Southland Tales

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Richard Kelly

Drehbuch

  • Richard Kelly

Kamera

  • Steven B. Poster

Schnitt

  • Sam Bauer

Produzent

  • Bo HydeSean McKittrickKendall MorganMatthew Rhodes

Musik

  • Moby

Erscheinungsjahr

2006

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Southland Tales

Länge

145 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

16 Jahre
Southland Tales ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2006. Regie bei dem Sciencefiction-Film führte Richard Kelly, der auch das Drehbuch schrieb. Die Hauptrollen spielen Dwayne „The Rock“ Johnson, Seann William Scott und Sarah Michelle Gellar.

Handlung

Im Jahre 2005 ereignen sich in Texas zwei verheerende nukleare Terroranschläge, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen und hunderttausende von Toten fordern.

Drei Jahre später kämpfen radikale neomarxistische Widerstandsgruppen aus dem Untergrund heraus gegen einen militarisierten amerikanischen Kontroll- und Überwachungsstaat, im Besonderen gegen die Regierungsorganisation USIDent, die jede Aktivität überwacht und die Bürger bespitzelt. Den zu vernichten und Gott zu entthronen sind die erklärten Ziele der Neomarxisten.

Der Krieg im Nahen Osten hat derweil Amerikas Zugang zu Öl erheblich eingeschränkt und so ist die Bedeutung alternativer Energiequellen enorm gestiegen. Da taucht ein mysteriöser Wissenschaftler namens Baron von Westphalen – ein Urenkel von - zusammen mit seinem Team auf und hält den Schlüssel zur Lösung der Energieversorgungsprobleme bereit: Ein gigantisches kabelloses elektrisches Netz, das alle Maschinen in seiner Reichweite mit Energie versorgt. Eine ebenfalls von Baron entwickelte Droge namens Fluid Karma wird an im Irak stationierten Soldaten getestet und ermöglicht es ihnen, untereinander telepathisch zu kommunizieren.

Boxer Santaros, ein berühmter Actionfilmstar der ohne Erinnerung an seine Vergangenheit in der Wüste von Nevada erwacht, wird von dem zwielichtigen Fortunio Balducci als Anhalter mitgenommen und mit der ambitionierten Pornodarstellerin Krysta Now bekannt gemacht. Krysta verfügt über hellseherische Fähigkeiten seit sie an Bord eines Flugzeugs war, das den Lake Mead überflog, in dessen Nähe auch Boxer erwacht ist und schrieb ein Drehbuch namens The Power, das die letzten drei Tage der Welt vorhersagt.

In der Wüste wird während dessen ein ausgebranntes Auto mit einer bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Leiche entdeckt, die von Treer, der Organisation hinter der von Westphalen steht, gewaltsam an sich gebracht wird.

Boxer und Krysta fühlen sich sofort voneinander angezogen und verbringen eine gemeinsame Nacht miteinander. Der Actionstar ist jedoch mit Madeline Frost Santaros, der Tochter des einflussreichen Senators Bobby Frost verheiratet. Die Neomarxisten, die in den Besitz von belastenden Sexfotos von Boxer und Krysta gelangen, wollen den Senator damit um eine Million Dollar erpressen und den Ausgang der bevorstehenden Wahl zur Einflussminderung von USIDent beeinflussen.

Boxer und Krysta gelangen schließlich nach Los Angeles wo sie auf Ronald Taverner treffen, der ebenso wie Boxer an Amnesie leidet und von den Neomarxisten bedrängt wird, sich für seinen Zwillingsbruder Roland auszugeben. Roland, der bei einem Einsatz im Irak unter dem Einfluss von Fluid Karma seinen besten Freund und Kameraden Pilot Abilene aus Versehen mit einer Granate entstellt hat, was er sich selbst nie verzeihen konnte, wird derweil unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten, zu seiner eigenen Sicherheit, wie Dion Element und Veronica „Dream“ Mung, die Anführer der Neomarxisten, und Zora Charmichaels Ronald versichern.

