Was nützt die Liebe in Gedanken
Meine Bewertung
Filminfo
Darsteller
- Christoph Luser als Macke
- Jana Pallaske als Elli
- Thure Lindhardt als Hans Stephan
- Anna Maria Mühe als Hilde Scheller
- August Diehl als Günther Scheller
- Daniel Brühl als Paul Krantz
Regie
- Achim von Borries
Drehbuch
- Hendrik Handloegten
Kamera
- Jutta Pohlmann
Schnitt
- Antje Zynga
Produzent
- Manuela Stehr
Musik
- Ingo Frenzel
Erscheinungsjahr
2004Produktionsland
DeutschlandOriginalsprache
DeutschOriginaltitel
Was nützt die Liebe in GedankenLänge
90 MinutenAltersfreigabe (FSK)
16 JahreHintergrund
Die so genannte „Steglitzer Schülertragödie“ ereignete sich im Jahr 1927. Günther Scheller und Paul Krantz hatten einen Selbstmörderclub gegründet und sich selbst auferlegt, dann aus dem Leben zu scheiden, wenn sie keine Liebe mehr empfänden. Günther Scheller hatte demnach am 28. Juni 1927 zuerst seinen Geliebten Hans Stephan und danach sich selbst getötet. Der spektakuläre Prozess interessierte auch das europäische Ausland, sowie Amerika und Japan. Während des Prozesses wurden Günthers Schwester Hilde Scheller und Paul Krantz als Exempel einer moralisch zerrütteten Jugend dargestellt, die ausschweifend und übermäßig früh sexuell aktiv sei. Paul Krantz wurde wegen Mordes und Anstiftung zum Mord angeklagt, jedoch letztendlich in allen relevanten Punkten freigesprochen.Bereits 1929 wurde der tragische Stoff das erste Mal verfilmt: Carl Boeses Film „Geschminkte Jugend“ wurde erst nach reiflicher Überlegung von der Berliner Film-Oberprüfstelle freigegeben. Eine zweite Verfilmung von Max Nosseck folgte 1959 unter dem gleichen Titel, wurde allerdings wegen eines Einspruchs der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft vom Produzenten zurückgezogen.
Handlung
Berlin 1927, ein heißes Wochenende im Sommer. Paul Krantz, der junge, aus einer Arbeiterfamilie stammende Poet, und Günther Scheller, der wilde und sehnsuchtsvolle Sohn einer im reicheren Bürgertum angesiedelten Familie, beide Gymnasiasten, verbringen ein rauschendes Fest im Sommerhaus der Schellers, bei dem nicht nur Absinth getrunken und über Poesie und Begehren gesprochen wird, sondern auch die Gefühle der Protagonisten durcheinander geraten, sich verirren und schließlich überschäumen.Paul liebt Günthers sexuell freizügige Schwester Hilde, die wiederum viele liebt und sowohl auf Pauls Gefühle einzugehen scheint, als auch ein Verhältnis zu dem Koch Hans pflegt. Dieser hingegen ist eigentlich mit Hildes Bruder Günther zusammen, der aber vom Verhältnis zwischen seinem Freund und seiner Schwester Hilde weiß. Zusätzlich ist auch noch Hildes Freundin Elli in Paul verliebt, der in ihr aber nur einen schlechten Ersatz für Hilde sieht.Paul und Günther verbinden insbesondere die Gedanken um Sterben und Liebe und um jenen „höchsten Punkt im Leben“. Die Liebe ist für sie „der einzige Grund, für den wir zu sterben bereit sind“. So inspiriert gründen sie einen Selbstmörderclub, in dessen Manifest die beiden Freunde gemeinsam festhalten, „unser Leben in dem Augenblick zu beenden, in dem wir keine Liebe mehr empfinden. Und wir werden all diejenigen mit in den Tod nehmen, die uns unserer Liebe beraubt haben.“ Und so erschießt Günther Hans, nachdem er diesen mit Hilde im Bett entdeckt hatte, und anschließend sich selbst. Paul jedoch, der eigentlich folgen sollte, wird verhaftet.
Kritik
thumb|Daniel Brühl und Maria Mühe bei der Premiere zu Was nützt die Liebe in Gedanken (2004)]- „Es gibt Filme – und sie gehören zu den schönsten der Filmgeschichte –, die behält man im Gedächtnis wegen einer Geste, einem Kleidungsstück oder einer Frisur. (…) Ein solcher Film, der auf die Aura von Dingen setzt, auf die Poesie von Gesten und Nuancen, ist Achim von Borries’ „Was nützt die Liebe in Gedanken“. Man wird sie nicht mehr vergessen, diese weißen, luftigen Hemden, die Daniel Brühl und August Diehl tragen, und nicht die bleichen Gesichter dieser charismatischen Darsteller, in denen die ganze Unschuld, all der Wagemut, der Ernst und die Tristesse der Jugend liegen. Zudem wird der Klang nachhallen, die Songs aus den Zwanzigern, die verzaubernde Musik von Thomas Feiner und Ingo Frenzel und natürlich die Stimme von August Diehl, die verletzlich und zugleich so arrogant klingen kann. Zweifellos, Achim von Borries gibt mit seinem Filmpoem dem deutschen Kino etwas zurück, was es lange vermisst hat: konsequenten Stilwillen und Glamour.“ (Hans Schifferle, sueddeutsche.de) Komplette Kritik
- „Sie reißt und zerrt und drängt. Keine Minute lässt sie das Denken aus ihren Fängen. Keine Minute das Gefühl. So stark wie die Liebe ist nur der Tod. Regisseur Achim von Borries hat einen spektakulären Kriminalfall aus den Zwanzigern verfilmt. Träumerisch, wehmütig und draufgängerisch zeigt er die Freunde Günther und Paul, die jung sind, frei und besessen. Die ihr Herz verlieren an den Gedanken vom größten Augenblick im Leben. (…) Alles in diesem Film ist dem Überschwang und der Vollendung verpflichtet. Kompromisslos lässt Borries seine Protagonisten auftreten. Ihr Leben kennt nur zwei Dimensionen. Da gibt es die Liebe, und es gibt den Tod. Paul, der sanfte Denker, und Günther, der Draufgänger, streifen durch einsame tiefgrüne Wiesen und flachsblonde Felder und sind tiefsinnig.“ (Anke Denks, 3Sat online) Komplette Kritik
Preise
- European Film Award 2004: Publikumspreis „Bester Darsteller“ für Daniel Brühl
- Preis der deutschen Filmkritik als „Bester männlicher Hauptdarsteller 2004“ für August Diehl
- Schermi d’Amore Calzedonia Prize als Bester Film beim 8th Schermi d’Amore Film Festival in Verona 2004
- UNDINE-Award 2004 als „Bester jugendlicher Hauptdarsteller in einem Kinospielfilm“ für August Diehl
Weblinks
- Was nützt die Liebe in Gedanken bei Filmportal.de
- Presseschau bei film-zeit.de
- Rezension auf Filmzentrale.com
Was nützt die Liebe in Gedanken
Dieses Dokument basiert unter anderem auf dem Artikel
"Was nützt die Liebe in Gedanken" (Stand:
Thu, May 8th 2008, 21:26)
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