Tarantula

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Filminfo

Darsteller

Regie

  • Jack Arnold

Drehbuch

  • Robert M. Fresco

Kamera

  • Clifford Stine

Schnitt

  • William Morgan

Produzent

  • William Alland

Musik

  • Joseph Gershenson

Erscheinungsjahr

1955

Produktionsland

USA

Originalsprache

Englisch

Originaltitel

Tarantula

Länge

80 Minuten

Altersfreigabe (FSK)

12 Jahre
Tarantula ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Horror-Thriller in Schwarz-Weiß von 1955, in dem John Agar, Mara Corday und Leo G. Carroll unter der Regie von Jack Arnold die Hauptrollen spielten. Obwohl es sich bei Tarantula um ein typisches B-Movie handelt, erlangte der Film im Lauf der Jahrzehnte einen gewissen Kultstatus.

Handlung

In der Nähe des Wüstennests Desert Rock in Arizona wurde ein grässlich deformierter Toter gefunden. Dr. Matt Hastings wird von Sheriff Jack Andrews in die Leichenhalle gebracht. Dort trifft auch der Wissenschaftler Prof. Gerald Deemer ein und identifiziert den Toten als seinen Kollegen und besten Freund Dr. Eric Jacobs, mit dem er in einem einsamen Haus in der Wüste an wissenschaftlichen Experimenten arbeitete. Er behauptet, Jacobs sei an den Folgen einer Akromegalie gestorben. Dr. Hastings hat Zweifel an dieser Diagnose.

Prof. Deemer kehrt in sein Haus zurück und arbeitet in seinem Labor, wo er überlebensgroße Ratten, Mäuse und Meerschweinchen züchtet. Auch eine sehr große Vogelspinne lebt in einem Glaskasten. Währenddessen schleicht aus dem Hintergrund eine deformierte Gestalt auf ihn zu und greift ihn an. Es ist sein Laborant Paul. Es kommt zum Kampf, das Labor wird verwüstet und die monströse Gestalt verabreicht Deemer eine Injektion, bevor sie stirbt. Die Spinne entkommt unbemerkt. Deemer bestattet seinen Mitarbeiter heimlich nachts in der Wüste.

Inzwischen begegnet Dr. Hastings in der Stadt der schönen Stephanie „Steve“ Clayton. Die neue Assistentin des Professors ist gerade angekommen, und der Doktor bringt sie zu Deemers Haus in der Wüste. Deemer zeigt den beiden sein Labor und eröffnet ihnen, dass er an einer synthetischen Nährflüssigkeit arbeitet, die dereinst die Hungerprobleme auf der Welt lösen soll.

Der Professor arbeitet seine Assistentin Steve Clayton ein und zeigt ihr seine Experimente. Inzwischen beginnt seine Stichwunde zu schmerzen. Kurz darauf treffen sich Dr. Hastings und Steve Clayton. Während einer Zigarettenpause in der Wüste lösen sich plötzlich riesige Felsbrocken von einem Steinhügel, von denen sie beinahe erschlagen werden. Sie fliehen entsetzt und fahren mit dem Auto davon. Nach ihrer Abfahrt sieht man die gigantische Vogelspinne hinter den Felsen erscheinen.

Wieder im Haus des Professors entdeckt die Laborantin, dass sich der Professor verändert. Auch er beginnt Deformationen zu zeigen, eine Folge der Injektion mit Wachstumsserum durch den Laboranten. Sie packt Entsetzen. Dr. Hastings und der Sheriff entdecken inzwischen bei dem Farmer Andy Anderson die Gerippe mehrerer Pferde und eine Pfütze mit einer geheimnisvollen weißlichen Flüssigkeit. Ratlos kehren die Männer zurück in die Stadt.

Nachts fällt die Riesenspinne über die Farm her, tötet Anderson und zwei Männer, die in einem Kleinlastwagen durch die Nacht fahren. Am Morgen entnimmt Dr. Hastings an der Unfallstelle eine Probe der Flüssigkeit und identifiziert sie an seinem Mikroskop als Insektengift. Steve Clayton informiert den Doktor, dass Prof. Deemer schwer krank ist. Hastings fährt hinaus zum Professor und versucht, ihm zu helfen. Dieser eröffnet nun, dass Jacobs und der Laborant Paul einen Selbstversuch gemacht hatten. Er erzählt die ganze Geschichte. Deemer glaubt, dass bei dem Laborbrand viele seiner Tiere ums Leben kamen, auch die Spinne wähnt er tot. Hastings wird hellhörig und fliegt nach Phoenix, um sein Untersuchungsergebnis betätigen lassen. Jetzt geht ihm ein Licht auf. Er ahnt, dass in der Wüste eine Riesenspinne lebt.

Matt kehrt am späten Abend aufgeregt in die Wüstenstadt zurück und alarmiert den Sheriff. Inzwischen attackiert die Spinne Deemers Haus. Steve gerät in Panik, als das Monstrum das Fenster zerbricht. Auch der Professor erwacht, grässlich deformiert. Die Spinne verschlingt ihn, während Steve fliehen kann. Matt rettet sie im letzten Moment. Auf der Landstraße treffen sie auf den Sheriff und einige Polizisten. Sie eröffnen das Feuer mit Maschinenpistolen, doch es hat keinen Sinn. Aufgeregt wird die Stadt evakuiert. Hastings schlägt vor, ein Kampfflugzeug mit Napalmbomben auf das Monster loszulassen.