Um sich in seine Rolle in The Power, einen Polizisten namens Jericho Cane, einzuarbeiten, begleitet Boxer Ronald mit einer Videokamera, der den Job seines Bruders als UPU2-Cop übernimmt. Ein als Inszenierung geplanter Doppelmord an Dion und Dream gerät unversehens zu einem echten Doppelmord, was Zora von langer Hand geplant hatte um an belastendes Videomaterial von Boxer Santaros zu gelangen.

Als das Versteck der Neomarxisten gestürmt wird und Rolands Geiselnehmer getötet werden, kann er in letzter Sekunde fliehen, wird jedoch kurz später erneut von einem Mann namens Walter Mung gefangen genommen.

Zora und ihr Handlanger Bart Bookman werden kurze Zeit später bei der Verfolgung von Boxer und Krysta, die ihnen ein falsches Videoband ausgehändigt haben, von einem Soldaten erschossen. Während dessen verhindert Roland einen Selbstmordversuch des jungen Martin Kefauver und versucht, seinen Bruder Roland wieder zu finden.

Schließlich treffen sich fast alle Charaktere des Film auf dem MegaZeppelin Jenny von Westphalen. Dort erfährt Boxer von Simon Theory, Dr. Soberin Exx und Dr. Katharina Kuntzler die für Treer arbeiten, die Hintergründe seines Gedächtnisverlusts und das Ausmaß der Katastrophe, vor der die Welt steht.

Die von Treer entwickelten Gezeitenkraftwerke haben die Rotationsgeschwindigkeit des Planeten allmählich ausgebremst, was zu einem Riss in der Raumzeit nahe des Lake Mead führte. Nach zunächst erfolglosen Experimenten mit Affen wurde Boxer Santaros von Roland Taverner im Auftrag von Baron von Westphalen entführt und durch den Riss gebracht, was beide 69 Minuten in der Zeit zurückreisen ließ und bewirkte, dass die beiden Personen zweifach existierten. Boxers früheres Ich wurde mittels eines ferngesteuerten Selbstzerstörungsmechanismus’ getötet, Rolands zweites Ich (Ronald) konnte jedoch entkommen. Der Kontakt der beiden Taverner Ichs würde zu einem Paradoxon führen, da ein und die selbe Seele zweifach existieren würde und könnte die vierte Dimension in sich zusammenbrechen lassen, was das Ende der Welt bedeuten würde.

In Los Angeles sind mittlerweile gewaltsame Straßenkämpfe ausgebrochen. Rolands Entführer Wung stirbt bei einem Unfall und Roland kann sich befreien, wird jedoch angeschossen. Ronald trifft sein zweites Ich, während Martin von dem sterbenden Mung den Auftrag erhält, den Zeppelin mit einem Raketenwerfer zu zerstören. Als sich die Taverners im umgestürzten Eiscremewagen Mungs die Hand reichen, erstrahlt der Truck in hellem Licht, erhebt sich und schwebt dem Himmel entgegen, mit Martin Kefauver und dem Raketenwerfer an Bord.

Im Zeppelin kommt es derweil nach einigen Gesangeinlagen zu einem rituell anmutenden Tanz zwischen Boxer und Krysta zu dem sich noch Boxers Ehefrau Madeline hinzugesellt.Boxers Jesus-Tätowierung beginnt zu bluten, unmittelbar bevor Martin den Zeppelin vom inzwischen hoch über Los Angeles schwebenden Truck aus mit einer Rakete abschießt.

Roland wird von seinem zweiten Ich, durch das Pilot Abilene unter dem Einfluss von Fluid Karma telepathisch mit ihm spricht, für den Vorfall im Irak vergeben. Der Film endet, ohne explizit zu zeigen, ob es tatsächlich zu der befürchteten Apokalypse kommt oder ob mit Roland Taverner ein neuer Messias geboren und eine neue Welt erschaffen wurde.

