Lammbock – Alles in Handarbeit

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Christian Zübert

Drehbuch

  • Christian Zübert

Kamera

  • Sonja Rom

Schnitt

  • Andrea Mertens

Produzent

  • Sönke Wortmann

Erscheinungsjahr

2001

Produktionsland

Deutschland

Originalsprache

Deutsch

Originaltitel

Lammbock – Alles in Handarbeit

Länge

90 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Lammbock ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 2001 von Christian Zübert.

Handlung

Die Freunde Stefan und Kai betreiben in Würzburg unter dem Namen Lammbock einen Pizza-Service. Ihre Spezialität ist die Pizza Gourmet. Wer sie bestellt, erhält Cannabisprodukte aus eigenem Anbau. Während Kai mit seinem Leben zufrieden ist, kommen Stefan, Sohn eines Richters und kurz vor dem Ende seines Jura, Zweifel an seinem Lebensstil. Der Film zeigt dies in mehreren Episoden.

Die Geschäfte laufen gut, bis Stefan und Kai entdecken, dass ihre Hanfplantage von Blattläusen befallen ist. In einem Fachgeschäft bietet sich der Achim mit Rat an. Er ist jedoch ein Drogenfahnder und als sie ihn mit zur Plantage nehmen, kommt es zur Katastrophe: Achim bricht wegen des Verzehrs von gesammelten Pilzen zusammen und wird zusammen mit einem Förster, der Stefan und Kai zur Rede stellen wollte, und dem geernteten Cannabis im Kofferraum verstaut. Sie entgehen knapp einer Polizeikontrolle und können den Förster loswerden, doch Achim kommt zu Bewusstsein und gibt sich als Polizist zu erkennen. Nur durch die Hilfe von Stefans Vater, der mit Achims Ausbilder befreundet ist, entgehen sie strafrechtlichen Konsequenzen.

Kai lebt sein Leben weiter wie bisher, während sich Stefan auf sein Examen konzentriert, verlässt jedoch dann vorzeitig die Prüfung. Vor der Universität wartet bereits Kai mit einer Pizza Gourmet auf ihn. Stefan teilt ihm mit, dass er sich entschieden hat, sein altes Leben abzubrechen und seinen Traum, Strandcafébesitzer im Süden zu werden, zu verwirklichen. Kai bringt Stefan zum Flughafen und während der Fahrt rauchen beide einen letzten, gemeinsamen Joint.

Hintergrund

Besonders auffallend sind diverse Anspielungen auf Filme, die der Feder von Quentin Tarantino entstammen. So erzählt Kai vor dem Aids-Test, den er mit Stefans Schwester macht, dass er als Pseudonym den Namen Mr. Pink aus Reservoir Dogs ausgewählt hat ("Hast Du eigentlich schon 'n Decknamen für den Test? [1] Wichtig ist, dass es 'n cooler Name ist, is' klar. Darf aber nicht so, darf nicht so aggressiv cool sein, sondern muss mehr die, die, die Coolness muss mehr im Subtext mitschwingen. Verstehst du? ... Mr. Pink!").Einige gewaltverherrlichende Elemente können ebenfalls als Anspielung auf Reservoir Dogs gesehen werden, z. B. dass zwei Figuren des Films gewaltsam über längere Zeit in den Kofferraum eines Autos eingesperrt werden. Wobei der Kofferraum an sich schon eine wichtige Rolle spielt, da viele Handlungen und Diskussionen, wie in Tarantinofilmen, am geöffneten Kofferraum stattfinden. Eine Anspielung auf die Buchvorlage von Das Boot lässt sich kurz darauf finden, als Kai sagt, er hätte doch lieber „äugeln“ als Pseudonym gewählt, in der diese Sexualpraktik näher erläutert wird. Außerdem finden sich zwei Poster von Pulp Fiction und From Dusk Till Dawn am Anfang in DopeEx’ Zimmer wieder. Weiterhin erinnert die Szene, in der Stefan Kai erzählt, dass er nur mit Mehmet Scholl Oralsex betreiben würde, stark an die Eröffnungssequenz von True Romance sowie viele weitere Dialoge zwischen Kai und Stefan an die sinnfreien Diskussionen aus Pulp Fiction oder Reservoir Dogs. So erwähnt Kai an verschiedenen Stellen das Attribut „Gourmet“, während in Pulp Fiction von einem Gourmet-Kaffee die Rede ist. Und in der Diskussion in Pulp Fiction, in der Jules sich entscheidet, von nun an ein ehrlicher Bürger zu sein, sind einzelne Phrasen nahezu wortwörtlich übernommen worden. Hier sind allerdings mitunter auch Anleihen an die Zwiegespräche von Dante und Randall aus dem -Film Clerks – Die Ladenhüter zu sehen, wenn es um den Sinn des Lebens und die Absurdität der eigenen Lebenssituation geht. Eine weitere Anspielung auf Pulp Fiction ist die Unterteilung des Films in Kapitel und deren Einblendung zu Beginn eines neuen Kapitels. In einer frühen Szene während des Films erzählen sich Stefan und seine Freundin zum Spaß gegenseitig, dass es aus mit ihnen ist und warum. Dies kann als Anspielung auf die Eröffnungsszene des Films Nix zu verlieren gesehen werden, welche fast genauso abläuft. Die gesamte Szene, in der Stefan seinem Vater ihre missliche Lage erklärt, erinnert auch an eine Episode aus Pulp Fiction. In beiden Filmen trinken die Charaktere bei ihrem „Retter“ Kaffee, ehe eine weitere Person in die Szene tritt, um das Problem (in beiden Fällen das Auto inklusive Opfer) zu beseitigen.

Trivia

  • Die Charaktere Frank und Schöngeist, zwei abgerissene, Drogen konsumierende Herumlungerer, haben ihre Wurzeln sehr deutlich bei dem aus Kevin Smith-Filmen bekannten Duo Jay und Silent Bob.
  • Als Laura gegen Ende des Films aus der Toilette kommt, hält sie einen Schwangerschaftstest in der Hand. Die Produzenten entschlossen sich jedoch, diesen Handlungsstrang nicht auszubauen oder gezielt zu erwähnen, da Stefan durch die Inzestszene schon genug gestraft war.
  • Mehmet Scholl taucht im ganzen Film nur in Erzählungen, in Posterform und als Video-Spiel-Figur auf.
  • Stefans BMW ist ein 6er Coupé der Baureihe E24.
  • Am Filmanfang fährt Stefan mit seinem BMW über die Alte Mainbrücke, obwohl diese nur für Fußgänger zugänglich ist.


Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Lammbock – Alles in Handarbeit" (Stand: Wed, Apr 30th 2008, 03:55) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.