Stalingrad
Meine Bewertung
Filminfo
Darsteller
- Mark Kuhn als Pflüger
- Martin Benrath als General Hentz
- Thorsten Bolloff als Feldmann
- Dieter Okras als Haller
- Heinz Emigholz als Edgar Emigholz
- Karel Hermánek als Hermann Musk
- Dana Vávrová als Irina
- Sylvester Groth als Otto
- Sebastian Rudolph als GeGe Müller
- Jochen Nickel als Unteroffizier Manfred Rohleder
- Thomas Kretschmann
als Leutnant Hans von Witzland
- Blade II
- Das blonde Biest – Wenn Mutterliebe blind macht
- Der Pianist
- Der Untergang
- Die Bartholomäusnacht
- Die Bibel – Esther
- Fürchtet Euch Nicht! – Das Leben Papst Johannes Pauls II.
- Head in the Clouds
- Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter
- King Kong (2005)
- Next
- Prinz Eisenherz (1997)
- Resident Evil: Apocalypse
- Rohtenburg
- U-571
- U-Boat: In feindlicher Hand
- Walküre
- Wanted (2008)
- Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken
- Westler
- Wie ein Licht in dunkler Nacht
- Dominique Horwitz als Obergefreiter Fritz Reiser
Anzeige:
Regie
- Joseph Vilsmaier
Drehbuch
- Joseph Vilsmaier
Kamera
- Peter von Haller
Schnitt
- Hannes Nikel
Produzent
- Günter Rohrbach
Musik
- Norbert Jürgen Schneider
Erscheinungsjahr
1993Produktionsland
DeutschlandOriginalsprache
DeutschOriginaltitel
StalingradLänge
132 MinutenAltersfreigabe (FSK)
12 JahreHandlung
Die im Stalingrad eingeschlossene deutsche 6. Armee wird auf Befehl der deutschen Führung in einen aussichtslosen Kampf getrieben und ist damit zum Untergang verurteilt. Ungenügend ausgerüstet, werden immer neue Truppen geschickt, um in erbarmungslosen Kämpfen den Tod zu finden. Die Durchhalteparolen des Führers („bis zur letzten Patrone“) werden nur noch mit verbittertem Sarkasmus kommentiert. Die Soldaten führen schon längst ein grausames Ringen um das eigene Überleben.In der ersten Szene des Filmes sieht man die Soldaten noch in Italien entspannt auf Fronturlaub. Sie kommen gerade aus Afrika. Man sieht auch erste Verletzte. Die Soldaten einer Pioniersturm-Einheit sollen nun an die Ostfront fahren und dort helfen, Stalingrad einzunehmen. Auf der Zugfahrt wird noch gescherzt "Die Stadt nehmen wir doch in drei Tagen". Der Trupp hat hier eine Stärke von ca. 400 Mann.
Angekommen in Stalingrad zeigt sich jedoch ein anderes Bild. In der fast zerstörten Stadt bleiben die Landser im erbitterten Häuserkampf stecken. Die Versorgung ist schlecht, die Moral am Boden. Die 6. Armee wird eingeschlossen. Nachdem einige MG-Nester gestürmt wurden, gerät der Vormarsch der Pioniere ins Stocken. Die Soldaten verschanzen sich. Bei der Einnahme eines Gebäudes kommt es zu einem Unglück. Der Landser Müller erschießt einen anderen Deutschen. Der junge Leutnant Hans von Witzland, erst von seinen Kameraden belächelt, behauptet sich und handelt gegen jede Order einen Waffenstillstand aus. Die Bergung von Toten und Verwundeten scheitert jedoch an einem fanatischen deutschen Soldaten, der das Feuer eröffnet. Ein Junge kann jedoch gerettet werden.
Die Soldaten bekommen am nächsten Tag ihre Post und werden hier mit den Problemen aus der Heimat konfrontiert: Fremdgehen einer Frau mit einem Kriegsgefangenen, Diebstähle auf dem heimischen Bauernhof, schwangere Ehefrauen. Später versuchen die Sturmpioniere über die Kanalisation zu fliehen. Eine russische Soldatin wird vom Leutnant gefangen. Sie täuscht vor, ihm zu helfen, stürzt ihn jedoch ins Wasser und kann entkommen. Ein deutscher Soldat wurde schwer verletzt; sein Bein ist zerschossen. Die Männer tragen ihn in ein chaotisches Lazarett, einen Raum, überfüllt mit Verwundeten. Mit vorgehaltener Waffe versucht Fritz, eine Behandlung seines Kameraden zu erzwingen, welcher aber stirbt. Ein deutscher Hauptmann bemerkt die Szene und verhaftet den kleinen Trupp. Einer Erschießung können die Soldaten nur entgehen, da ein General, bei dem der Leutnant vorsprechen kann, dessen hochrangigen Onkel kennt. Sie werden in ein Strafbataillon versetzt. Bei eisiger Kälte müssen sie bei Hungerrationen Minen entschärfen. Doch schon bald werden die Frontkämpfer knapp, und sie werden wieder in den Dienst gestellt, um einen Ausbruch aus dem Kessel vorzubereiten. Dafür wird ihnen die Rehabilitation versprochen. Sie können den Angriff eines Panzertrupps unter Aufbietung der letzten Reserven zurückschlagen. Völlig erschöpft erreichen sie den Sammelpunkt.
Hier kommt es zu einer Schlüsselszene im Film. Der Hauptmann, der auch die Verhaftung veranlasst hat und ein fanatischer Nazi ist, lässt alte Männer und Kinder erschießen, die angeblich Saboteure gewesen sein sollen. Auch der Junge aus dem Haus ist bei den Opfern. Die Pioniere wollen sich weigern zu schießen, aber der Hauptmann droht, jeden direkt neben die „Saboteure“ stellen, der sich weigere. Letztendlich verübt jeder einzelne das Kriegsverbrechen. Daraufhin desertieren der Leutnant und zwei seiner Soldaten gemeinsam, um über den Flughafen Pitomnik zu entkommen.