Entstehungsgeschichte

Richard Kelly begann nach der Premiere seines Aufsehen erregenden Independentfilms Donnie Darko auf dem Sundance Film Festival im Juli 2001, an der Geschichte von Southland Tales zu arbeiten. Dabei wurde er von Filmen wie Rattennest (1955), Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964), Brazil (1985) und Pulp Fiction (1994) beeinflusst. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 und dem Beginn des Irakkrieges schrieb er die Geschichte um, um auch politische Aspekte in den Film einzubringen. Kelly bezeichnete den Film in einem Interview als „eine schwarze Komödie über das Ende der Welt“.

Die Dreharbeiten, die an Originalschauplätzen in Los Angeles sowie in Middlesex in New Jersey stattfanden, begannen am 15. August 2005 und endeten am 28. Oktober 2005. Die Produktionskosten betrugen 15 Millionen US-Dollar.

Der bekannte Musiker und Sänger Moby komponierte die Musik zum Film. Am 20. September 2007 erschien der langerwartete Trailer auf der Internetseite Firstshowing. http://www.firstshowing.net/2007/09/20/must-watch-richard-kellys-southland-tales-trailer-finally

Rezeption

Die Uraufführung fand am 21. Mai 2006 im Rahmen des Wettbewerbs bei den Filmfestspielen von Cannes statt. Kritiker bewerteten den Film überwiegend negativ und unterstellten ihm Sinnlosigkeit. Jan Schulz-Ojala schrieb im Tagesspiegel vom 22. Mai 2006, der Film wäre eine „laue Polit-Porno-Science-Fiction-Satire“.

Southland Tales war ursprünglich als neunteiliges "interaktives Erlebnis" geplant, wobei die ersten sechs Teile als sechs jeweils 100seitige Comicbände veröffentlicht werden sollten und der Film die letzten drei Kapitel enthalten würde. Auch eine Website wurde erstellt, die die Hintergründe der Comicbände und des Films miteinander verflechten und vertiefen sollte. Die Anzahl der Bände wurde später jedoch auf drei reduziert. Diese Comicbände erzählen die Vorgeschichte von Southland Tales, an die der Film nahtlos anknüpft und wurden von Richard Kelly geschrieben und von Brett Weldele illustriert. Die Titel lauten im Einzelnen wie folgt:
  • Part One: Two Roads Diverged (Mai 2006)
  • Part Two: Fingerprints (September 2006)
  • Part Three: The Mechanicals (Januar 2007)
Die drei Bände sind auch als Sammelband unter dem Titel The Prequel Saga erschienen.

Die Titel der Teile aus dem Film sind:
  • Part Four: Temptation Waits
  • Part Five: Memory Gospel
  • Part Six: Wave Of Mutilation


Hintergrund

  • Am 15. Mai 2008 erscheint der Film erstmals in Deutschland, jedoch lediglich auf DVD.


Kritiken

  • Southland Tales ist ein Zweidreiviertelstunden-Opus, das nach einem zweiten Ansehen verlangt. Kelly strebt, das spürt man, in die hohe Kategorie der "Letzten Tage der Menschheit", wie zwei andere L. A.-Filme: Ridley Scotts Zukunftsvision Blade Runner hat sich unbeschädigt über 25 Jahre gehalten, von s Strange Days spricht zehn Jahre danach keiner mehr. Das Gefühl nach dem ersten Southland-Eindruck weist eher in die Strange Days-Richtung.“ (Hanns-Georg Rodek in Die Welt, 22. Mai 2006)
  • Southland Tales ist das Desaster eines Films, der dauernd komisch und cool sein will (Justin Timberlake spielt übrigens einen Soldaten mit total vernarbtem Gesicht), dabei aber nur entsetzlich auf den Nerven seiner Zuschauer herumtrampelt. Doch das vielleicht Erschreckendste an diesem Trash-Klamauk ist, dass sich die Organisatoren in Cannes nicht zu blöd sind, ihn im Wettbewerb zu zeigen. Na ja, es hat halt mal wieder eine französische Firma mitfinanziert.“ (Wolfgang Höbel in Der Spiegel, 22. Mai 2006)


Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Southland Tales" (Stand: Fri, May 9th 2008, 20:58) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.