Lord of War – Händler des Todes

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Andrew Niccol

Drehbuch

  • Andrew Niccol

Kamera

  • Amir M. Mokri

Schnitt

  • Zach Staenberg

Produzent

  • Philippe Rousselet

Musik

  • Antonio Pinto

Erscheinungsjahr

2005

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Lord of War

Länge

ca. 117 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Lord of War – Händler des Todes ist ein im Jahr 2005 veröffentlichter Film von Andrew Niccol. In dem Drama mit Nicolas Cage, Ethan Hawke und Jared Leto werden die Geschäfte internationaler Waffenhändler dargestellt.

Handlung

Die Hauptfigur Yuri Orlov eröffnet den Film, dem Zuschauer zugewandt, mit dem Satz, es gäbe über 550 Millionen Schusswaffen auf der Welt, was bedeute, dass jeder zwölfte Mensch auf der Welt eine besäße. Die Frage sei nur: „Wie bewaffnet man die anderen elf?“ Der Vorspann zeigt nun dokumentarisch den Weg einer Gewehrkugel von der Produktion in der Fabrik über den Handel, die Verschiffung, das Einlegen in eine Waffe, das Abfeuern der Waffe und den Flug der Kugel bis in den Kopf eines afrikanischen Jungen. Da die Patrone direkt vor der Kameralinse befestigt ist, verfolgt man das Geschehen quasi aus der Ich-Perspektive.

Danach erzählt Yuri rückblickend aus dem Off, wie er zum Waffenhändler wurde.

Seine Familie wanderte aus der Ukraine in die USA ein, als er noch ein Kind war. Sein Vater hatte in der Sowjetunion vorgegeben, Jude zu sein, um flüchten zu können. Yuri wächst in Little Odessa in Brighton Beach, New York, auf, wo viele ukrainische Immigranten leben. Seine Familie betreibt dort ein Restaurant. Nachdem zwei Menschen vor Yuris Augen erschossen werden, beschließt er zusammen mit seinem Bruder Vitaly Schusswaffen zu verkaufen. Er fängt klein an, indem er Uzis und M16-Gewehre aus dem Libanonkrieg 1982 verkauft. Bald begegnet er zum ersten Mal Jack Valentine, einem verbissenen, unbestechlichen Interpol-Agenten, auf einem seiner Schmuggelschiffe. Doch vor seinem Erscheinen lässt er den Schiffsnamen kurzerhand umlackieren und hisst eine andere Flagge, womit er Valentine austrickst und dieser ihn laufen lassen muss.

Damit Yuri in großem Stil Waffenhandel betreiben kann, schlägt er dem renommierten Waffenhändler Simeon Weisz auf einer Waffenmesse in West-Berlin eine Zusammenarbeit vor, die dieser jedoch ablehnt, indem er ihn als Amateur bezeichnet.

Yuri verkauft 1984 das erste Mal im größeren Umfang Waffen nach den Selbstmordattentaten im libanesischem Beirut und an den brutalen Diktator von Liberia, André Baptiste.

Im Laufe des Filmes stellt er vier Regeln auf:
  1. Lass dich niemals von deiner eigenen Ware anschießen
  2. Habe immer einen idiotensicheren Plan, bezahlt zu werden
  3. Nimm niemals selbst eine Waffe in die Hand und schließe dich deinen Kunden an
  4. Ziehe niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst.


Nach einem Geschäft mit einem Drogenboss, der darauf besteht, Yuri mit zu bezahlen, beginnen die Brüder, einen Teil der Drogen selbst zu konsumieren. Nach zwei Wochen Abgeschiedenheit und exzessivem Kokainkonsum wird Vitaly süchtig. Yuri schickt ihn in eine Entziehungsanstalt und wird von nun an Alleinunternehmer. Er beginnt, das von ihm schon lange begehrte Model Ava Fontaine zu umwerben und erreicht mit seinem Geld und Lügen, dass sie ihn heiratet und ihm einen Sohn schenkt. Yuri verschweigt Ava seine Waffengeschäfte und gibt stattdessen vor, im Transportgeschäft tätig zu sein. Sie ahnt von seiner Kriminalität, bittet ihn aber, ihr nichts davon zu erzählen.

