Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Dani Levy

Drehbuch

  • Dani Levy

Kamera

  • Carl-Friedrich Koschnick

Schnitt

  • Peter R. Adam

Produzent

  • X Filme

Musik

  • Niki Reiser

Erscheinungsjahr

2007

Produktionsland

Deutschland

Originalsprache

Deutsch

Länge

89 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler ist ein deutscher Film des Schweizer Regisseurs Dani Levy. Der Film spielt im Zweiten Weltkrieg, um Silvester 1944. Die Komödie beschäftigt sich mit Adolf Hitlers Befinden, kurz bevor er am Neujahrstag eine große Rede halten soll, auf welche er von einem jüdischen Schauspieler vorbereitet wird.

Uraufführung war am 9. Januar 2007 in der Lichtburg in Essen. Filmstart war in Deutschland am 11., in der Schweiz am 18. und in Österreich am 19. Januar.

Handlung

Professor Adolf Grünbaum, ein jüdischer Weltschauspieler, sitzt mit seiner Frau und seinen vier Kindern im ein. Im zerbombten Berlin lebt Adolf Hitler währenddessen in der Neuen Reichskanzlei. Die deutsche Propaganda-Maschinerie rund um Reichspropaganda-Minister Joseph Goebbels bereitet für den Neujahrstag 1945 eine Massenveranstaltung im Berliner Lustgarten vor, die den kriegsmüden Deutschen neue Motivation geben soll. Doch auch Hitler selbst ist schwach und verwirrt. Darum wird Grünbaum aus dem KZ geholt, um Hitler wieder in Form zu bringen, ihn zu motivieren und ihm als Lehrer zur Seite zu stehen. Nach anfänglicher Ablehnung vertraut Hitler seinem Mentor zunehmend und offenbart ihm persönliche Gefühle und Kindheitserinnerungen – beispielsweise, dass sein Vater ihn misshandelt hat. Grünbaum trägt einen inneren Konflikt aus und zieht mehrfach in Erwägung, Hitler zu töten; paradoxerweise vereitelt er sogar einen Mordversuch an Hitler und erinnert seine Frau mahnend daran, dass auch der Führer ein Opfer seiner Kindheit sei.

Während der Sitzungen Grünbaums mit Hitler werden die beiden von zahlreichen Führungspersönlichkeiten beobachtet und abgehört. Goebbels plant zusammen mit dem Innenminister und Reichsführer SS Heinrich Himmler ein Attentat auf Hitler, das während der Neujahrsansprache stattfinden soll, da dieser den sogenannten Endsieg gefährde. Unter Hitlers Rednerpult soll eine Bombe platziert werden, die Schuld soll Grünbaum zugeschoben werden, der Hitler inzwischen nahesteht. Dieser Anschlag soll den Hass auf die Juden im deutschen Volk stärken und so zum Kriegserfolg beitragen.

Grünbaum bespricht die Erfolge der Sitzungen mit Hitler regelmäßig mit Goebbels, der den Unterricht Hitlers überwacht. Dabei verhandelt Grünbaum mit Goebbels die Freilassung seiner Familie, was ihm gewährt wird. Als er die Freilassung der Insassen Sachsenhausens fordert, wird ihm diese verweigert. Deshalb weigert sich Grünbaum, weiterhin für Goebbels zu arbeiten, und wird mit seiner Familie auf Befehl Goebbels’ wieder nach Sachsenhausen verschleppt. Hitler wartet derweil ungeduldig auf seinen Unterricht und veranlasst telefonisch, dass Grünbaum und seine Familie zurückgeholt werden. Um Grünbaum weiter halten zu können, täuscht Goebbels ihm die Freilassung der Insassen des KZ vor.

Auf der Route Hitlers durch das zerstörte Berlin von der Reichskanzlei zum Lustgarten sind die zerstörten Gebäude durch plattenförmige Holzbauten rekonstruiert, so dass die Film-Aufzeichnungen des Aufzugs ein unzerstörtes Berlin zeigen können.

