Nach der Probe
Meine Bewertung
Filminfo
Darsteller
- Bertil Guve als Henrik Vogler (jung)
- Nadja Palmsterna-Weiss als Anna Egerman (jung)
- Lena Olin als Anna Egerman
- Erland Josephson als Henrik Vogler
- Ingrid Thulin als Rakel Egerman
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Regie
- Ingmar Bergman
Drehbuch
- Ingmar Bergman
Kamera
- Sven Nykvist
Schnitt
- Sylvia Ingemarsson
Produzent
- Jörn Donner
Erscheinungsjahr
1983Produktionsland
SchwedenOriginalsprache
SchwedischOriginaltitel
Efter RepetitionenLänge
72 MinutenAltersfreigabe (FSK)
16 JahreInhalt und Form
Das Stück bewegt sich über die gesamte Länge auf einer einzigen (realistisch aufgebauten) Theaterbühne, und ist buchstäblich frei von äußerer Handlung. In 72 Minuten werden in kraftvollen oder fiebrigen Streitgesprächen zwischen einem alternden Regisseur und zwei leidenschaftlichen Schauspielerinnen nicht unähnlich einem Tanz, Boxkampf oder auch einer Bettszene vorrangig Fragen der Kunst, der Freundschaft, Liebe, psychischen Erkrankung, des Alters und des Todes mit schnell variierenden Rollen und psychologischen Abhängigkeiten debattiert. Das Gesagte ist nicht immer ästhetisch in seiner Wahrhaftigkeit, die Figur Henrik Vogler ist Ebenbild, Karikatur und Wunschego des Filmemachers, mehrdeutige erotische Spannungen sind im Vordergrund.Vor allem dürfte Nach der Probe eine Liebeserklärung an die Schauspielkunst sein. Zu Planspielen, Fantasien und Handlungsalternativen gesellen sich halluzinatorische Zeitsprünge, und der innere Monolog Erland Josephsons kontrastiert und trennt Segmente, wie auch der Betrachter gelegentlich angeschaut wird. Die intellektuell anstrengende und emotionell reizvolle Geschichte weist wenig Merkmale eines Films auf. Wie oft bei Bergman liegen die Seelen nackt und zerbrechlich an der Oberfläche, oder vielmehr auf der Zunge. In enger Anknüpfung an Szenen einer Ehe fotografiert Bergman in seinem Mittel- und Spätwerk endgültig das „Gesicht als Landschaft“.
Strindbergs Ein Traumspiel sei dem zufolge ein hochkomplexes, fugenartiges Werk im Gefolge Freuds Traumdeutung und es stellt fest: „[1] Frage nach dem Sinn menschlichen Leidens [2]; die Darstellung der Unausweichlichkeit von Enttäuschungen und Leid im menschlichen Leben und Zusammenleben, geprägt von einem mitleidsvollen Verständnis, [3] Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen menschlicher Verantwortung und metaphysischer Determination“ (Kirsten Hölterhoff, Band 16, S. 88) seien dort die Themen. Raum, Zeit, und selbst die Einheit der Personen seien auch in diesem Schauspiel keineswegs stabil.
Sonstiges, Ähnlichkeiten und Kritiken
- Nach Fanny und Alexander wollte sich Bergman eigentlich vom Film zurückziehen.
- Die (wichtige) Synchronisation ins Deutsche wirkt insgesamt recht gelungen.
Der Film ist in mehrfacher Hinsicht mit John Cassavetes Opening Night (1977) vergleichbar. Zudem mag er in Anlage und Setting an das bekannte Drama Geschlossene Gesellschaft (1944) von Jean-Paul Sartre erinnern.
Literatur
- Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literaturlexikon. Studienausg., Lizenausg., durchgesehene Originalausg., Komet, München 19XX, ISBN 3-89836-214-0.
Weblinks
Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel
"Nach der Probe" (Stand:
Tue, May 6th 2008, 06:21)
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