Das Ende des und der Zusammenbruch der Sowjetunion stellen den Wendepunkt in Yuris Karriere dar. Er setzt sich mit seinem Onkel Dimitri, einem Armeegeneral, in Verbindung und deckt sich günstig mit Panzern und Kalaschnikows aus ukrainischen Armeebeständen ein. Valentine gelingt es beinahe, Yuri beim Verladen eines Kampfhubschraubers vom Typ Mi-24 zu verhaften, doch dieser überlistet ihn, indem er vorgibt, dass der Hubschrauber und die dazu gehörenden Startbehältern und Raketen zwar zusammen verschifft, jedoch an verschiedene Kunden ausgeliefert gehen.

Kurz darauf stirbt Onkel Dimitri durch eine Autobombe, mit der Yuris Konkurrent Weisz eigentlich ihn töten wollte. Bei der Durchsuchung von Yuris Hausmüll entdeckt Valentine nach dem Zusammensetzen geschredderter Dokumente Yuris nächstes Ziel: Sierra Leone.

Dort wird sein mit Schusswaffen geladenes Transportflugzeug vom Typ Antonow An-12 von einem Abfangjäger der Luftwaffe unter Waffeneinsatz aufgefordert, den nächstgelegenen Flughafen in anzusteuern. Um einer möglichen Verhaftung zu entgehen, bedrängt Yuri seine Piloten zu einer Landung auf einer unbefestigten Straße in der Savanne. Damit die Behörden bei ihrer Ankunft keine Beweise vorfinden, verschenkt Yuri die gesamte Ladung an die Bevölkerung. Als Valentine schließlich ankommt, gibt es nichts mehr, wofür er Yuri hätte verhaften können.

Liberias Diktator Baptiste macht Yuri ein „Geschenk“: den gefesselten Simeon Weisz, den Yuri als Revanche für seinen getöteten Onkel erschießen darf. Er zögert, weshalb Baptiste ihm anbietet, es gemeinsam zu tun. Baptiste führt Yuris Hand an die Waffe und bietet ihm an, dass dieser jederzeit „Stopp!“ sagen könne, doch tut er dies erst, nachdem Baptiste den Abzug betätigt hat. Yuri nimmt daraufhin starke Drogen und läuft benommen durch die Straßen. Ein kleines Mädchen mit amputiertem Arm fragt ihn, ob ihr Arm nachwachsen werde, denn der weiße Mann wisse bestimmt die Antwort. Erschrocken von diesem Anblick torkelt er weiter, als ihm der Geist von Simeon Weisz in einer dunklen Gasse erscheint und ihn mahnt, Partei zu ergreifen. Nachdem er von zwei bewaffneten Männer geschlagen und nur dank einer Ladehemmung nicht erschossen wird, hat Yuri ungeschützten Sex mit einer Prostituierten.

Inzwischen offenbart Valentine Yuris Frau Ava dessen wirklichen Beruf. Yuri verspricht ihr, damit aufzuhören und verdient sein Geld ein halbes Jahr mit legaler Arbeit. Doch Baptiste und sein Sohn nutzen ein Treffen der Vereinten Nationen zu einem Besuch bei Yuri. Es gelingt ihnen mit einem riesigen Diamanten (vgl. Orlow-Diamant), ihn für weitere Geschäfte zu gewinnen. Ava folgt ihm heimlich und findet in seinem Container-Büro Beweise, dass er wieder als Waffenhändler tätig ist. Gemeinsam mit ihrem Sohn verlässt sie ihn. Yuri nimmt an, dass die Tatsache, dass er das Geburtsdatum seines einzigen Sohnes als Code für das Container-Zahlenschloss benutzt hat, ausschlaggebend für ihren Weggang war.