Am Morgen startet ein Kampfgeschwader, während die Stadtpolizei mit Dynamit eine Sprengfalle für die Spinne stellt. Nun sind auch die letzten Zweifler wie der Zeitungsreporter überzeugt. Die Sprengung auf der Landstraße macht dem Monster allerdings nichts aus. Unversehrt setzt es den Weg in die Stadt fort. Die kleine Gruppe flieht weiter in die verlassene Stadt. Als die Spinne am Stadtrand auftaucht, greifen die Kampfjets an. Sie feuern Napalmbomben, bis das Monster in einem Flammenmeer zugrunde geht. Wie gebannt beobachten die Menschen von der Stadt aus das Ende des Ungeheuers.

Sonstiges

Der Film arbeitet geschickt mit zwei Kernängsten der Zuschauer: dem Horror vor Spinnen und grässlichen Deformierungen. Interessanterweise löst Prof. Deemers Serum unterschiedliche Reaktionen aus: bei Tieren Riesenwachstum, beim Menschen körperliche Deformationen. Eine Erklärung dafür liefert der Film jedoch nicht.

Auch Tarantula kombiniert die in der McCarthy-Ära üblichen Elemente amerikanischer Science-Fiction-B-Movies: die Armee als Beschützer der (amerikanischen) Demokratie und somit der „freien“ Welt; der Militäreinsatz als letzte und das Problem lösende Option; der „Mad Scientist“, dessen Wissenschaft sich gegen ihn wendet; die hinterlistige, alles gefährdende und erbarmungslose Kreatur, die dem Kommunismus gleicht; die Frauen in unbedeutenden Nebenrollen („Scream Queens“); die Kleinstadte als Ort des bedrohten amerikanischen Ideals.

Bei den Dreharbeiten kam eine echte Vogelspinne in einer Miniaturlandschaft zum Einsatz. Mit Druckluftdüsen wurden dabei ihre Bewegungen gesteuert.

In dem Film sind einige kleine, aber auffällige Fehler passiert: Einmal wurde bei der Tricktechnik unsauber gearbeitet, daher „verschwindet“ ein Bein der Spinne kurzzeitig im Himmel. Zur Vernichtung des Monsters starten mehrere F-84-Kampfjets, den Angriff fliegen jedoch F-80-Maschinen. Sowohl in der Original-, als auch in der synchronisierten Version macht das landende Flugzeug des Doktors quietschende Geräusche, wie auf einer geteerten Start- und Landebahn, obwohl es auf einer Sandpiste aufsetzt.

In einer seiner ersten Filmrollen ist Clint Eastwood als Geschwaderkommandeur zu sehen. Da er eine Pilotenmaske trägt, können ihn jedoch meist nur seine echten Fans erkennen.

In dem Eröffnungssong Science Fiction/Double Feature der Rocky Horror Show wird Tarantula besungen.

Die deutsche Erstaufführung des Films war am 23. März 1956.

Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1956 in den Ateliers der Berliner Synchron GmbH in Berlin. Für Synchron-Buch und -Regie zeichnete Volker Becker verantwortlich. Tarantula, Illustrierte Film-Bühne Nr. 3212, München o. J. / Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 352

{| class="prettytable"!align="center"|Rolle!align="center"|Darsteller!align="center"|Synchronsprecher|-|Dr. Matt Hastings|John Agar|Gert Günther Hoffmann|-|Stephanie „Steve“ Clayton|Mara Corday|Ilse Kiewiet|-|Professor Gerald Deemer|Leo G. Carroll|Alfred Haase|-|Sheriff Jack Andrews|Nestor Paiva|Robert Klupp|-|Joe Burch|Ross Elliott|Friedrich Joloff|-|Wissenschaftler|Raymond Bailey|Siegfried Schürenberg|}

Kritiken

  • "(...) klassischer Großinsektenfilm mit einleuchtenden Nebenhandlungen und sehenswerten Special Effects." (Wertung: 3 Sterne = sehr gut) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 802


  • "Ein mit einfachen dramaturgischen Mitteln, aber spannend und stilsicher inszenierter Gruselfilm, der zu einem Klassiker des Genres wurde. Beiläufig, aber wirkungsvoll entwickelt er eine unterschwellige erotische und politische Mythologie: die Spinne als Inkarnation bedrohlicher Triebe, aber auch als Ausdruck wachsender Ängste vor einem Atomkrieg." - „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997


Einzelnachweise



Literatur

  • Frank Schnelle, Frank Arnold, Lars-Olav Beier, Robert Fischer et al.: Hollywood Professional. Jack Arnold und seine Filme. Fischer-Wiedleroither, Stuttgart 1993, ISBN 3-924098-05-0


Weblinks





Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel "Tarantula (Film)" (Stand: Thu, May 8th 2008, 14:24) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Dieser Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der früheren Autoren ist verfügbar.