Hitler wird am Tage der Rede derart heiser, dass er nicht mehr sprechen kann. Da eine Absage der 3,5 Millionen Reichsmark teuren Veranstaltung, die von mehreren Kameras aufgezeichnet werden soll, nach Goebbels nicht in Frage kommt, muss Grünbaum, unter dem Podest stehend, über die Lautsprecheranlage die Rede halten, während Hitler lediglich seine Lippen bewegt und dazu gestikuliert. Nach kurzer Zeit weicht Grünbaum vom geplanten Text ab und beginnt, sich über Hitler lustig zu machen, der nur wie sein Vater den Schwachen etwas antun könne. Grünbaum wird daraufhin erschossen, Hitler entkommt dem Bombenattentat.

Alternative Versionen

Ursprünglich sollte Helge Schneider als Hitler die Erzählung beginnen. Ebenso wurde auch ein anderes Ende gedreht. Auch bei diesem Ende überlebt Hitler, aber malt anschließend in seiner Wohnung im Sauerland Bilder von seinem Hund Blondi. Levy verzichtete nach ersten Probevorführungen auf diese Rahmen-Perspektive, da die nun vorliegende Kinofassung mit der Fokusverschiebung auf das jüdische Schicksal besser geeignet sei, den Zuschauern „Gewissenssicherheit zu geben“, wie er in einem Gespräch am 8. Januar 2007 auf 3sat erklärte.

Ferner wurde ein Handlungsstrang, der eine Affäre Goebbels mit Eva Braun thematisiert, ganz entfernt, da er zu sehr vom eigentlichen Thema des Filmes abgelenkt hätte.Die ursprünglich geplante Schnittfassung ist auf der DVD enthalten.

Besetzung

Katja Riemann verkörpert bereits zum zweiten Mal in einem Spielfilm, nach Goebbels und Geduldig, Eva Braun; und Ulrich Noethen stellte bereits in Der Untergang den Reichsführer SS Heinrich Himmler dar. Es war der letzte Spielfilm von Ulrich Mühe, der am 22. Juli 2007 an einer Krebserkrankung starb.

Produktion, Interview

Mein Führer wurde von Januar bis März 2006 gedreht. Drehort waren mehrere Plätze in Berlin, unter anderem das Bundesministerium der Finanzen (das ehemalige Reichsluftfahrtministerium) und der Berliner Dom. Gefördert wurde die Produktion von der Filmstiftung NRW, der Filmförderungsanstalt FFA Berlin, dem Medienboard Berlin Brandenburg und der Investitionsbank Hessen. Einige Touristen zeigten sich durch die Hakenkreuzfahnen irritiert.

Kritik

Schon im Vorfeld des Filmstarts wurde das Konzept Levys kritisiert, über Hitler eine Filmkomödie zu drehen. Angeführt wurde vor allem, dass die Gefahr bestehe, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu verharmlosen.

Im Kino sahen den Film rund 800.000 Zuschauer Hitliste der FFA, Februar 2007, die DVD wird seit September 2007 verkauft.

Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland meinte, Hitler „sei kein putziger Räuber Hotzenplotz“, der Film betreibe die „Verklärung“ Hitlers und seiner Zeit. „Ich kann über diesen Hitler nicht lachen“, Süddeutsche Zeitung, 5.1.2007, 10:21 Uhr Der Dramatiker Rolf Hochhuth kritisierte, es sei „unerklärlich, wie ein Mann, der selbst Jude ist, so eine Geschichtsfälschung ins Kino bringen kann“ „Massive Kritik an Levys Hitler-Satire“, Spiegel Online, 09.01.2007.

Ebenfalls in der Frankfurter Rundschau weist Viktor Rotthaler darauf hin, dass „Grünbaum“ vermutlich eine Hommage an den in Dachau ermordeten Fritz Grünbaum sei. „Historisches Vorbild für Hitlers Schauspiellehrer?“, Frankfurter Rundschau, 13.1.2007 (nicht mehr abrufbar)

Zitate



Weblinks



Quellen





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" (Stand: Fri, May 9th 2008, 17:28) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.