Yuri überredet den widerstrebenden Vitaly, ihn nach Liberia und schließlich nach Sierra Leone zu begleiten. Vitaly bekommt jedoch Gewissensbisse, als er am Treffpunkt bemerkt, wie die Verhandlungspartner das Zeltdorf von Zivilisten umkreisen, die mit den Waffen massakriert werden sollen. Dann beobachtet er, wie ein Junge und dessen Mutter brutal ermordet werden. Vergeblich versucht er, Yuri dazu zu bringen, den Handel abzubrechen, doch dieser erkennt im Gegensatz zu Vitaly, in welcher Gefahr sie sich befänden, wenn sie das Geschäft nicht abwickeln würden. Vitaly sprengt mit einer Handgranate die Hälfte der gelieferten Sturmgewehre, wodurch auch der Sohn von Andre Baptiste umkommt. Vitaly wird daraufhin erschossen und kann das Massaker an den Dorfbewohnern somit nicht verhindern.

Ein bei der Entfernung der Gewehrkugeln übersehenes Projektil in Vitalys Brustkorb führt im New Yorker Zoll zu Yuris Festnahme. Zusammen mit den Funden aus Yuris Container-Büro meint Valentine, genug Beweise für eine lebenslange Verurteilung gegen ihn in der Hand zu haben und versteht Yuris Gelassenheit trotz der erdrückenden Beweislast nicht. Yuri erklärt ihm, der Ernst seiner Lage sei ihm sehr wohl bewusst, schließlich sei er von seiner Familie verlassen, von seinen Eltern enterbt und sein Bruder getötet worden. Er eröffnet Valentine, dass auf Intervention des US-Präsidenten seine Freilassung kurz bevorstehe. Denn es seien Waffenschieber wie er selbst, die den Willen der Regierung indirekt unterstützten, weil sie durch die Destabilisierung der betroffenen Regionen lukrative Geschäfte abschließen, die die Vereinigten Staaten nicht offen abwickeln könnten. So sei er nichts weiter als ein Werkzeug der Regierung. In der Tat wird Valentine als nächstes von einem hochrangigen Armeeoffizier aufgefordert, Yuri laufen zu lassen.

Dieser macht nach seinem Hafttag so weiter wie bisher. In der Schlussszene besticht er bei einer Waffenlieferung Zollbeamte in der Sahara, um Waffen durchtransportieren zu können. Der Film endet in der selben Kameraeinstellung wie zu Filmbeginn. Wieder steht Orlov da und zieht ein Fazit: „Wissen sie wer die Erde übernehmen wird? Waffenhändler. Denn alle anderen sind viel zu beschäftigt damit, sich zu erschiessen. Das ist das Geheimnis des Überlebens. Ziehe niemals in den Krieg. Besonders nicht mit dir selbst“. Die Kamera schwenkt auf die Patronenhülsen auf dem Boden und das Bild wird schwarz.

Produktion

Drehbuch

Andrew Niccol schrieb das Drehbuch innerhalb von nur vier Monaten, da er schon vor der Filmidee Informationen rund um das Thema sammelte, in der Hoffnung, es später in einen Film einbauen zu können. Um den Film nicht langweilig werden zu lassen, hat er nicht die ganze Geschichte um den Waffenhandel, sondern den Protagonisten Yuri Orlov, in den Vordergrund gestellt. Es erwies sich als sehr schwer, diesen Charakter glaubhaft darzustellen, denn diese Person sollte märchenhaft, charmant und zugleich zynisch sein. Interview mit Andrew Niccol von 2005 von Sara Michelle Fetters (en)

Casting

Als Niccol die Figur Yuri Orlov entwarf, hatte er nicht von Anfang an Nicolas Cage im Auge. Doch als er mit dem Drehbuch fertig war, kam für ihn kein anderer Schauspieler in Frage. Cage nahm die Rolle auch ohne Zögern an. Interview mit Andrew Niccol vom 15. September 2005 von Todd Gilchrist (en) Um den Waffenhändler im Film glaubhaft darzustellen, kam Cage mit bekannten Waffenhändlern ins Gespräch, um sich perfekt auf die Rolle vorbereiten zu können.

