupco vorgesehen, sie lehnte die Rolle jedoch ab.
  • Eigentlich war Komponist Elmer Bernstein für die Kreation der Filmmusik vorgesehen, doch er wurde später durch seinen Kollegen Jerry Goldsmith ersetzt.
  • 2003 sollte L.A. Confidential vom TV-Sender HBO mit in der Rolle des Jack Vincennes für das Fernsehen verfilmt werden. Von der geplanten dreizehnteiligen Serie wurde nur der Pilotfilm verwirklicht, der nie im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
  • Die fiktive Figur des Jack Vincennes' ist dem Detective Sergeant Martin "Marty" Wynn nachempfunden, einem hochdekorierten Beamten des LAPD, der dem Sittendezernat, der Mordkommission und der Intelligence Division in den gefährlichsten Polizeiwachen der Stadt diente: 77th Street, Rampart, Southwest, Wilshire, Hollywood und North Hollywood. Er war technischer Berater des Films Schritte in der Nacht und begegnete dabei Jack Webb am Set. Wynn schlug Webb vor, eine realistische Krimiserie über die Polizeiarbeit in Los Angeles zu produzieren. Wenige Monate später entstand die Idee zu Dragnet. Wynn wurde technischer Berater der Serie.


Auszeichnungen

1998 zählte L.A. Confidential mit neun Nominierungen zumFavoritenkreis der Oscar-Verleihung, zog aber gegen James Camerons Mammutprojekt Titanic den Kürzeren. Trotzdem gewann der Film zwei Oscars, darunter , die für ihr Portrait einer Edelprostituierten mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, und den Preis für das beste adaptierte Drehbuch aus der Feder von Curtis Hanson und Brian Helgeland.

Oscar 1998

  • Beste Nebendarstellerin ()
  • Bestes adaptiertes Drehbuch


Nominiert in den Kategorien

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Ton
  • Beste Musik
  • Bester Schnitt
  • Beste Kamera
  • Beste Ausstattung


BAFTA-Award 1998

  • Bester Schnitt
  • Bester Ton


Nominiert in den Kategorien

  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Hauptdarsteller ()
  • Beste Hauptdarstellerin ()
  • Bestes adaptiertes Drehbuch
  • Beste Musik
  • Beste Kamera
  • Beste Ausstattung
  • Beste Kostüme
  • Bestes Make-Up/Haarstyling


Golden Globe 1998

  • Beste Nebendarstellerin ()


Nominiert in den Kategorien

  • Bester Film (Drama)
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch
  • Beste Filmmusik


Weitere

Internationale Filmfestspiele von Cannes 1997
  • nominiert für die Goldene Palme als bester Film


Bodil 1998
  • Bester amerikanischer Film


Boston Society of Film Critics Awards 1997
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bester Nebendarsteller ()
  • Bestes Drehbuch


Chicago Film Critics Association Awards 1998
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch


Chlotrudis Awards 1998
  • Bester Film
  • Bester Hauptdarsteller (Russell Crowe)
  • Beste Kamera
  • Beste Regie (Curtis Hanson)
  • Bestes Drehbuch
  • Bester Nebendarsteller(Kevin Spacey)
  • nominiert als Bester Hauptdarsteller (Guy Pearce)


Directors Guild of America 1998
  • nominiert für die beste Regie


Edgar Allan Poe Awards 1998
  • Bester Film


Empire Awards 1998
  • Bester Hauptdarsteller ()


Florida Film Critics Circle Awards 1998
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch


Golden Satellite Awards 1998
  • Bestes Drehbuch


Nominiert in den Kategorien

  • Bester Film (Drama)
  • Beste Regie
  • Bester Hauptdarsteller (Russell Crowe)
  • Beste Kamera
  • Beste Ausstattung
  • Beste Filmmusik
  • Bester Schnitt


Las Vegas Film Critics Society Awards 1998
  • Bestes Drehbuch


London Critics Circle Film Awards 1998
  • Bester Film des Jahres
  • Beste Regie des Jahres
  • Bestes Drehbuch des Jahres


Los Angeles Film Critics Association Awards 1997
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch
  • Beste Kamera


National Board of Review 1997
  • Bester Film
  • Beste Regie


National Society of Film Critics Awards 1998
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch


New York Film Critics Circle Awards 1997
  • Bester Film
  • Beste Regie
  • Bestes Drehbuch


Online Film Critics Society Awards 1998
  • Bester Film
  • Bestes Drehbuch


Nominiert in der Kategorie
  • Beste Regie


Screen Actors Guild Awards 1998
  • Beste Nebendarstellerin ( gemeinsam mit Gloria Stuart für Titanic)
  • nominiert in der Kategorie Bestes Schauspielensemble


Literatur

  • James Ellroy: L.A. Confidential, Stadt der Teufel, 2003 Ullstein Tb, ISBN 3548256724
  • James Ellory: L.A. Confidential, 1999 Longman, ISBN 0582364736 (engl. Ausgabe)
  • Helgeland, Brian ; Hanson, Curtis ; Ellroy, James: L.A. confidential : the screenplay. New York : Warner Books, 1997. ISBN 0446674273 (engl. Ausgabe)


Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "L.A. Confidential" (Stand: Mon, May 12th 2008, 19:31) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.