Am völlig überfüllten Rollfeld spielen sich tumultartige Szenen ab. Soldaten, die angeblich selbst ihre Wunden verursacht haben, werden ohne längeres Nachhaken erschossen. Der Flugplatz, auf dem sich nur eine Transportmaschine befindet, ist völlig überfüllt. Es ist hoffnungslos, ein Flugzeug zu erreichen. Die drei Deserteure schaffen es nicht, kehren also resignierend in die Baracke zurück, wo die verbliebenen Soldaten warten. Von einer Kampfeinheit ist hier schon nichts mehr zu sehen.
Eine Versorgungskapsel wird per Fallschirm in der Nähe der Baracke abgeworfen. In dem Paket finden sie viele Orden mit „Gruß vom Führer“, aber auch Lebensmittel wie etwa Schokolade. Der Hauptmann, welcher vorher den Schießbefehl gab, bemerkt die Szene. Er zieht seine Pistole. Doch einem Soldaten reicht es. Im Handgemenge löst sich ein Schuss und Müller stirbt. Auch der Hauptmann kommt ums Leben, obwohl er um Schonung bettelt und den Weg zu seinem Versteck verrät.
Im Versteck angekommen entdecken sie verschwenderischen Luxus. Auch die russische Soldatin aus der Kanalisation ist anwesend, gefesselt an ein Bett, Spuren von Misshandlungen sind deutlich. Die Soldaten beschließen, sie zu vergewaltigen. Der Leutnant als Ranghöchster darf anfangen. Die verzweifelte junge Frau hält dem jungen Leutnant den Spiegel vor. Von Witzland muss einsehen, dass sein Vorhaben und seine Existenz jämmerlich ist. Der Leutnant überlässt der Russin, psychisch endgültig am Ende, seine Pistole, damit diese sich erschießen kann. Sie bringt es nicht über sich. Auch die anderen Soldaten verzweifeln nach einer kurzen Phase des Hochgefühls. Kurze Zeit später kapituliert General Paulus und mit ihm die 6. Armee.
Die Niederlage bei Stalingrad ist perfekt. Zwei noch lebende im Keller verbliebene Soldaten wollen nicht in nach Sibirien. Die Russin bietet ihre Hilfe an. Sie ziehen durch die endlosen Weiten der schneebedeckten Landschaft. Als sie sich einer russisch besetzten Stellung nähern, versucht die Russin überzulaufen, wird jedoch erschossen. Die deutschen Soldaten können noch ein letztes Mal fliehen.
In der letzten Einstellung des Films sieht man den Leutnant und Fritz Reiser im Schneesturm sitzen, wobei der eine bereits liegt und den Kopf im Schoß des anderen liegen lässt. Sie haben aufgegeben. Dann hört man nur noch den Schneesturm und die Kamera zieht sich weiter von den Soldaten zurück, die immer mehr mit Schnee bedeckt werden. Der Kopf des sitzenden Soldaten ist mittlerweile auf seine Brust nach vorne gesunken. Ein Abschlusstext wird eingeblendet, in dem beschrieben wird, dass in Stalingrad über eine Million Menschen ihr Leben gelassen haben, durch Beschuss, Kälte und Hunger. Soldaten verschiedenster Nationen starben dort. Von den 260.000 Soldaten der 6. Armee gerieten 91.000 in Kriegsgefangenschaft. Von diesen kehrten Jahre später nur noch 6.000 in die Heimat zurück.
Bewertung
Die Wertung des Films ist umstritten. Befürworter sehen in der Darstellung von Kälte, Hunger und gnadenlosem Kampf ohne Hoffnung eine bedrückende Analyse der Geschehnisse. Verbrechen der Wehrmacht an der russischen Zivilbevölkerung werden wiederholt thematisiert. Das privilegierte Leben der deutschen Generalität und des Offizierkorps im Gegensatz zum einfachen Soldaten und der russischen Bevölkerung wird mit einer Überlegenheit an Moral gerechtfertigt. Diese angebliche Überlegenheit nimmt der Regisseur Stück für Stück auseinander.Kritiker hingegen betrachten den Film als oberflächlich oder sogar verharmlosend.
Lexikon des Internationalen Films: Das mit großem Aufwand vor Augen geführte Kampfszenarium soll abschreckende Wirkung haben, aber die schwach konstruierte Handlung mit ihren stellenweise nicht sehr glaubhaften Zügen schadet dem Gesamteindruck. Als Antikriegsfilm gedacht, doch weitgehend vordergründig und trotz bemerkenswerter inszenatorischer Details nicht überzeugend. Lexikon des Internationalen Films - Stalingrad
prisma-online: Die historische Schlacht von Stalingrad als aufwändig inszeniertes Kriegsdrama. Obwohl der Film konsequent aus der Sicht einer Gruppe deutscher Landser erzählt wird, entpuppt er sich als reaktionäres Machwerk, das die Rolle der Wehrmacht und somit den Faschismus verharmlost. Und das, obwohl es der nach dem Originaldrehbuch geschriebene Roman von Christoph Fromm wirklich in sich hat. prisma-online - Stalingrad
Auszeichnungen
- Der Film gewann in den folgenden Kategorien je einen Bayerischen Filmpreis: Best Cinematography, Best Editing und Best Production.
Quellen
Weblinks
- Stalingrad bei Filmportal.de
Stalingrad
Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel
"Stalingrad (Film)" (Stand:
Tue, May 13th 2008, 10:20)
aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.
Dieser Text steht unter der
GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.