Für die Figur des Agent Valentine besetzte Niccol Ethan Hawke, welcher sichtlich an der Rolle sowie der Story interessiert war. Die beiden sind seit den Dreharbeiten zu Gattaca, welche im Jahre 1999 stattfanden, befreundet. Was Niccol an der Rolle des Agenten Valentine schätzt, ist, dass dieser kein Heiliger und Weltverbesserer sei. Es ist eine Person mit einem großen Ego, welche den Bösewicht überführen aber sogleich auch Ruhm haben will.

Finanzierung

Auch wenn es eine Diskussion um den weltweiten Waffenhandel in den Medien gibt, ist Lord of War der erste Spielfilm, der sich so intensiv mit diesem aktuellen Thema befasst. Diese Nähe zu tatsächlichen Ereignissen wurde zum Problem, die Finanzierung des Projekts zu sichern. Da der Film auch nicht davor zurückschreckt, die Rolle der Vereinigten Staaten im weltweiten Waffenhandel zu zeigen, und man unfreiwillig das Skript eine Woche vor Beginn des Irak-Kriegs eingereicht hatte, verbaute man sich die Finanzierung durch amerikanische Gelder. cinefacts.de Hintergrundinformationen zum Film Mit diesem Hintergrund brauchte Produzent Philippe Rousselet eineinhalb Jahre, um einen Investor zu finden. Doch schließlich fand sich eine Gruppe ausländischer Investoren, die sich bereiterklärten, den Film zu finanzieren.

Der Film hatte ein Budget von 50 Millionen US-Dollar und hat weltweit gut 72 Millionen US-Dollar eingespielt.[1] BoxOfficeMojo Auch wenn der Film an den Kinokassen floppte, war der DVD-Verkauf ein voller Erfolg. In den Vereinigten Staaten wurden allein in der ersten Woche über 2,5 Millionen DVDs verkauft. tvspielfilm.de DVD-Verkaufszahlen

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten begannen am 2. August 2004 in New York. Es wurde an mehreren verschiedenen Stellen gedreht, darunter in Manhattan sowie am Brighton Beach in Coney Island. Neun Drehtage später flog das Team ins nische , um dort für zehn Wochen zu drehen. Die Dreharbeiten fanden am 2. November 2004 und nach weiteren drei Drehtagen in Tschechien ihr Ende. Die osteuropäische Landschaft sowie einen ehemaligen sowjetischen Militärstützpunkt nutzte man für den Filmschauplatz in der Ukraine. cinefacts.de Informationen zur Produktion

Die Schauspieler und die Filmcrew waren vom sehr hohen Aufwand und Drang zur Perfektion beeindruckt, mit dem Andrew Niccol seine Recherchen noch vor Beginn der Arbeit an seinem Drehbuch betrieben hatte. Niccol eignete sich Unmengen an Hintergrundinformationen und Fachwissen an, um den Film realistisch darzustellen. So entschloss er sich auch dazu, in einer der gefährlicheren Gegenden von Kapstadt zu drehen. Auch wenn es zahlreiche Sicherheitsbedenken gab, hielt Niccol die Szenerie für perfekt. Es handelt sich um eine Straßenszene in der liberischen Hauptstadt Monrovia.

Die südafrikanische Landschaft eignete sich nicht nur dafür, mehrere nische, asiatische und nische Länder darzustellen, so musste sie auch teilweise für Gegenden wie die Ukraine oder herhalten. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn der Protagonist Yuri bereist im Film eine Vielzahl verschiedener Länder.

