Teufelsbraten
Meine Bewertung
Filminfo
Darsteller
- Ulrich Noethen
als Vater
- Benutzer:Ignazwrobel/Die Luftbrücke
- Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz
- Bibi Blocksberg
- Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen
- Comedian Harmonists
- Das Sams
- Der Untergang
- Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei
- Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei
- Die rote Jacke
- Jargo
- Kammerflimmern
- Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
- Meine polnische Jungfrau
- Sams in Gefahr
- Väter
- Vera Brühne
- Petra Welteroth als Tante Berta
- Ludger Pistor als Pastor
- Margarita Broich
als Mutter
- Ignaz Kirchner als Lehrer Mohren
- Moritz Klaus
als Bertram 1
- Anna Fischer als Hildegard 3
- Charlotte Steinhauer
als Hildegard 2
- Nina Siebertz
als Hildegard 1
- Peter Franke als Großvater
- Barbara Nüsse als Großmutter
- Lucas Gregorowicz als Geffken
- Corinna Harfouch
als Sekretärin
- Basta – Rotwein oder Totsein
- Bibi Blocksberg
- Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen
- C(r)ook
- Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen
- Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
- Der Untergang
- Elementarteilchen
- Erkan und Stefan – Gegen die Mächte der Finsternis
- Freigesprochen
- Irren ist männlich
- Knockin’ on Heaven’s Door
- Mein Vater, der Türke
- Meine Mutter, mein Bruder und ich!
- Vera Brühne
- Wut (Fernsehfilm)
- Yasemin
- Harald Schmidt als Unterwäschevertreter
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Regie
- Hermine Huntgeburth
Drehbuch
- Volker Einrauch
Kamera
- Sebastian Edschmid
Produzent
- Günter Rohrbach
Erscheinungsjahr
2007Produktionsland
DeutschlandOriginalsprache
DeutschOriginaltitel
TeufelsbratenLänge
je 85 MinutenDer Film spielt im en Dondorf im Rheinland nicht weit von und Düsseldorf gelegen, nicht zu verwechseln mit dem realen Dondorf von Hennef , die meisten Außenaufnahmen entstanden jedoch in , Velbert und Duisburg. Es handelt sich um die Geschichte der kulturellen und sozialen Befreiung der Protagonistin aus ihrer Herkunft im rheinisch-katholischen Arbeitermilieu.
Handlung
Die kleine Hildegard, Tochter eines Arbeiters und einer Putzfrau, wird von ihrer Familie, in der auch noch die Großeltern und eine Tante leben, "Teufelsbraten" (Düvelsbrode) geschimpft, weil sie mit ihrer ernsthaften und wissbegierigen Art, fest entschlossen, lesen und schreiben zu lernen, von ihrer proletarischen, streng rheinisch-katholischen, Dialekt sprechenden Familie als Fremdkörper empfunden wird, der nicht zu ihrer Welt gehört. Nur der kranke Großvater, der ihr häufig vorliest, versteht sie; er hat die Grundlage zu ihrem Bildungshunger gesetzt.Mit 10 Jahren wird Hildegard in die Mittelschule aufgenommen. Dort lernt sie Hochdeutsch zu sprechen, sich mit Literatur zu beschäftigen, und findet Freunde aus dem Mittelstand. Die Eltern sind zunehmend mit ihrer Entwicklung überfordert; ihre Sprache, Tischmanieren und Freizeitinteressen lösen insbesondere bei ihrem Vater die Aggression des Benachteiligten aus. Er versucht, sie durch körperliche und verbale Gewalt auszubremsen und ihr einzureden, sie könne trotz Schule nichts "Besseres" werden und werde immer bleiben, was sie ist - ein Arbeiterkind. Hildegard fühlt sich zwischen den beiden Welten hin- und hergerissen; trotz ihrer Entwicklung zur zukünftigen Akademikerin liebt sie ihre Herkunftsfamilie. Auch der Vater liebt sie auf seine Weise; als er im Lotto gewinnt, erfüllt er ihr alle Wünsche, fährt mit ihr zum Kleidungskauf in die Großstadt, kauft ihr die gewünschte Zahnspange.