Die T-72-Kampfpanzer, die in dem Film aneinandergereiht waren, sind echte Exemplare und gehören einem tschechischen Waffenhändler. Dieser drang auf einen schnellen Dreh der Szenen, weil er die rund 50 Panzer später an Libyen verkaufen wollte. movieweb.com Filminfos vom 10. September 2005 von Heather Newgen (en) Vor dem Dreh musste die Produktionsfirma die NATO informieren, damit diese nicht aufgrund von Satellitenaufnahmen des Drehortes eine reale Kriegssituation vermutete. filmflip.de Filminfos, 11. Juli 2006 Ebenso gehört das Transportflugzeug des Typs Antonow An-12 einem russischen Waffenhändler, der dieses wenige Wochen vor dem Dreh für einen realen Waffendeal im Kongo genutzt hatte. In der Filmszene wurden aber unechte Waffen benutzt. In der Szene, in der ein Bunker mit 3.000 AK-47 zu sehen ist, wurde dieser tatsächlich mit echten Sturmgewehren gefüllt. Der Regisseur Andrew Niccol sagte dazu, dass es billiger war, 3.000 echte Gewehre zu kaufen, als 3.000 Exemplare künstlich herstellen zu lassen, und verwendete Sa-58, aus tschechischer Fertigung, die mit der russischen AK-47 äußerlich identisch sind. Interview mit Andrew Niccol vom 14. September 2005 von Devin Faraci (en)

Nachdem Nicolas Cage mit den Dreharbeiten zu Lord of War fertig war, schloss er sich der Organisation Control Arms an. extremnews.com - Filmnews vom 15. Februar 2006 von Thorsten Schmitt

Hintergrund

Yuri Orlov teilt seinen Namen zudem mit dem gleichnamigen Menschenrechtsaktivisten aus der ehemaligen Sowjetunion, der auf diese Weise geehrt wird. Die Figur ist mehreren echten Waffenschiebern nachempfunden, unter anderem Viktor Bout und . Der deutsche und der ische Geheimdienst hatten auch schon einen Kampfpanzer-Schmuggel nach Israel eingefädelt, die in den Frachtpapieren als „landwirtschaftliche Maschinen“ ausgewiesen wurden. Rüstung in Deutschland TU Braunschweig, Institut für Sozialwissenschaft, Sommer 1997Auch die Methoden der Waffenschieber, beispielsweise als Rettungshubschrauber zu tarnen, stammen zum großen Teil aus der Realität.

Die vielen Diamanten aus Liberia, die im Film vorkommen, darunter ein unwahrscheinlich großer, erinnern an einen der größten geschliffenen Diamanten mit 189,6 Karat, der im Moskauer -Museum aufbewahrt wird und nach Graf Grigori Grigorjewitsch Orlow benannt wurde, der ihn 1755 schenkte, die ihn in das Zepter der russischen Zaren einsetzte. Einige Quellen geben an, der Orlow-Diamant sei ein Teilstück des Großmoguls, der ebenfalls im klassischen indischen Rosenschliff gearbeitet ist.

Der politische Hintergrund ist realitätsnah. Alle im Film gezeigten Lieferungen finden in tatsächliche Krisengebiete statt. Von dem drogenfinanzierten Contra-Krieg über die Unterstützung des Bürgerkriegs im Libanon bis zu den westafrikanischen Konflikten, die über Blutdiamanten abgewickelt werden, sind auch die Zahlungsmittel weitestgehend glaubwürdig. Der gewaltige Ausverkauf und Diebstahl der Restposten der Arsenale der Sowjetischen Armee werden sehr drastisch geschildert. Der Verkauf der US-Restposten ist ebenfalls ein bekanntes Faktum.

Des Weiteren steht im Mittelpunkt des Films auch André Baptiste, der Präsident Liberias. Die Ähnlichkeiten mit dem auf internationalen Druck hin verdrängten Charles Taylor sind nicht nur visuell mehr als deutlich. Der im Film verwendete Nachname „Baptiste“ könnte ebenfalls als Anspielung auf Charles Taylor, der Baptistenprediger war, gemeint sein.„Geschäftsmann des Krieges“, von Andrea Böhm in DIE ZEIT, Ausgabe 15/2006 vom 6. April 2006 ([2]) Taylors streng autoritärer Kurs und seine zahlreichen Verletzungen von Menschenrechten werden angemessen dargestellt. Insbesondere ist seine Unterstützung der barbarischen Revolutionary United Front historisch richtig eingeordnet, und auch die Parteinahme der Amerikaner (Weisz wird wohl bei einer Waffenlieferung an die Rebellen gefasst) für Taylors Gegenspieler. Im Film ist Taylor zuerst als selbsternannter Präsident an die Macht gekommen. Die durchgeführten Wahlen werden im Film stark angezweifelt und Taylor wird Wahlbetrug nachgesagt. Auch ist Taylors Sohn, im Gegensatz zu Baptiste, nicht bei einer Waffenlieferung zu Tode gekommen, sondern derzeit in Miami inhaftiert.

Der hochrangige US-Militäroffizier, der Yuri beschützt, nennt sich „Colonel Oliver Southern“, eine Anspielung auf den real existierenden Colonel Oliver North, der an der Finanzierung eines contra-nischen Projekts beteiligt war, wobei illegale Waffenverkäufe an den Iran durchgeführt wurden (siehe auch: Iran-Contra-Affäre). Der Name Kono, den Yuri über den alten Schiffsnamen Kristol malen lässt, ist auch der Name einer Provinz mit großem Diamantenvorkommen in . Kristol wiederum ist der Name von Irving Kristol, einem amerikanischen Neokonserativen, der für die militärisch gestützte Hegemonie der USA weltweit und eine umfassende Revision des Völkerrechts plädiert.

Am Filmende ist zu lesen, dass die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Russland und China (die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen) die fünf größten Waffenexporteure sind. Das ist nicht ganz korrekt: China ist an siebenter Stelle, hinter Deutschland und (siehe Waffenexport). Im Jahr 2004 standen die Vereinigten Staaten beim konventionellen Waffentransfer an Entwicklungsländer mit 6,9 Mrd. US-Dollar an erster Stelle. Danach folgte Russland an zweiter Stelle mit 5,9 Mrd. US-Dollar. Summary in: Conventional Arms Transfers to Developing Nations, 1997-2004 [3] Die vier westeuropäischen Lieferanten (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien) registrierten zwischen 2003 und 2004 einen signifikanten Anstieg ihres Anteils am gesamten konventionellen Waffentransfer an Entwicklungsländer. Der Anteil dieser Länder stieg von 5,5 Prozent (2003) auf 22 Prozent (2004). Der Gesamtwert dieser Ländergruppe am konventionellen Waffentransfer an Entwicklungsländer betrug 2004 4,8 Mrd. US-Dollar verglichen mit insgesamt 830 Mio. US-Dollar ein Jahr zuvor.Conventional Arms Transfers to Developing Nations, 1997-2004, S. 9 [4]

Soundtrack

Der Soundtrack The Lord of War, von Antonio Pinto, wurde am 24. Februar 2006 als Audio-CD veröffentlicht. Die CD wird vom Label edel records publiziert und umfasst 15 Lieder. Die Musik selbst besteht größtenteils aus einer ruhigen Hintergrundmusik, in der vor allem akustisches Gitarrenspiel dominiert.

Neben der Musik Pintos begleitet der Oldie For What It's Worth von Buffalo Springfield den Vorspann des Films.

Weitere eingespielte Musikstücke sind unter anderem Cocaine von Eric Clapton, Leonard Cohens Hallelujah in der Version von Jeff Buckley, Schwanensee von Tschaikowski und der Ritt der Walküren von Richard Wagner.

DVD-Veröffentlichung

Die DVD, am 8. August 2006 in Deutschland herausgebracht, enthält neben dem Film noch umfangreiches Bonusmaterial. Dazu gehören ein 20-minütiges Making-of, sieben entfallene Szenen, ein Audiokommentar des Regisseurs Andrew Niccol, ein Amnesty-International-Spot mit Nicolas Cage, verschiedene Trailer sowie ein 15-minütiger Dokumentarfilm mit dem Titel „Ein lukratives Geschäft – Internationaler Waffenhandel“.

Die Bildübertragung ist im anamorphen Widescreen (2,40:1) und der Ton in Dolby Digital 5.1.