Mit 16 Jahren hat Hildegard das Angebot, das Aufbaugymnasium zu besuchen, um das Abitur zu absolvieren. Die Eltern verweigern sich und zwingen sie eine Ausbildung auf dem Büro der Fabrik anzufangen, in der der Vater arbeitet. An der Seite eines typischen Sekretariats-"Drachens" der frühen 1960er Jahre soll sie Ablage, Stenografie und Schreibmaschineschreiben lernen. Hildegard setzt sich gegen die Drangsalierung durch ihre Ausbilderin mit feinsinniger Obstruktion und einem Streich zur Wehr und erhält eine Abmahnung, woraufhin der verzweifelte Vater sie verprügelt und mit Gegenständen um sich wirft. Der Personalchef, zu dem Hildegard zitiert wird, erkennt jedoch in dem Moment, in dem sie ein Bild im Büro als von Marc Chagall stammend identifiziert, ihre subtilen Talente und lässt die Sache auf sich beruhen. Unglücklich mit ihren sie unterfordernden Zukunftsaussichten und von ihrem ersten Freund aus dem Mittelstandsmilieu verlassen, droht sie nach einem Initiationserlebnis mit Kräuterlikör dem Alkohol zu verfallen. Völlig betrunken liegt sie am Ufer des Rheins.
Auf einer Wiedersehensfeier fällt Hildegard durch diese Trunkenheit auf und wird von ihrem ehemaligen Realschul-Deutschlehrer zur Rede gestellt. Er erkennt die Gefahr und organisiert ein Gespräch zwischen Gemeindepfarrer, Hildegards Grundschullehrer und den Eltern. Alles wendet sich zum Guten dadurch, dass die Gemeinde anbietet, für das Schulgeld aufzukommen, und Hildegard darf - nun auch mit dem Einverständnis der Eltern - die zum Abitur führende Aufbaustufe besuchen.
Interpretation
Der Film ist eine charakteristische soziale Milieustudie der Zeit des Wirtschaftswunders (1950er und frühe 1960er Jahre) und füllt die Formel mit Leben. Im Gegensatz zum naturalistischen Drama wird aber das Milieu nicht determinierend verstanden, sondern das Individuum steht im Vordergrund. Es wird gezeigt, wie schwierig trotz Eigeninitiative die Emanzipation des Einzelnen aus dem Milieu ist, wenn nicht eine Unterstützung von Außen erfolgt. Insoweit zeigt der Film Parallelen zum literarischen Genre des Entwicklungsromans.An Hand relativ authentisch rekonstruktierter Wohnräume, Krankenzimmer, Büros, Fabrikhallen, Schulklassen, eingeblendeter Musik und TV-Szenen ist der Film zugleich eine kultur- und zeitgeschichtliche Studie.
Da Testvorführungen im Frühjahr 2007 ergeben haben, dass die Sprache dieses in reinstem Kölsch produzierten Films in weiten Teilen des Landes nicht verstanden wurde, musste der Film in einer abgemilderten "rheinischen" Version nachsynchronisiert werden.
Trivia
Bei der als zentraler Schauplatz im Film gezeigten Brücke handelt es sich um die im Jahr 1950 wiederaufgebaute in -Uerdingen. In vielen Szenen ist der Krefelder Rheinhafen mit seinen Drehkränen und dem Containerterminal vom Mündelheimer Ufer aus zu erkennen. Dort auf Duisburger Rheinseite wurden die Szenen in den Rheinwiesen gedreht.Alle Außenaufnahmen rund um Hildegards Elternhaus wurden in Velbert-Langenberg produziert - auf einer Straße namens "Sambeck".
Das Innere des Hauses der Familie Palm ist in einem Studio in -Godorf errichtet worden.
Literarische Vorlage
Der Roman "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn diente als Vorlage für den Fernsehfilm.Auszeichnungen
- Produzent Günter Rohrbach erhielt für den Film "Teufelsbraten" 2007 den VFF TV Movie Award des Münchner Filmfests.
Weblinks
Teufelsbraten
Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel
"Teufelsbraten" (Stand:
Sun, Mar 16th 2008, 21:05)
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