Die veröffentlichte DVD-Version in Großbritannien beinhaltet, als Vorspann, einen Beitrag von Amnesty International, in welchem eine AK-47 auf einem Teleshopping-Sender präsentiert und zum Verkauf angeboten wird.„Guns for Sale“, Werbefilm der Amnesty International [5]

Filmplakat

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Filmplakate. Auf dem amerikanischen Filmplakat ist Nicolas Cages Kopf bis zu den Schultern auf weißem Hintergrund abgebildet. Von weitem sieht es wie ein Foto aus, doch bei näherem Betrachten erkennt man, dass Cage vollständig aus einzelnen unterschiedlich farbigen Waffenpatronen besteht. Das deutsche Filmplakat zeigt Nicolas Cage mit einem edlen Anzug und einem Koffer, ähnlich dem Filmplakat des Filmes Family Man, auf dem Cage fast identisch abgebildet ist. Im Hintergrund sind eine große Explosion, ein blauer Himmel und ein Flugzeug zu sehen. Auf dem französischen, ischen und vielen anderssprachigen Filmplakaten ist Nicolas Cage, wie auf dem deutschen, mit Anzug und Koffer abgebildet. Jedoch steht er in diesen Versionen in einem Meer von Patronenhülsen. Dies ist auch der Schauplatz der Anfangs- und Endsequenz des Filmes.

Rezensionen

Kritiken

  • Roger Ebert schrieb 2005 in der Chicago Sun-Times „Lord of War ist eine trostlose Komödie“, die „so "lustig" wie der Film Catch-22“ sei, des Weiteren ist der Film aber auch gleichzeitig „ein wütender Aufschrei gegen den Waffenhandel.“ Kritik vom 16. September 2005 auf den Seiten von Roger Ebert (en)


  • Manohla Dargis schrieb in der New York Times „Wie alles andere in dem Film, ist auch Herr Cages Auftritt sichtbar unglaubwürdig, denn der Regisseur löst nie die Trennung zwischen der Star-Funktion (zu unterhalten) und die des Charakters (abzuschrecken) auf.“ Kritik von 2005 von Manohla Dargis (en)


  • Filmstarts ist der Meinung, dass der Film „dank einer Top-Besetzung, einer brisanten Thematik und einem so großen Schuss Zynismus“, „selbst bekennende Nicht-Zyniker den einen oder anderen Lacher von sich geben werden.“ filmstarts.de Film-Review von Alina Bacher


  • Sascha Westphal von der Welt fand es bemerkenswert, wie sympathisch Yuri Orlov gezeichnet werde: „Man kann sich ohne große Bedenken mit ihm identifizieren, aber schließlich kommt der Moment, in dem man sich distanziert, nicht nur von ihm, sondern auch von dem System, das sich seiner bedient. Niccol will sein Publikum wachrütteln, und dafür muss er es erst mal mit seinem eigenen Zynismus konfrontieren. So gesehen erweist sich Lord of War als virtuos inszeniertes Agitprop-Kunstwerk. Für subtile Zwischentöne und ausgewogene politische Analysen ist da kein Platz.“ welt.de Film-Review vom 16. Februar 2006 von Sascha Westphal


  • Andreas Busche von störte der Zynismus: „Dabei beschreibt Andrew Niccol die Szenarien durchaus richtig, ohne daraus jedoch die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Er bringt die en schlicht durcheinander oder opfert sie – umso ärgerlicher – der nächsten Pointe.“ epd-film.de Film-Review von Andreas Busche


  • Film ist mit dem Film zufrieden, dennoch glauben sie „diese Mischung aus erhobenem Zeigefinger und bissigem Zynismus wird nicht unbedingt nach der Fasson von Jedermann“ sein. „Geneigte Zuschauer hingegen werden ihren Spaß haben und neben der komplexen Erzählung zudem Feuer und Flamme für die bestechende Kameraarbeit von Amir Mokri sowie den Soundtrack mit smarter Songauswahl sein.“ Blickpunkt:Film Filmkritik und Review


Auszeichnungen

Der Film bekam 2005 vom National Board of Review einen Filmpreis in der Kategorie Special Recognition For Excellence In Filmmaking (Besondere Anerkennung hervorragender Leistung in der Filmproduktion) verliehen.

Weblinks



Einzelnachweise





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Lord of War – Händler des Todes" (Stand: Thu, May 8th 2008, 21:26) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.